Steiermark als Golf-Hochburg

Steiermark als Golf-Hochburg

Vom 6. bis 8. Mai schlugen zum dritten Mal die Allzeitgrößen bei den Riegler & Partner Legends am Murhof ab, unter anderem Markus Brier.

Bereits am 2. Mai startete die diesjährige Ausgabe des Riegler & Partner Legends mit dem Qualifikationsturnier im Golfclub Murhof, ehe tags darauf der Castle Shot von der Burg Rabenstein  und der Audi Showdown im Golfzentrum Graz-Andritz anstanden. Von 4. bis 8. Mai stieg das Riegler & Partner Legends ProAm am beliebten Platz des GC Murhof. Für den Namensgeber eine wichtige Angelegenheit. Peter Resnik, CFO der Riegler & Partner Investment Group, erklärt dazu: „Wir haben vor einigen Jahren den Golfsport als ideale Kommunikations- und Werbeplattform entdeckt. So begleiten wir seit rund einem Jahrzehnt Lukas Nemecz auf seinem Weg. Dazu waren wir bereits 2019 bei der Premiere der Legenden in der Steiermark als Partner dabei und über die positive Resonanz des Turniers restlos begeistert. Die Legenden haben uns mit ihrem sympathischen Auftreten und ihren hervorragenden Leistungen fasziniert.“ Wer sind aber die Pros? Allen voran Markus Brier, der mit dem Turnier noch eine Rechnung offen hatte. Über Triumphe auf allen vier Profi­ebenen konnte er in seiner Karriere bereits jubeln. Auf der European Tour, die seit dieser Saison DP World Tour heißt, hat der 53-jährige Wiener 2006 im GC Fontana als erster Österreicher einen historischen Sieg geholt. Zudem war Brier auf heimischem Boden auch auf der Challenge Tour (2002 am Murhof, 2004 in Fontana) sowie auf der Alps Tour (2005 in Adamstal) erfolgreich. Wie lief es bislang in der Steiermark? „Der erste Anlauf im Jahr 2019, das Legends-Turnier am Murhof zu gewinnen, ist mit Platz 40 ziemlich danebengegangen“, verriet er im Vorfeld. „Ein Heimsieg bei den Riegler & Partner Legends würde mir viel bedeuten, aber das kann man nicht planen, das muss passieren. Das wird aber nicht leicht.“ Am Ende gab es einen verdienten Sieger, leider nicht ihn – doch der Reihe nach. 

Starkes Feld

Die Argentinier José Cóceres (2019) und Mauricio Molina (2021), die die ersten beiden Auflagen der Riegler & Partner Legends gewonnen haben, standen ebenso am Abschlag wie der neuseeländische US-Open-Champion 2005, Michael Campbell. Zum Kreis der Sieganwärter zählten auch die Engländer Barry Lane und David Shacklady sowie der Waliser Phillip Price und der US-Amerikaner Clark Dennis. Gespannt durfte man auch auf das Abschneiden der Schweden Niclas Fasth und Michael Jonzon sein, die am Murhof ihre Premiere auf der Legends Tour feierten. Mit dem Brasilianer Adilson da Silva stand ein weiterer „Rookie“ in der Steiermark am Abschlag, dem bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro eine besondere Ehre zuteil wurde. Mit dem Salzburger Charly Bauer und dem für den GC Murhof spielenden Grazer Alexander Petrskovsky waren auch in diesem Jahr wieder zwei heimische Top-Amateure am Start. Auf eine große Fan-Kolonie durfte Murhof-Pro Richard Austin zählen. Mit Gordon Manson war ein weiterer rot-weiß-roter Evergreen beim Heimturnier mit dabei. Craig Cowper und Luis Claverie konnten sich am Montag in der Qualifikation die letzten beiden Startplätze für das mit 250.000 Euro dotierte Turnier sichern. Zwischendurch sorgten der Castle Shot und Audi Circuit für Auflockerung und Freude bei allen Beteiligten. 

