Teurer Kindersitz

Teurer Kindersitz

Jon Rahm zweckentfremdet Golftrophäen, und auch sonst hat sich einiges getan in der Golfwelt.

Was macht ein echter Mann, wenn er einen Pokal gewinnt? In die Höhe stemmen und Schampus draus trinken, ihn sich aufsetzen, nette Fotos und so weiter. Aber: Es ist ja 2021, also ist der Typus „echter Mann“ der Prägung 1953 eigentlich schon sehr out. Das betrifft auch Jon Rahm, der diesem Typus ja so gar nicht entspricht. Für Schabernack mit Trophäen hat er deren auch genug, Rahm kommt derzeit auf 13 Turniersiege, darunter das Major U.S. Open in diesem Jahr. Der Baske gilt zudem ein bisschen als Superdad. Wenn man das alles zusammennimmt, dann wird man nachstehenden Post sehr gut verstehen. Rahm stopfte nämlich seinen Sprössling Kepa in den Pott, mit den Worten: „Das musste ich einfach versuchen.“ Doch was folgt jetzt? Denn nach dem Major-Sieg in Torrey Pines gab er zu Protokoll: „Ich glaube ganz fest an Karma, und deshalb bin ich nach dem, was vor ein paar Wochen passierte, ganz positiv geblieben, weil ich wusste, Großes wird kommen.“ Nun, Kepa wird mit Sicherheit auch einmal groß, und dann wird man ja sehen, wie der Jugendliche oder Erwachsene zu dem Foto im Familienalbum steht, auf dem zu sehen ist, wie er in eine Trophäe gestopft wird – da wird das Karma wohl auch irgendwann einmal zurückschlagen, Herr Papa Rahm. 

Jon Rahm zweckentfremdet eine Trophäe, das Karma könnte zurückschlagen.

 

Gutes Leben ohne Sieg

Weiter geht es nun ebenfalls mit Vaterfreuden. Rickie Fowler verkündete jüngst, dass seine Allison Stokke, ehemalige Spitzensportlerin, Fach Stabhochsprung, im November ein Kind auf die Welt bringen wird. Wer den Namen Fowler im Übrigen so nicht kennt, hat vermutlich kein Instagram, im Golf ist er, obwohl Profi seit 2009, erst mit fünf Siegen auf der PGA-Tour aufgefallen, die er gut verteilt hat: 2012, 2015 (2 Mal), 2017 und 2019. Doch der Bald-Papa hat eben sehr gute Werbeverträge, Stokke ist ein Fitnessmodel, und in diesem Zusammenhang ist es vielleicht erklärbar, dass die sozialen Medien des Golfers auch ohne ständige Topplatzierungen und Siege auf ein sehr luxoriöses Leben hindeuten.

El Pato ins Gefängnis

Nun zu einem viel ernsteren Thema. Angel Cabrera, genannt El Pato, muss ins Gefängnis. Der zweifache Major-Sieger wurde wegen Körperverletzung, Bedrohung und Belästigung von Cecilia Torres Mana, die zwischen 2016 und 2018 Cabreras­ Partnerin war, von einem Gericht in Argentinien zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er selbst bestreitet die Vorwürfe. Cabrera, der als Argentiniens bester Golfer gilt, wurde sogar von Interpol gesucht. Er wurde im Jänner in Brasilien unter dem Vorwurf der Körperverletzung, des Diebstahls, der illegalen Einschüchterung und der wiederholten Missachtung der Behörden verhaftet. Er stand auf der „Red Code“-Liste der internationalen Behörden. Cabrera war auf der Flucht vor einem argentinischen Verfahren, bei dem es um Klagen von Torres Mana wegen Körperverletzung ging. Ihrem Fall schlossen sich Cabreras ehemalige Ehefrau Silva Rivadero und eine weitere ehemalige Partnerin, Micaela Escudero, an. Besonders dreist: Noch im Jahr 2020 spielte er auf der PGA Tour. Nun sitzt er einmal ab sofort ein.

Pott-Golf für Bale

Und zum Abschluss noch eine nette Geschichte. Gareth Bale, Profifußballer und bekanntlich leidenschaftlicher Golfer, spielte jüngst bei der Fußballeuropameisterschaft für sein Heimatland Wales. Vielleicht sucht er ja auch eine neue sportliche ­Herausforderung: etwa bei Schalke 04. Fans des abgestiegenen Traditionsklubs aus Gelsenkirchen zeigten bei der Europameisterschaft ein Plakat mit der Aufschrift „Bale, komm zu S04“. Auf Twitter, siehe oben, versucht man den leidenschaftlichen Golfer zu ködern: Mit einem Bild von einem 9-Loch-Platz schloss sich auch der offizielle Account der Knappen dem Buhlen um den Superstar an. „Gelsenkirchen is ready“, stand dort, mit einem Bild des 9-Loch-Golfplatzes Schloss Horst inmitten einer einstigen Trabrennbahn. Ob er sich die zweite deutsche Bundesliga antun würde, weiß man nicht. Er selbst soll ja mit einer Karriere als Profigolfer geliebäugelt haben, erzählt man sich. Nun, da muss er aber erst einmal mit dem Fußball aufhören.

Schalke 04 will den begeisterten Golfer Gareth Bale nach Gelsenkirchen lotsen.

Bildnachweis: © Getty Images, © Screenshot Instagram, © Screenshot Twitter.

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