Tyrrells Traum

Tyrrells Traum

Bei der BMW PGA Championship im Wentworth Golf Club gewinnt Tyrrell Hatton mit drei Schlägen Vorsprug auf Victor Perez und erfüllt sich damit einen Kindheitstraum

Die BMW PGA Championship im ehrwürdigen Wentworth Golf Club gehört mit Sicherheit zu den wichtigsten Turnieren des Jahres im Kalender der European Tour. Ein Sieg in Virginia Water vor den Toren Londons beschert dem Champion nicht nur viel Ruhm, sondern mit knapp einer Million Euro Preisgeld auch einen satten Siegerscheck. Im Fall von Tyrrell Hatton aber war der Triumph in diesem Jahr noch ganz viel mehr.

Mit Papa unterwegs

„Ich kann mich noch gut daran erinnern, als kleiner Bub mit meinem Vater immer zum Turnier gegangen zu sein. Ich war ein absoluter Golffan, und natürlich habe ich immer darauf gehofft, eines Tages einmal „inside the ropes“ zu laufen und dieses Turnier auch zu gewinnen, anstatt nur als Zuschauer dabei zu sein“, so Hatton. Es gibt sogar Bilder von Tyrrell Hatton, wie er im Alter von 5 Jahren mit großen Augen den Profis beim Spielen zusieht. Auf jeden Fall haben die frühen Eindrücke in Wentworth richtig gut auf den Engländer abgefärbt.

Hatton ganz oben

Denn das mit dem Mitspielen beim Turnier funktionierte bei Tyrrell Hatton nun schon einige Jahre, ein Sieg wie vergangenes Wochenende hingegen war jetzt eine ganz neue Erfahrung. „Das ist eines der größten Turniere des Jahres auf der Tour, und hier am Ende ganz oben zu stehen erfüllt mich natürlich mit Stolz. Es war schon immer mein Ziel, hier eines Tages einmal zu gewinnen, und ich bin sehr froh, da jetzt einen Haken dranmachen zu können“, zeigte sich Hatton zufrieden.

 

Duell mit Perez

Bis er allerdings den dicken Scheck und den Pokal entgegennehmen durfte, hatte der Engländer am Sonntag trotz des komfortablen Vorsprungs von 3 Schlägen noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. Vor allem ­Victor Perez schickte sich an, Hattons Kindheitstraum einen Strich durch die Rechnung zu machen. Mit vier Birdies und einem Eagle auf den ersten 12 Bahnen brannte der Franzose ein regelrechtes Feuerwerk ab und schloss zum führenden Hatton auf.

Gut vorbereitet

„Ich hatte schon vorausgesehen, dass am Finaltag jemand zu mir aufschließen könnte. Für mich galt es einfach ruhig zu bleiben und mein Spiel zu spielen“, beschrieb Tyrrell Hatton sein Mindset, nachdem die 3-Schläge-Führung auf einmal weg war. Im weiteren Verlauf des Finaltages lieferten er und Perez sich einen spannenden Schlagabtausch, ehe das Pendel am Ende dann zugunsten des Engländers ausschlug.

Cool geblieben

Mit einem Birdie auf der 15 übernahm er die Führung die nach einem Bogey von Perez auf der 17 größer wurde. Ein abschließendes Birdie auf der 18 (zum vierten Mal in Folge) bescherte Tyrrell Hatton am Ende einen sogar ungefährdeten Sieg mit drei Schlägen Vorsprung und die Erfüllung seines Kindheits­traums. „Gratulation an Tyrrell, er hat wirklich gut gespielt und die Tür für die Verfolger nicht allzu weit aufgemacht. Ich habe alles probiert, aber auch wenn ich nicht gewonnen habe, war das doch eine echt positive Woche für mich“, zeigte sich Victor Perez als fairer Verlierer.

Kaymer in Top 10

Aus deutsch-österreichischer Sicht sorgte das Turnier für gemischte Gefühle. Martin Kaymer legte nach einer mäßigen Auftaktrunde von 73 Schlägen in den folgenden Tagen mit 68–69 und 68 richtig zu und schaffte es damit sogar auch noch in die Top 10 des Feldes. Matthias Schwab startete mit 68 und 71 Schlägen sehr gut in das Turnier, musste sich am Wochenende aber von einer 78 erholen und belegte am Ende bei insgesamt 3 unter Par den geteilten 37 Rang. Sein Landsmann Bernd Wiesberger spielte mit 70-72-72 und 72 vier fast identische Runden und wurde mit einem Zähler mehr auf dem Konto am Ende geteilter 40. Maximilian Kieffer verpasste die Qualifikation fürs Wochenende nach Runden von 72 und 73 mit +1 ganz knapp um nur einen Schlag.


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