Triumph für Marc Warren

Triumph für Marc Warren

Mit großer Freude konnte letztes Wochenende das erste European-Tour-Event nach der Corona-Pause durchgeführt werden. Öster­reich erzielte überdurchschnittlich gute Ergebnisse in Bezug auf die Corona-Pandemie und hat nun die Möglichkeit, internationale sportliche Veranstaltungen auszutragen. Unter strengen Auflagen und Sicherheitsvorkehrungen kämpften 144 Spieler aus ganz Europa um den Titel und 500.000 Euro Preisgeld im Diamond Country Club in Atzenbrugg.

 

Spielerfeld

Das Event lockte auch den einen oder anderen Topstar der Golfszene an. Namen wie Marcel Siem, Carlos Pigem und Nicolas Colsaerts sind in der Golfbranche weltberühmt. Unter dem Starterfeld waren auch die ehemaligen Atzenbrugg-Sieger Joost Luiten und Mikael Lundberg zu finden. Der womöglich größte Zuschauermagnet wäre Miguel Ángel Jiménez gewesen. Der 56-jährige Spanier ist mit seinem Auftreten, seiner Ausstrahlung und seinem Stil eine Klasse für sich. Insgesamt konnte Jiménez 21 Siege auf der European Tour einfahren. Am zweiten Tag gelang es ihm, die Führung zu übernehmen, am Samstag musste er eine Runde über Par verzeichnen. Mit einer Schlussrunde von 2 unter Par und 8 unter Par für das Turnier errang er den geteilten achten Rang. Seit mehreren Jahren lebt der Wahl­österreicher in der Nähe von Wien und wird beim heimischen European-Tour-Event gerne gesehen.

 

Trophäe geht nach Schottland

Mit Runden von 66, 69, 70, 70 und insgesamt 13 unter Par triumphierte der 39-jährige Schotte Marc Warren. Der erste Sieg bei den Austrian Open und der insgesamt vierte Sieg auf der European Tour. Knapp dahinter positionierte sich der Deutsche Marcel Schneider mit 12 unter Par und der Niederländer Will Besseling mit 11 unter Par. Der Finaltag hätte spannender nicht sein können. Kurzzeitig lagen fünf Spieler schlaggleich in Führung. Für Marc Warren gab es nicht nur eine Trophäe, sondern auch einen Scheck im Wert von knapp 77.000 Euro. Nicht nur die Spieler boten eine abwechslungsreiche Show, auch das Wetter spielte verrückt. Der Start ins Turnier fand unter strahlendem Sonnenschein statt. Der Samstag hingegen musste bei strömendem Regen absolviert werden.

Nationale Vertreter

Zwei von elf Österreichern schafften den Cut und durften den Kampf um den Titel am Wochenende fortführen, darunter der Steirer Lukas Nemecz mit dem geteilten 34. Rang und der Niederösterreicher Markus Habeler mit dem geteilten 44. Rang. Als bester Deutscher kämpfte Marcel Schneider um den Titel mit und musste sich schlussendlich mit dem 2. Platz zufriedengeben.

Vorschau

Die European Tour bleibt in Nieder­österreich. Von 15. bis 18. Juli gehen die Euram Bank Open im spektakulären Golfclub Adamstal Franz Wittmann über die Bühne. Zuseher sind weiterhin nicht gestattet, das Turnier wird vom ORF übertragen.

 

Christian Guzy, Veranstalter und Präsident Diamond Country Club Atzenbrugg, im Gespräch.

Anlässlich des European-Tour-Auftakts im Diamond Country Club Atzenbrugg bat die Golf Week Christian Guzy, Präsident des Golfclubs, zum Gespräch. Er freut sich vor allem auch über den medialen Output, der durch die Austrian Open 2020 generiert wurde bzw. noch werden wird. Neben der typischen Golfberichterstattung im TV – auf Sky, Eurosport und im ORF – und in Tageszeitungen erwartet Guzy auch zahlreiche Berichte in Golfmagazinen sowie eine breite mediale Aufmerksamkeit in den Freizeitjournalen und online.