Das Vorspiel

Beim Castle Shot, von dem im Vorjahr ein TV-Beitrag in der Highlight-Show der Legends Tour gelaufen ist, wurde für den guten Zweck aus luftiger Höhe vom Dach der Keusche auf den Burgvorplatz in Rabenstein abgeschlagen. Bei diesem Nearest-to-the-Pin-Wettbewerb versuchten sich auch Golf-Promis wie die früheren Ski-Ladies Michaela Kirchgasser und Nicole Hosp, die Fußball-Legenden Mario Haas und Michael Konsel, Starkoch Richard Rauch oder Tänzer Willi Gabalier. Der heimische Golfpionier Brier führte sein Team mit den früheren Ski-Ladies Hosp und Kirchgasser sowie KAC-Eishockeycrack Manuel Ganahl dank zweier Grüntreffer zu einem souveränen 2:0-Erfolg über die Mannschaft des englischen Murhof-Botschafters Barry Lane, der auch die ehemaligen Fußball-Teamspieler Mario Haas und Michael Konsel sowie Klaus Bartelmuss, der Manager von Startänzer Willi Gabalier, angehörten. Titelverteidiger Michael Campbell, Markus Brier, James Kingston, David Shacklady, Clark Dennis, Peter Wilson, Thomas Levet, Barry Lane, André Bossert und Lokalmatador Richard Austin duellierten sich später in Graz-Andritz beim Audi Showdown um ein Preisgeld von 5.000 Euro. Im Dreierfinale setzte sich am letzten Loch der Südafrikaner James Kingston gegen den Franzosen Thomas Levet und Lokalmatador Markus Brier durch. Für Murhof-Urgestein Richard Austin war am sechsten Loch Endstation, das ergab auch in der Endabrechnung den sechsten Platz. „Ich habe es schon zweimal bis ins Finale auf Loch neun geschafft, im dritten Anlauf hat es heute auch mit dem Sieg geklappt. Es war wieder ein großartiges Event und der Platz dank des Greenkeeper-Teams in einem hervorragenden Zustand. Ich möchte mich auch bei meinem Caddie Paul bedanken, der mich perfekt unterstützt hat“, erklärt der Sieger.

Auf geht‘s

„Ich freue mich wirklich sehr, wieder Wettkampf-Golf zu spielen. Es ist großartig, die ganzen Jungs wieder zu sehen. Ich erwarte, dass es auf der Legends Tour ein wenig entspannter sein wird als früher. Das heißt aber nicht, dass es mit weniger Ehrgeiz auf dem Platz zur Sache gehen wird“, erklärte der Schwede Fasth vor dem ersten Abschlag und war schon richtig heiß auf sein Turnier-Comeback. Der Mann des ersten Spieltags war mit Da Silva aber ein ganz anderer. Der 50-jährige Brasilianer lieferte mit einer bogeyfreien 65er-Runde (-7) eine blitzsaubere Vorstellung bei seiner Premiere auf der Legends Tour ab. Da Silva hatte erst am 25. April um eine Wildcard für die Riegler & Partner Legends angesucht, die ihm Turnierorganisator Gary Stangl auch prompt gewährte. Erste Verfolger Da Silvas waren mit zwei Strokes Rückstand der Engländer Gary Wolstenholme und der Franzose Marc Farry (je 67/-5).  Brier hatte mit einer 76er-Runde (+4) hingegen einen durchwachsenen Start hingelegt. In der Anfangsphase spielte der Wiener solides Golf und lag nach dem achten Loch bei eins unter Par. Doch mit dem Bogey auf dem Par 5 der neunten Bahn schlichen sich einige Fehler in das Spiel des Lokalmatadors ein, die im Finish zu einem Doppelbogey auf der 15 sowie zwei weiteren Schlagverlusten auf der 16 und 17 führten. Brier geht damit als 55. der Zwischenwertung mit elf Schlägen Rückstand auf den Führenden: „Bis zur 8 hat sich mein Spiel ganz gut angefühlt, doch mit dem Bogey auf der 9 ist dann plötzlich der Faden gerissen.“ Bester Österreicher nach dem ersten Tag war Murhof-Amateur Alexander Petrskovsky, der sich auch von drei Bogeys auf den ersten sechs Löchern nicht bremsen ließ und am Ende eine starke 71er-Runde (-1) notierte, mit der er sich auf Platz 23 einreihte. Auch Charly Bauer, der zweite ÖGV-Amateur im Feld, schlug sich mit einer 73er-Runde (+1) und Rang 34 beachtlich. Gordon Manson benötigte 75 Schläge (+3) und lag damit auf Rang 48.

Michaela Kirchgasser, James Kingston, Paul Großschädl, Gerhard Nemecz (GC Graz-Andritz) und Nicole Hosp freuten sich über das Event in der Steiermark.

 

Vorkatapultiert

An Tag zwei war dann plötzlich alles anders. Euan McIntosh katapultierte sich am Samstag  mit einer grandiosen 64er-Runde (-8) und dem Gesamtscore von 133 Schlägen (-11) an die Spitze des Leaderboards. Der Schotte ging mit einem Vorsprung von drei Strokes auf den Engländer Wolstenholme (69/-3) in den Finaltag. Der Deutsche Thomas Gögele und der Engländer Andrew Raitt, die am Samstag jeweils eine 68er-Runde (-4) in das Clubhaus brachten, lagen als Dritte einen weiteren Schlag zurück. Der Brasilianer Adilson Da Silva, der nach dem ersten Tag geführt hatte, fiel mit einer 73 (+1) bei gesamt sechs unter Par auf Platz fünf zurück, den er sich mit den Südafrikanern James Kingston und Chris Williams teilte. Brier zeigte sich gegenüber der 76 (+4) zum Auftakt verbessert, für die große Aufholjagd reichte seine 70er-Runde (-2) allerdings nicht. Petrskovsky spielte eine 76er-Runde (+4) und reihte sich in der Zwischenwertung mit dem Total von 147 Schlägen (+3) an der 43. Stelle ein. Einen weiteren Schlag zurück rangierte Manson nach einer 73er-Runde (+1) auf Platz 47, der Salzburger Amateur Bauer (79/+7) nahm Rang 62 ein. Für Aufsehen sorgte Juan Quiros, der auf den Bahnen 10 (Par 5) und 11 (Par 4) zu einem spektakulären Eagle-Doppelpack ausholte. „Das gelingt sonst ja nur Bernhard Langer, heute habe ich es auch geschafft“, lächelte Quiros sichtlich zufrieden mit der Leis­tung.

