Topgolf = Follower?

Topgolf = Follower?

Eine Analyse der weltweit beliebten Social-­Media-Plattformen zeigt, dass dem nicht so ist.

Eine Analyse der derzeit gängigsten Social-Media-Plattformen vor allem im US-amerikanisch-europäischen Raum zeigt, dass gutes Golf nicht gleichzeitig heißt, dass man auch online sehr erfolgreich ist. Auffällig dabei: Facebook erscheint derzeit nicht so wichtig, und vor allem asiatische Golferinnen verzichten zum Teil zur Gänze auf diese Plattformen, zumindest soweit die Daten öffentlich zugängig sind. Die Tabelle zeigt ganz deutlich: Die Weltranglistenersten sind – vor allem bei den Frauen – nicht die, die auch online viel untewegs sind..

Rory rockt

Die mit Abstand meisten Follower hat Rory McIlroy. Kombiniert man die Plattformen Face­book, Instagram und Twitter, so kommt er auf weit über sechs Millionen Follower. Der Nächstplatzierte, immerhin der Weltranglistenerste Dustin Johnson, kommt auf nicht einmal zwei Millionen. McIlroy hat allein auf Twitter 3,1 Millionen Follower! Das sind nur rund 200.000 Follower weniger, als die anderen Golfer in den aktuellen Top 10 gemeinsam haben! Auch auf Instagram ist der Nordire unangefochtene Nummer eins bei den Herren. Hier haben rund zwei Millionen Menschen auf Folgen gedrückt. Rund 1,2 Millionen Menschen folgen ihm zudem auf Facebook, was eben zusammen weit über sechs Millionen Follower ergibt. Wichtig zu erwähnen ist, dass es wohl nicht wenige Menschen gibt, die auf zwei oder allen drei Plattformen folgen, insofern sind diese Zahlen etwas mit Vorsicht zu genießen, aber ein guter Indikator dafür, dass Rory McIlroy wohl, konservativ berechnet, mit einem Posting auf allen Plattformen so viele Menschen erreicht, wie sie in einer Stadt der Größenordnung von München, Wien oder Berlin leben. Das ist sehr beeindruckend!

Lexi Thompson ist bei den Frauen die Nummer eins auf Social Media.

 

Die weiteren …

Dustin Johnson und Justin Thomas kommen auch deutlich über die Million. Auffällig bei diesen drei ist, dass sich die Follo­wer hierbei gut verteilen. Während Johnson auf Twitter über 800.000 Menschen erreicht und auf Instagram eine knappe Million, hat Thomas keine normale, öffentliche Facebook-Seite, dafür eine Million Follower auf Instagram. Danach werden die Like-Zahlen schon eher dünn. Bryson DeChambeau kommt noch auf 650.000, Jon Rahm auf rund 393.000. Der Rest der männlichen Golfelite ist da deutlich darunter. Tyrrell Hatton und Xander Schauffele haben wie Thomas keine öffentliche Facebook-Seite. Man folgt generell am liebsten auf Instagram. Zwar haben die Top 10 sowohl auf In­stagram als auch auf Twitter rund fünf Millionen Follower, aber bei Twitter ist McIlroy nun einmal der unangefochtene King, drei Fünftel fallen auf ihn.

Diskrepanz

Eine weitere große Auffälligkeit ist, dass die Frauen mit den Herren nicht ganz mithalten können. Einzig Lexi Thompson wäre Vierte bei den Herren, sie hängt mit mehr als einer Million Followern den Rest locker ab, Brooke Henderson als Nächstplatzierte hat nur etwas mehr als ein Fünftel ihrer Follower. Weiters auffällig: Die Damen aus Fernost scheinen auf Social-Media-Präsenz in den großen US-amerikanisch-europäischen Plattformen weitgehend zu pfeifen. Fünf der Top 10 haben nicht einmal einen Facebook-Auftritt, drei gar keine Twitter-Präsenz. Sie scheinen sich anderwertig zu beschäftigen. Insgesamt kommen die aktuellen Damen-Top-10 der LPGA auf rund 1,8 Millionen Follower, die Herren der PGA auf gar knapp zwölf Millionen. Das heißt: Herrengolf ist auch online eine viel größere Marke. Jin Young Ko beispielsweise verzichtet zur Gänze auf Social Media, zumindest auf die genannten Plattformen.

Jin Young Ko lässt das Smartphone sein und konzentriert sich auf die Scores.

 

Mach Instagram …

… oder sei Rory McIlroy! Das ist das Learning der Golf Week-Social-Media-Analyse der Golf-Top-10 bei den Herren und Damen. Obwohl Facebook von der Altersstruktur her das wohl älteste der drei Netzwerke ist und Golf bekanntlich eine Sportart, die man bis ins hohe Alter spielen kann, spielt Facebook kaum eine Rolle für die erfolgreichsten Golfer des Planeten. Nur rund 1,5 Millionen Likes gibt es dort, 5,6 Millionen Follower auf Twitter und satte 6,3 Millionen auf Instagram – wobei hierbei wieder das McIlroy-Paradoxon mit den drei Millionen Followern auf Twitter zum Tragen kommt. Von den 20 Topspielern haben bis auf zwei alle Instagram – das heißt: Wenn du bekannt werden willst, braucht es die netten Bilder mit den schönen Hashtags. Dort spielt es sich ab. Und wer derzeit als Sportler noch keine Facebook-Seite hat, kann es im Grunde genommen lassen. Außer eben man ist nordirischer Golfer …


Bildnachweis: © Getty Images.

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