Golf Week: Was bedeutet der Restart der European Tour hier in Österreich für Sie und für Österreich als Golfland?
Christian Guzy: Es ist für den Diamond Country Club (DCC) eine außergewöhnliche Ehre und große Freude, dass sich die European Tour bezüglich Restart für den DCC und als erstes Austragungsland für Österreich entschieden hat. Das dokumentiert das besonders große Vertrauen der Verantwortlichen der European Tour – nach der fast 4-monatigen Covid-Sperre –, auf einem anerkannten European Tour Course in die Turniersaison zu starten.

Golf Week: Wie haben Sie die ­Organisation der Austrian Open in Covid-19-Zeiten erlebt?
Guzy: Als sehr „spannend“ – die besonderen Covid-Auflagen und die entsprechend hohen Anforderungen bezüglich „social distancing“ und „health protection“ haben die Organisation stark beschäftigt. Ein Sicherheitskonzept auf einem Golfgelände von knapp 150 ha für alle Spieler, Caddies und Turnier-Helfer zu implementieren war eine permanente Aufgabe.

Golf Week: Hat sich die Einreise der Spieler schwierig gestaltet?
Guzy: Ja, und zwar je nach Heimatland unterschiedlich schwierig. Die Anreise per Flugzeug war für Spieler aus anderen Kontinenten wie Südafrika sehr problematisch. Überwiegend erfolgte die Anreise individuell mit dem Pkw oder per Bahn.

Golf Week: Mit welcher Erwartungshaltung haben Sie diese Veranstaltung ausgerichtet?
Guzy: Wir erwarten einen sehr positiven „Ruck“ für die gesamte Golfszene in Österreich, aber auch für den Golfsport (Freizeit) im Allgemeinen. Gerade in der Corona-Krise hat sich gezeigt, welch positive Effekte das Golfen für sportliche Menschen aus allen Altersbereichen (Jugend bis Senioren) mit sich bringt. Das Genießen der Natur und gleichzeitig die sportliche Bewegung – ein wichtiger Gesundheitsaspekt, der auch zukünftig immer mehr in den Fokus rücken wird.

Golf Week: … und für den Diamond Country Club Atzenbrugg?
Guzy: Für den DCC waren die Austrian Open 2020 natürlich auch Werbung im In- und Ausland. Wir konnten wieder einmal die Golfkompetenz beweisen: für Golftouristen, die Qualität des Platzes, die die Spieler immer wieder bestätigten. Egal ob bei 33 Grad am Freitag oder Regenschauer den ganzen Samstag, der Platz war immer in sehr gutem Zustand. Mit dem Diamond Apartment Hotel und dem Diamond Hotel Tulln, aber auch dem Schwesterclub Ottenstein können wir ein Gesamtpaket anbieten. Auch spüren wir, dass die österreichischen Golfer immer wieder gerne auf dem Platz spielen, wo die Stars der European Tour gespielt haben. Und der dritte Aspekt ist die Qualität unserer Golfausbildung. Die Diamond-Akademie hat seit 2015 unter der Führung von Melanie Wolkersberger jedes Jahr die ÖGV-Jugendförderung gewonnen. Sie ist mittlerweile ein Talente-Pool. Ein Beweis war der beachtenswerte Auftritt von Laurenz Kubin.

Golf Week: Was waren für Sie die Hauptaspekte, in Corona-Zeiten einen Event dieser Größenordnung durchzuführen? Ohne Publikum? Daher auch ohne bzw. mit kaum Umwegrentabilität für den Club und die Region?
Guzy: Hauptaspekt war, einen entscheidenden Beitrag für den Weg zurück in die sportliche Normalität zu leisten – wieder eine positive Stimmung bei den sportlich aktiven Menschen und Golfern zu entfachen. Wir möchten ein Zeichen setzen, dass der Golfsport ein ernst zu nehmender und wichtiger Sport für die breite Bevölkerung ist.

Golf Week: Wie sieht Ihr Fazit aus?
Guzy: In der Summe sind wir und unser Team extrem stolz, dass wir dieses Event – „das erste European-Tour-Event nach der Covid-Pandemie“ – auf unserer Golfanlage und mit unserer besonderen Begeisterung für den Golfsport durchführen durften. Für den Diamond Country Club ist es ein weiterer Beweis für die besondere Qualität und das vorhandene Know-how sowie die Golfleidenschaft der gesamten DCC-Familie.
www.countryclub.at


Bildnachweis: © Gepa pictures / Diamond Country Club Atzenbrugg.

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