Unvergleichlich vielseitig

Unvergleichlich vielseitig

Viele Spieler betreten das erste Tee, schlagen ab, laufen dem Ball hinterher und schlagen erneut auf die kleine weiße Kugel, die besonders gute Flugeigenschaften besitzt. Schlag für Schlag zu spielen ist dabei keineswegs ein Fehler, jedoch kann man seine Golfrunde mit einfachen Spielchen auflockern und interessanter gestalten.

Schon mal jemand von „Flaggenwettspiel“, „Scotch Foursome“, „Criers and Whiners“ oder „Lucky Luke“ gehört? Diese und weitere knapp 80 Spielarten wurden bereits im Jahr 2006 vom „Golf Week Game Guide“ zusammengefasst. In einer kleinen Vorstellrunde erfährt ihr unterhaltsame Spielvarianten, die frischen Wind in euer Golfspiel bringen. Nehmt euren Golf Buddy bei der Hand und probiert die eine oder andere Variante aus – möglicherweise erfindet ihr schon bald eure eigene Spielvariante, die euch eine Menge Spaß bereitet.

 

Flaggenwettspiel

Dieses Spiel bietet sich auch perfekt für ein Turnier mit einer großen Anzahl an Teilnehmern an. Jeder Spieler erhält dabei am Start eine Flagge, auf der sein Name steht. Das Handicap des jeweiligen Spielers wird mit der Standartvorgabe des Platzes addiert. Diese Anzahl an Schlägen darf der Spieler auf der Runde machen. Hat er diese Schläge aufgebraucht, versenkt er die Flagge an dem Ort, an dem sein Ball beim letzten Schlag zu liegen kam. Ist ein Spieler genau auf Handicap-Kurs locht er beim 18. Loch ein und hat mit diesem Putt seine Anzahl an Schlägen aufgebraucht. Spielt ein Teilnehmer besser als sein Handicap, gelangt er sogar auf ein 19. oder 20. Loch. Bei Spielern, bei denen es weniger gut läuft, wird die Flagge bereits auf dem 18. Loch oder davor gehisst.

Scotch Foursome

Der klassische Vierer ist den meisten Golfern ein Begriff. Beim Vierer schlagen zwei Spieler abwechselnd den gleichen Ball, bis er im Loch ist. Bereits vor der Runde wird vereinbart welcher Spieler auf den geraden beziehungsweise ungeraden Löchern abschlägt. Beim Scotch Foursome wird dies nicht vereinbart, sondern der Spieler schlägt ab, der beim letzten Putt am vorigen Loch aussetzen musste.

Criers and Whiners

Spieler, die sich besonders gerne über geschehene Schläge ärgern, bekommen bei dieser Spielvariante eine erneute Chance. Bei schlechten Schlägen darf der Spieler den Schlag wiederholen, jedoch nicht unzählige Male, sondern in der Höhe seines Handicaps. Ein guter Spieler mit Handicap fünf hat somit nur fünf Mulligans zur Verfügung. Nach der Runde können die Bruttoergebnisse der Spieler verglichen werden, ohne das Handicap weiter berücksichtigen zu müssen. Möge der bessere gewinnen.

Lucky Luke

Bei dieser Spielvariante gibt es eine besondere Art der Belohnung. Sofern ein Spieler auf einem Loch weniger Schläge benötigt als sein Handicap vorgibt, darf er am darauffolgenden Loch eine Abschlagsmarkierung weiter vorne abschlagen. Die Herren können sich somit auf den Senioren-Abschlag und auf den Damen-Abschlag vorkämpfen. Natürlich kann es auch in die andere Richtung gehen. Werden mehr Schläge benötigt als die Vorgabe erlaubt, muss eine Abschlagsmarkierung zurückgegangen werden. Zugegeben, diese Spielweise ist in erster Linie für Männer prädestiniert, da sich Damen vom schwarzen Herren-Abschlag sehr schwertun würden, sich auf ihren Abschlag zurück zu kämpfen – ohne die Damen dabei unterschätzen zu wollen.

Probiert neue Spielformen, die neuen Schwung in euren Golfsport bringen. Möglicherweise motiviert ihr euren Heimatclub zur Durchführung eines Jux-Turniers mit einer dieser Spielformen. Die Golfspieler verbinden doch nicht niedrige Scores, sondern der Spaß an der Sache.


Bildnachweis: Getty Images.

Jan Kienbichl
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