Shanomac legt los

Shanomac legt los

Der Ire Shane Lowry beendet bei der BMW Championship in Wentworth seine Durststrecke. 

Eigentlich sollte man bei Turnieren wie der BMW Championship in Wentworth in erster Linie sein Augenmerk auf das sportliche Geschehen legen. Doch das Flagship-Event der DP World Tour wusste sich in der Vergangenheit auch schon mit toll besetzten Pro-Ams und jeder Menge Show rund um das Turnier in Szene zu setzen. Dieses Jahr jedoch gelangte mit dem seit Monaten die Golfgazetten beherrschenden Thema „LIV Golf gegen den Rest der Welt“ eine gehörige Prise „Schärfe“ vor die Tore Londons, die das sportliche Geschehen leider wieder einmal in den Hintergrund rückte. 18 LIV-Spieler hatten sich für Wentworth gemeldet. Martin Kaymer fühlte sich nicht willkommen und ging erst gar nicht an den Start, während Sergio Garcia nach Runde eins zurück zog.

Störfaktoren

„Es gibt hier ein paar Jungs, deren Anwesenheit mir keine Freude macht, wenn ich ehrlich bin. Ich finde es nicht gut, dass sie hier in Wentworth mitspielen. Was mich in den letzten Monaten am meisten gestört hat, war, wie einige Spieler es einfach nur darauf angelegt haben, die gute Stimmung zu stören. Ich kann verstehen, dass sie hier sind, um Weltranglistenpunkte zu sammeln, aber mich beschleicht einfach das Gefühl, dass es eben nicht nur darum geht, sondern auch, um schlechte Stimmung zu machen“, lederte der Ire Shane Lowry ungewohnt direkt gegen seine ehemaligen Tourkollegen.

BMW-Championship-Titelverteidiger Billy Horschel hielt sich ebenfalls nicht mit Kritik zurück und bezeichnete die LIV-Tour-Spieler, die in Wentworth an den Start gingen, als Heuchler. Außerdem ließ sein Disput mit Ian Poulter auf dem Puttinggrün die Twitter-Golfkanäle heiß laufen.

Rory teilt mit aus

Und auch Rory McIlroy ließ es sich nicht nehmen, seinen ehemaligen Tourkollegen bei einer Pressekonferenz ordentlich einzuschenken.  „Sie werden versuchen, um den Sieg mitzuspielen. Allerdings werden sie am Sonntag ziemlich müde sein“, so Rory mit der Anspielung darauf, dass die LIV-Golfturniere ja nicht über vier, sondern nur über drei Runden ausgetragen werden. 

Rory McIlroy verpasste ganz knapp ein Stechen und wurde T2 zusammen. Mit Jon Rahm, der mit seiner 62er-Finalrunde mächtig Boden gutmachte.

 

Golf nicht vergessen

Ja, und Golf wurde bei all dem Gossip natürlich auch noch gespielt. Durch den plötzlichen Tod von Königen Elisabeth II allerdings tatsächlich nur drei Runden. Nach der Nachricht über das Ableben der Queen wurde das Golfspiel am Donnerstag sofort eingestellt und der Freitag aus Respekt gegenüber ihrer Majes­tät komplett abgesagt. Danach ging das Turnier ab Samstag wieder seinen gewohnten Gang und endete zum Glück am Sonntag mit einem Sieger aus dem Lager der „Guten“. Kein einziges Bogey notierte Shane Lowry über drei Tage auf seiner Scorekarte und entschied die BMW Championship mit einem Birdie auf der 18. Insgesamt 17 unter Par lag der Open-Sieger von 2019 am Ende und damit hauchdünn einen Zähler besser als Rory McIlroy und Jon Rahm, der das Feld mit einer Fabelrunde von 62 Schlägen am Finaltag gewaltig von hinten aufrollte. 

Auf Wolke 7

„Ich bin momentan der glücklichste Mensch der Welt. Zu Beginn der Woche hatte ich mich ja bereits über das Thema mit LIV geäußert, aber ich wollte dieses Turnier natürlich in erster Linie für mich gewinnen. Aber ich wollte auch ein Zeichen setzen für unsere Tour und die Spieler, die ihr weiter die Treue halten. Ich habe das Gefühl, dieser Sieg ist für die guten Jungs“, freute sich Lowry über seinen ersten Titel seit drei Jahren, der nach seinen guten Leistungen in der Vergangenheit längst überfällig schien. Da mit Wentworth auch die offizielle Qualifikation fürs Team Europe beim Ryder Cup 2023 in Rom begann, hat der Ire schon jetzt ausgezeichnete Karten, ein weiteres Mal dabei zu sein. 

LIV vorne dabei

Abschließend sei trotzdem aber noch erwähnt, dass mit Talor Gooch bei 15 unter Par einer der LIV-Spieler den alleinigen vierten Platz belegte, dessen Anwesenheit schon im Vorfeld für viel Kritik sorgte. Nicht auszudenken, hätte der Amerikaner am Ende in Wentworth sogar gewonnen. „LIV vs Rest of the World“ beherrschte jedenfalls auch in England einmal mehr die Medien. Eine Fortsetzung dieses Duells  folgt garantiert. 


Bildnachweis: © Sportcom/Getty Images.

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