Rory, nur das Beste

Rory, nur das Beste

Am 4. Mai wurde Rory McIlroy 33 Jahre alt. Anlass genug, ein paar Storys über ihn zu erzählen.

Wer auch nur einmal zufällig mit Golf in Berührung gekommen ist, wird nebst Tiger Woods heutzutage wohl auch Rory McIlroy kennen. Der Nordire ist eine der prägendsten Figuren des Sports in der Gegenwart und feierte am 4. Mai seinen 33. Geburtstag. Was gibt es also Besseres, als McIlroy abseits großer Fakten kennen zu lernen? Etwa: Im Alter von acht Jahren hatte er seinen ersten großen TV-Auftritt. Er chippte Bälle in eine Waschmaschine, das übte er aber schon im Alter von drei, also eigentlich kein großes Ding. Oder: Angeblich hatte sein Papa 2004, als der kleine Rory gerade einmal 15 Jahre alt war, 200 Pfund auf einen Triumph seines Sohnes bei der British Open innerhalb der nächsten zehn Jahre gesetzt und so, wenn’s stimmt, 2014 100.000 Pfund eingestrichen. Bereits mit 22 Jahren hatte der Sohnemann selbst die Marke von zehn Millionen Euro Preisgeld auf der European Tour geknackt. Aber das ist zu golfig. McIlroy ist übrigens Manchester- United-Fan, hat dort also zuletzt eher wenig zu lachen.  Zu seinem Glück mag er aber auch Rugby und Boxen, um sich abzulenken. 2015 verletzte sich der Sportfan übrigens sogar beim Fußball und konnte seinem Titel bei The Open nicht verteidigen. Privat knirschte es schon im Jahr davor. Er war mit Tennisstar Caroline Wozniacki aus Dänemark sogar verlobt, 2014 beendete er die Beziehung aber überraschend. Inzwischen ist er seit 2017 mit Erica Stoll verheiratet, einer ehemaligen Mitarbeiterin der PGA of America. Beide haben eine gemeinsame Tochter namens Poppy. Kommen wir wieder zum Business: Gemeinsam mit NBC Sports hat er 2019 die Marke GolfPass entwickelt, ein digitales Abonnement, das Golfern helfen soll, ihr Spiel zu verbessern. Die Plattform bietet für 99 Dollar pro Jahr mehr als 4000 Tipps von Trainern. Vor zwei Jahren schätzte das Forbes Magazine McIlroys Vermögen auf 52 Millionen Dollar. Damit würde er zu den 15 reichsten Sportlern der Welt gehören. Alles in allem: Happy Birthday, Mr McIlroy!

Unverändert seit 89

Ebenfalls 33 Jahre alt wird jemand bzw. etwas anderes: die Trophäe des BMW International Open. Die Eckdaten: Der Pokal ist 50 Zentimeter hoch, zehn Zentimeter breit und acht Zentimeter tief. Dabei wiegt das hübsche Ding 6,5 Kilogramm und hat einen Wert von rund 2500 Euro. Die Trophäe hat seit der ersten Austragung der BMW International Open im Jahr 1989 ein unverändertes und zeitloses Design, wie es gegenüber golf.de heißt. „Lediglich das BMW-Logo im Glasteil und der Schriftzug ,BMW International Open‘ wurden im Lauf der Jahre an die wechselnde CI der BMW Group angepasst.“ Dabei trickst man ein bisschen. Der Pokal bleibt im Original bei BMW, der Sieger erhält eine Kopie im Maßstab 1:1. Entworfen wurde das schöne Stück von der Firma Schlagheck Design aus München Oberhaching, regionale Handwerkskunst also.

