Sonnige Aussichten

Sonnige Aussichten

Obwohl Jordan Spieth bei den diesjährigen FedEx Cup Playoffs noch nicht gewinnen konnte, liegt er in Front. Justin Thomas und Dustin Johnson auf seinen Fersen versprechen viel Spannung.

Obwohl Jordan Spieth nach den ersten beiden Stationen der FedEx Cup Playoffs 2017 als aktuelle Nummer eins im Ranking dasteht und damit beste Chancen hat, sich erneut den Jackpot von wahnsinnigen 10 Millionen Dollar zum Ende der Saison zu holen, ist er ein wenig grantig.

Zweimal Rang zwei

Das liegt unter anderem daran, dass der Texaner weder beim Auftaktturnier, der The Northern Trust (früher The Barclays), noch bei der zweiten Station, der Dell Technologies Championship (früher Deutsche Bank), als Sieger vom Platz ging, sondern beide Events als erster Verlierer beendete. Und das, obwohl der 24-jährige Ausnahmegolfer sowohl im Glen Oaks Club in Old Westbury, NY als auch auf dem TPC Boston in Norton, MA, beste Chancen hatte, sich gleich zum Start der „10-Millionen-Dollar Challenge“ beide Turniere unter den Nagel zu reißen.

Sieg verspielt

In Glen Oaks zeigte sich Jordan in bester Spiellaune und beherrschte drei Tage lang die Konkurrenz nach Belieben. Sein bester Freund, der Putter, funktionierte hervorragend und so begab sich Spieth mit einem komfortablen Vorsprung auf die Konkurrenz in die Schlussrunde. Dort sah nach den ersten Bahnen alles nach einem Start-Ziel-Sieg für den dreifachen Majorsieger aus, ehe er mit einem Doublebogey auf der 6 und einem Bogey auf der 9 urplötzlich ins Wanken geriet. „Die Schlagverluste waren natürlich unnötig und damit habe ich den anderen quasi die Tür wieder aufgemacht“, so Spieth.

DJ VS JS

Hereinspaziert kam mit Dustin Johnson die nach dem Augusta-Treppensturz anscheinend vollständig regenerierte Nummer eins der Welt. Da beide im letzten Flight gestartet waren und Spieth ja bekanntlich zum Ende der Frontnine Federn ließ, wurden die hinteren Neun zu einem spektakulären Schlagabtausch zwischen DJ und JS. Weder Johnson noch Spieth gaben auch nur einen Millimeter nach und kamen nach wirklich spektakulärem Golf schlaggleich auf die finale Bahn (Par 4). Dort erkämpfte DJ trotz verzogenem Drive noch ein sensationelles Par und da auch Spieth nach seiner verzogenen Annäherung nicht mehr als eine Vier zu bieten hatte, ging es bei der The Northern Trust gleich einmal ins Stechen. Erneut stand die 18 auf dem Programm, an der die Fans Zeugen eines der wohl besten Drives des Jahres wurden.

Über den Teich

Denn anstatt das Fairway rechts anzupeilen, drosch Dustin Johnson den Ball 300 Meter über den Teich („der Wind hatte sich gedreht und so konnte ich es versuchen“) und hatte anschließend einen gefühlten Chip aufs Grün. Diesen legte er bis auf 1,5 Meter ans Loch und ließ nicht nur die Zuschauer, sondern auch Jordan Spieth nach einem denkwürdigen Birdie zum Sieg sprachlos zurück. „Das war ein harter Kampf heute mit Jordan. Vor dem Masters habe ich mich in Topform befunden und jetzt scheint sie wieder da zu sein. Die Drives waren meistens sehr gut und ich glaube, ich habe die ganze Woche über nur vier Bogeys gespielt. Ich arbeite nach wie vor viel an meinem Wedge-Spiel, denn da kann ich Boden gutmachen, denn meistens habe ich nach einem guten Drive einen Wedge ins Grün. Es ist ein gutes Gefühl, gewonnen zu haben und ich habe diesen Sieg auch mehr gebraucht als Jordan. Der hat ja in diesem Jahr sehr gut gespielt und immerhin auch schon die Open gewonnen“, so Johnson.

Nerven im Griff

Auch die Art und Weise, wie DJ am Ende in den entscheidenden Momenten die Nerven behielt, gefiel dem Longhitter. „Bei den meisten meiner bisherigen Titel hatte ich an der 18 zwei easy Putts zum Sieg. Heute musste ich einmal richtig arbeiten und jeder Schlag zum Ende musste sitzen. Das hat sich angefühlt, als hätte ich mir den Titel richtig erkämpft und das hat mir natürlich Spaß gemacht“, zeigte sich DJ mehr als zufrieden. Etwas geringer fiel die Freude logischerweise bei Jordan Spieth aus, der zähneknirschend zu Protokoll gab, dass nicht er das Turnier verloren habe, sondern DJ es gewann.

Neuer Versuch

Doch schon in der Woche darauf hatte Jordan Spieth beste Chancen, seinen Schnitzer von der Vorwoche wieder wettzumachen, als er sich mit nur zwei Schlägen Rückstand auf Spezl Justin Thomas in die Finalrunde der Dell Technologies Championship aufmachte. Mit einem Birdie-Eagle-Birdie-Birdie zu Beginn untermauerte der junge Texander seine Titelambitionen, doch auch Justin Thomas und der Australier Marc Leishman erwischten einen guten Start und blieben dran. Die Entscheidung über den Sieg fiel wie so oft auf der Backnine – wo sich Leishman (+5) gleich einmal völlig aus dem Rennen schoss. Im Duell der Freunde hielt anschließend Justin Thomas sein Spiel besser zusammen und holte sich nach dem großen Wurf bei der PGA Championship in Charlotte nun auch seinen ersten FedEx Cup Playofftitel. „Es stehen noch zwei Turniere aus, und natürlich freue ich mich über diesen Sieg. Aber im Moment kann ich es kaum erwarten, nach Hause zu fahren und mit meinem guten Kumpel Tom Lovelady zu feiern. Der hat sich nämlich gerade die Tourkarte für 2018 gesichert“, stellte Justin Thomas seine Prioritäten klar.

Verflixtes 5er-Eisen

Für Jordan Spieth blieb nach einer erneuten Schwächephase auf den hinteren neun Bahnen nebst „drei verzogenen 5er-Eisen“ wieder nur der zweite Rang.
Allerdings nahm Spieth diesen im Gegensatz zur Vorwoche ein wenig gelassener als noch in Glen Oaks zur Kenntnis. „Ich freue mich für Justin, er hat heute einfach keine Fehler gemacht. Egal wie diese Saison endet, ob ich nun am Ende die Playoffs gewinne oder nicht, es wird die bisher zweitbeste meiner Karriere sein. Mein ganzes Spiel und vor allem mein Putten fühlt sich wieder richtig gut an. Um ganz ehrlich zu sein, es fühlt sich schon fast so an wie 2015 und das freut mich sehr“, zeigte sich der neue Führende im FedEx Cup selbstbewusst.

Starke Konkurrenz

Das Rennen um die Playoff-Krone, welches vom 14. bis 17. September bei der BMW Championship im Conway Farms GC in Lake Forest, IL fortgesetzt wird, bleibt auf jeden Fall spannend. Mit der Nummer eins der Welt, die wieder 300-Meter-Abschläge produzieren kann, und Spezl Justin Thomas, der in diesem Jahr nun bereits fünf Siege verbuchen konnte, hat er starke Konkurrenz.

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