Voller Triumph

Den Sieg wiederum ließ sich McIntosh am Schlusstag nicht mehr nehmen. Der 53-jährige Schotte, der bereits als Führender in die Schlussrunde des mit 250.000 Euro dotierten Legends-Tour-Turniers gegangen war, feierte dank einer 73er-Runde (+1) mit dem Gesamtscore von 206 Schlägen (-10) seinen ers­ten großen Triumph als Professional. Der Südafrikaner James Kingston, der am Finaltag das Leaderboard zwischenzeitlich angeführt hatte, begrub mit zwei Bogeys auf den Löchern 15 und 16 seine Siegchancen und landete nach einer 69er-Runde (-3) mit einem Schlag Rückstand auf McIntosh auf Rang zwei. Platz drei teilten sich der Schwede Joakim Haeggman, der Franzose Marc Farry und der Brasilianer Adilson Da Silva (alle 208/-8). „Ich habe heute nicht gut gespielt und war vom Start weg sehr nervös. Alles, was ich probiert habe, damit es besser wird, hat eigentlich nicht funktioniert. Ich habe das Scoreboard die ganze Runde über nicht aus den Augen gelassen und daher immer gewusst, was ich tun muss. Dass ich bei diesem Turnier, das definitiv das beste auf der Tour ist, meinen ersten Profisieg feiern darf, ist fantastisch“, jubelte McIn­tosh und freute sich nebenbei über einen Siegerscheck in Höhe von 37.500 Euro sowie nach Masters-Vorbild auch über eine Jacke des steirischen Traditionsunternehmens Mothwurf. In den 90er-Jahren versuchte er als Profi auf der European Tour Fuß zu fassen. Als dies nicht gelang, ging er einem anderen Beruf nach und wechselte wieder in das Amateurlager. Dort gewann er 2018 als ältester Spieler seit 35 Jahren die schottischen Amateur-Meisterschaften und bereitete sich zudem gezielt auf den Einstieg auf die Legends Tour vor, den er über die Qualifying School 2019 auch tatsächlich schaffte.

Sieger Euan McIntosh (3. v.l) freute sich mit Veranstalter, Bürgermeister und Co.

 

Nicht Aufgehoben

Markus Brier blieb am Schluss­tag eine Runde in den Sechzigern verwehrt, der Wiener schloss sein Heimturnier mit einer 71 (-1) und dem Total von 217 Schlägen (+1) als 36. ab. „Die Chance auf eine Topplatzierung war schon mit der 76 am ersten Tag dahin, da ist auf den zweiten neun Löchern gar nichts zusammengelaufen. Mein langes Spiel in dieser Woche war bestenfalls durchschnittlich und zum Gewinnen nicht gut genug. Das größere Problem war aber das Putten. Ich habe zu viele kurze Putts verschoben und auch keine langen gelocht. Jetzt muss ich daran arbeiten, dass ich das Putten wieder hinbekomme“, meinte Brier, der das Unterfangen Heimtriumph auf der Legends Tour aber nicht ad acta legt. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – ich werde weiter versuchen, auch bei den Legenden einen Sieg in Österreich zu feiern“, so Brier. Zweitbester Österreicher bei den Riegler & Partner Legends 2022 wurde Gordon Manson, der am Schlusstag mit einer 70 (-2) seine beste Runde spielte und mit gesamt zwei über Par in der Endabrechnung auf Platz 40 landete. Murhof-Amateur Alexander Petrskovsky beendete sein Heimturnier mit einer 77 (+5) und reihte sich mit 224 Schlägen (+8) an der 57. Stelle ein. Der Salzburger Amateur Charly Bauer benötigte am Sonntag 73 Schläge (+1) und belegte mit gesamt neun über Par Rang 59. Vielleicht schneiden sie nächstes Mal ja noch besser ab!

Markus Brier mit Nachwuchs-Caddie Caterina Egger beim Audi-Showdown.

 


Bildnachweis: © © GEPA-pictures/Riegler & Partner Legends, © GEPA-pictures/Riegler & Partner Legends, © GEPA-pictures / Riegler & Partner Legends, © GEPA-pictures/Riegler & Partner Legends.

Georg Sander
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