Rund um die Welt

Rund um die Welt

1921 ließ die erste Kreuzfahrtlinie eine Weltumrundung vom Stapel. Die war schnell ausgebucht. Eine Hommage ans schwimmende Hotel!

Die ersten Kreuzfahrten gehen bis tief ins 19. Jahrhundert zurück. Die Erfindung der Kreuzfahrt wird der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company zugeschrieben, heißt es. Dieses Unternehmen begann als Schifffahrtslinie zwischen England und der Iberischen Halbinsel. 1840 nahm es den Postdienst nach Alexandria auf. Ab 1844 bot es Luxuskreuzfahrten nach Gibraltar, Malta und Athen an. P&O Cruises gelten als ältestes Kreuzfahrtunternehmen Europas. Eine Erfolgsgeschichte! Bereits wenige Jahrzehnte später kam es dann zur ersten urlaubsmäßigen Weltumrundung. 1921 gab es von New York aus die erste Ausschreibung einer derartigen Reise. Für 1500 US-Dollar pro Person, was einem heutigen Wert von umgerechnet etwa 19.000 Euro entspricht, bekamen die Passagiere damals eine 130-tägige Weltumrundung der Superlative. Sie fuhren zuerst von New York durch die Karibik, den neuen Panamakanal und über den Pazifik. Dann kehrten sie über Japan und Indien, den Suezkanal, das Mittelmeer und den Atlantik zurück. Diese Reise war schnell ausgebucht, auch wenn es eben ein riesiger Batzen Geld war. 

Kreuzfahrten haben eine lange Historie und sind nach wie vor sehr beliebt.

 

Purer Luxus

Das Schiff von Cunard Line spielte alle Stückln. Statt über 2.000 Passagieren wurden nur 450 mitgenommen, um den Luxus zu garantieren. Die Laconia war damals zudem mit einer Länge von 190 Metern, 22 Meter Breite und 19.680 Brutto­registertonnen eines der größten Schiffe ihrer Zeit. Es gab bereits Badezimmer mit fließendem Wasser in den bis zu 100 Quadratmeter großen Kabinen. Vergnügen konnte man sich in Bibliothek, Schreibzimmer, Veranda-Café, glasüberdachten Garten-Lounges, einem Tauchbecken und einem Fitnessraum an Deck. Alles ein damals quasi unbekannter ­Luxus. Dabei war Cunard Line nicht einmal der erste Anbieter. 

Weltreisen waren schon früher ein Thema,  der deutsche Hapag-Reeder Albert Ballin hatte solche seit 1898 Jahr für Jahr geplant, musste sie aber wegen vieler Widrigkeiten immer wieder verschieben. 

1908 charterte jedoch die US-Reise­firma Clark seinen Hapag-Dampfer Cleveland für die allererste ­Weltreise eines Kreuzfahrtschiffes von New York aus. Weil aber der Panamakanal damals noch nicht gebaut war, endete diese Schiffsreise bereits in San Francisco am Pazifik, und die Gäste mussten mit dem Zug weiterfahren. Der Erste Weltkrieg unterbrach die Thematik dann in weiterer Folge, dann schlug ­Cunard Line zu und bot als erster Anbieter eine derartige Reise an, die begeisterte.

Viele Möglichkeiten

Pandemie hin oder her, Kreuzfahrten sind mittlerweile ein fixer Bestandteil des Urlaubsangebotes. Sei es um die Welt mit einem schwimmenden Hotel, sei es mit kleineren Booten in der Ägäis oder an der französischen Küste. Es ist ein Luxusgefühl, etwas, was mittlerweile nicht nur für die große Geldtasche ein Thema ist, sondern quasi für jedermann leistbar, wenn man das will. Und es passt auch gut zum Golfen, den auch hier geht es um den Genuss, das schöne Leben. Der große Vorteil bei einer Golfkreuzfahrt liegt auf der Hand: Es kann nicht nur ein Platz angesteuert werden, sondern viele verschiedene, die Anbieter machen es den Kunden so angenehm wie möglich. Und wie sonst kann man in den Genuss eines schwimmenden Hotels kommen und sich Städte wie Nizza, Marseille, Genua, Barcelona, und wie sie sonst noch alle heißen, auch noch ansehen.

Anlegen und an Land gehen, dazwischen an Bord schlafen. So gefällt das vielen.

 

Reisen, aber anders

Die Kreuzfahrt hat sich aber natürlich gewandelt. Die Schiffe wurden größer, Massentourismus führte auch zu Kritik, ebenso der Umstand, dass die Ozeanriesen viel Treibstoff brauchen. Allerdings stellen sich die Anbieter diesen Themen. Ein Beispiel? Mit AIDAnova hat der bekannte Anbieter 2018 das erste Kreuzfahrtschiff der Welt in Dienst gestellt, das vollständig mit emissionsarmem Flüssigerdgas (LNG) betrieben wird. Man hat die Zeichen der Zeit also erkannt. Selbiges betrifft natürlich auch die Corona-Pandemie. Die Anbieter setzen auf Impfungen, andere auf PCR-Tests, dann wird nochmals mittels Antigen-Test nachgesehen, ob wirklich alle negativ sind. Schließlich muss die Sicherheit für alle Gäste gewährt bleiben. Die Kunden honorieren das. 87 Prozent der deutschen Kreuzfahrer wollen sich gegen Corona impfen lassen, um wieder in See stechen zu können. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage unter 4000 Kreuzfahrern des Portals Kreuzfahrtberater. Es wird wieder gereist, aber eben ein bisschen anders als gewohnt.

2021 wird Kreuzfahren anders sein. Mancher Reeder verlangt die Impfung.

 

In See stechen 

Mit all diesen Vorsichtsmaßnahmen und der so notwendigen Nachhaltigkeit steht demzufolge einer Kreuzfahrt also auch schon ab dem Sommer so gut wie nichts mehr im Wege. Was vor 180 Jahren begann und vor rund hundert Jahren mit der ersten Weltumrundung begann, wird auch in den kommenden Jahren noch eine schöne Möglichkeit sein, einige unbeschwerte Tage, umrundet von den schier unendlichen Weiten der Weltmeere, zu verbringen. Und zwischendurch eben vielleicht auch aufzuteen.


Bildnachweis: © Getty Images.

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