Feiern mit John

Doch das sind nicht die einzigen Dinge bzw. Menschen, die dieser Tage Geburtstag feierten. Golflegende John Daly wurde am 28. April 56 Jahre alt. Er sang sich, natürlich online ersichtlich, ein Ständchen. Es war eine Eigenkomposition und freilich gab es auch ein Bierchen dazu. Der zweifache Major-Sieger (1991, 1995) sorgte im Laufe seiner mittlerweile lang dauernden Karriere für den einen oder anderen Skandal. Er fiel durch Alkoholespakaden auf, verspielte über 50 Millionen Dollar im Casino, man nannte ihn „Wild Thing“, „Anarcho-Athlet“ oder „Punk-Golfer“. Daly, nicht gerade der Modellathlet, soll einmal gesagt haben: „Ich habe doch nicht all die Partys sausen lassen, um es jetzt als Profi zu verkacken.“ Unvergessen ist sein ers­ter großer Auftritt bei den PGA Championships in Indiana 1991. Er kam im Wohnwagen, mit exotischer Kleidung und Bierdose. Das sorgte damals logischerweise für Probleme. Am Ende lachte aber John Daly, den er holte sich den Sieg. Warum man ihn, den Mann mit offensichtlichen Gewichts-, Alkohol- und Spielproblemen, durch die Jahre trotzdem liebgewonnen hat? „Daly hat Menschlichkeit in den Golfsport gebracht“, schrieb Le Monde und der Guardian beschrieb ihn als „Outlaw der Massen“ und „Mann des Volkes“. Übrigens hat er all die Eskapaden 2009 beendet und sich in den Griff bekommen, sammelt Spenden für Kinder. Auf noch viele Jahre, du bunter Vogel, der dem damals noch so steifen Golfsport eine da und dort zu gehörige Portion echtes Leben einschenkte!

Sehr bunter, runder Vogel: John Daly feierte seinen 56. Geburtstag.

 

Apropos Geld

Nicht nur schlechtes Spielen im Casino kostet Geld, sondern auch eine Scheidung. Das betrifft eine andere Golfgröße: Phil Mickelson. Alain Shiphnuck schrieb eine – nicht authorisierte – Biografie über „Lefty“ und die hat es in sich. Die Biografie, die nun im Mai auf den Markt kommen soll, weiß: Zwischen 2010 und 2014 soll der Golfstar 40 Millionen Dollar durch Glücksspiel verloren haben. Das wurde vorab als Teaser auf der Website Firepit Collective veröffentlicht. Aufgedeckt wurde der Verlust von der öffentlichen Hand, die im Rahmen einer Finanzprüfung tätig geworden war. Diese hatte im Rahmen einer Untersuchung zu illegalem Insiderhandel stattgefunden, bei der Mickelson aber nicht angeklagt ist. Zuletzt war es zwar ruhiger geworden, aber der Golfer fiel zuletzt auch wegen einer anderen Geldsache auf: der Tour in Saudi-Arabien. Zunächst waren einige seiner Aussagen so gelesen worden, dass er dort teilnehmen könnte. „Lefty“ stellte aber dann mit deutlichen Worten einiges klar zu der Möglichkeit, dort zu golfen. In einem Interview sagte er just gegenüber Shipncuk über die Ausrichter: „Sie sind beängstigende Motherf***er, mit denen man sich beschäftigen muss. Sie töteten Khashoggi (saudi-arabischer Journalist, Anm. d. Red.) und haben eine schreckliche Menschenrechtsbilanz. Sie exekutieren Leute dort drüben, weil sie schwul sind. Warum sollte ich das überhaupt in Betracht ziehen dort zu spielen, wenn ich all das weiß?“ Nicht alle Golfer sehen das wie Mickelson, aber die Liga selbst gab sich konsterniert ob der Worte. „Es steht außer Frage, dass uns das Mickelson-Interview sehr geschadet hat“, sagte CEO Greg Norman gegenüber ESPN. Mehr schadet wohl, dass die PGA Tour vergangene Woche erklärte, dass sie den Spielern eine Teilnahme am Auftaktevent der millionenschweren LIV Golf Invitational Series in London verbietet.

Phil Mickelson hat klare Worte zu Saudi-Arabien und Golf gefunden.

 


Bildnachweis: © Sportcomm/Getty Images, © Screenshot Instagram.

Georg Sander
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