Spiethakulär

Spiethakulär

So cool kann Golf sein. Jordan Spieth liefert mit seinem letzten Schlag bei der Travelers Championship die perfekte Show ab.

Irgendwie plätscherte die PGA- Tour-Saison nur so vor sich hin. Okay, der jüngste U.S.-Open-Sieg von Brooks Koepka war beeindruckend, und auch sonst gab es dank vieler neuer Gesichter auf der Tour reichlich Abwechslung in den Siegerlisten. Spektakuläre Schläge aber wie einst von Tiger Woods sind ganz ehrlich zur Mangelware geworden. Da traf es sich gut, dass Jordan Spieth sich für seinen 10. Sieg auf der PGA Tour etwas ganz Besonderes hat einfallen lassen.

Laut, aber fair

Denn der Jubel, den der junge Amerikaner mit seinem gelochten Bunkerschlag im Stechen gegen Daniel Berger bei der Travelers Championship entfachte, sucht von der Emotion und Lautstärke her zumindest 2017 seinesgleichen. Mit dem bisherigen Schlag der Saison erinnerte Spieth die Zuschauer, zu welch spektakulären Taten er mit seinen nur 23 Lenzen in der Lage ist. Und er erinnerte daran, dass man Show- und Sportmann zugleich sein kann. Kaum hatte er nach dem gelochten Schlag seinen Schläger weit weg gepfeffert und Caddie Michael Greller gechestbumpt, bat Jordan die Fans um Ruhe. Schließlich hätte Spieths Spezl und Kontrahent Daniel Berger mit einem langen Putt das Stechen in die Verlängerung schicken können. Doch Berger verpasste, gratulierte und postete wenig später mit Hinsicht auf den Presidents Cup auf Twitter. „Ich hoffe, das nächste Mal, wenn Jordan so spektakulär einlocht, hab ich auch einen Grund, ihn zu chestbumpen.“

Das kann nur Jordan

„Das war ein Schlag fürs Sammelalbum. Ich hatte heute eine Menge Glück und habe es verstanden, die daraus entstandenen Vorteile zu nutzen“, kommentierte Spieth wenig später seine Finalrunde. Dabei erinnerte der Texaner an gleich mehrere Schläge, die in der Finalrunde statt des Grases auch das Wasser hätten finden können. Auch sein Abschlag auf der 18 im Stechen, den Spieth weit nach links verzog, lag wenig später immerhin spielbar. Und Jordan „macht dann eben Sachen, die nur Jordan kann“, wie Daniel Berger, nachdem er sich ein wenig gesammelt hatte, zu Protokoll gab. „Ich bin mir sicher, ich werde mir in den nächsten Tagen eine Menge von Berger anhören müssen, und das zu Recht“, scherzte Jordan Spieth über die vielen glücklichen Ereignisse, die ihm auf dem TPC River Highlands in Cromwell zuteilwurden. Andererseits hat sie sich der wirklich sympathische Amerikaner auch einfach verdient.

Golf Week Redaktion
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