Reiche Menschen

Reiche Menschen

Menschen im Sport können viel Geld verdienen. Also wenn man sie lässt oder sie es auch wollen.

Wayne Rooney ist ein begnadeter Fußballspieler, nach der ganz großen Karriere, unter anderem bei Manchester United, ist er nun Spielertrainer bei Derby County. Doch wie nicht wenige Kicker ist Rooney nicht nur mit dem großen Lederball per du, sondern auch mit dem kleinen Golfball. Handicap 16 soll er haben. Und weil er mittlerweile mit 34 im Fußball zum alten Eisen gehört, baut er für die Zeit mit dem Eisen in der Hand vor. Laut einem Bericht in der englischen Zeitung „The Sun“ kaufte er nicht nur ein Anwesen mit nicht ganz 50 Hektar, sondern plant auch einen Golfplatz, der laut dem Bericht alle Stückln spielen soll. Und warum eigentlich? Die „Sun“ nennt eine Quelle, die meint: „Wayne ist total golfverrückt, und seine älteren Söhne lieben das Spiel auch.“ Aber gut, umgekehrt sollten für über 20 Millionen Euro schon ein paar Dinge mit dabei sein. Im Preis inkludiert sind etwa ein kleines Fußballfeld und zwei Angelteiche.

Reichste Golfer

Doch nicht nur golfverrückte Fußballer verdienen viel Geld, sondern auch golfverrückte Golfer. Das zeigt sich in der Rangliste des Magazins „Forbes“, das den Verdienst der hundert reichsten Sportler von 1. Juni bis 1. Juni des Folgejahres erhebt und die Liste Ende Mai veröffentlichte. Gut, ganz oben steht Tennis-Ass Roger Federer (106,3 Mio. USD) vor den Kickern Cristiano Ronaldo (105), Lionel Messi (104) und Neymar (95,5), dann folgt Basketballer LeBron James (88,2). Auf Platz acht folgt dann mit Tiger Woods der erste Golfer. Er strich 62,3 Millionen US-Dollar ein. Rory McIlroy ist 14., mit 52 Millionen US-Dollar. Phil Mickelson kommt auf Rang 25 (40,8), Jordan Spieth auf Platz 52 (27,6). Golferinnen sucht man auf der Liste vergebens, aber das ist ein generelles Thema. Unter den Top 100 befinden sich insgesamt nur zwei Frauen. Naomi Osaka (Tennis, Rang 29, 37,4 Millionen USD) und Serena Williams (Tennis, Rang 33, 36 Mio.).

Völlig dumm

Eine andere Art der Ungerechtigkeit orten Golfer der European Tour. Als bekanntgegeben wurde, dass die Golfweltrangliste wiederaufgenommen wird, machten sich einige Golfer auf Twitter mit Statements bemerkbar. Denn: Auch wenn die PGA dieser Tage wieder startet, gilt das längst nicht für alle. Mike Lorenzo-Vera twitterte: „Ich glaube, es sollte erst wieder gestartet werden, wenn alle wichtigen Touren in Europa, Asien, Südamerika, Südafrika, Australien und den USA wieder zurück sind. Ich kann mir kaum vorstellen, dass da ein paar Typen am Tisch sitzen und das für eine gute Entscheidung halten.“ In ein ähnliches Horn stieß Brandon Stone: „Ich finde das allen Touren gegenüber sehr respektlos.“ Matt Fitzpatrick meinte: „Sehr unfair, ich ver­stehe es nicht.“ Am pointiertesten fasste es aber Andrew „Beef“ Johnston in beinahe logischerweise folgende Worte: „Komplett dumm.“ Immerhin rang sich Beef durch, seine Freude über den Restart des Golfs auszudrücken. Und Lee Westwood hat das Schlusswort: „Vielleicht ist es Zeit, die Weltrangliste umzubennenen.“ Allerdings hatte die OWGR das einkalkuliert. Am Ärger der Betroffenen ändert das freilich nichts.

Andrew „Beef“ Johnston hat so seine eigene Meinung. Wie immer eigentlich.

 

Zweites Karriereende

Der deutsche Profigolfer Florian Fritsch beendet zum zweiten Mal seine Karriere. Das erste Mal machte er es quasi 2010, da der Münchner so eine Flugangst hatte. Doch er rang sich durch und spielte weiter, sein größter Erfolg war auf der European Tour ein vierter Platz beim British Masters 2017. Sechs weitere Top-Ten-Ergebnisse stehen in seiner Vita. Auf der Challenge Tour wurde er bei 75 Starts fünfmal Zweiter. Alles per Bus und Bahn. In einem Facebook-Posting schrieb er nun: „Schön war’s! – und somit endet meine Karriere als aktiver Berufsgolfspieler. Danke an alle, die mich in den letzten 24 Jahren professionell sowie privat auf meinem Weg begleitet haben. Danke an meine Eltern und meinen Bruder, dass sie mir geholfen haben, einen Weg zu beschreiten, der sehr besonders war und ist. Danke an meine Trainer für euer Engagement, eure Ruhe und Gelassenheit, wenn ich mal anfing zu hyperventilieren!“ Es folgten weitere Danksagungen und ein augenzwinkernder Schluss: „Es gibt noch eine Menge Menschen, denen mein Dank gehört, aber ich kann nicht alle hier reinbringen, ohne jemanden leider zu vergessen. Ich wünsche euch allen alles Gute, und vielleicht sieht man sich irgendwann mal wieder auf den Fairways (oder Roughs …) der Welt!“

Verbrechen & Problem

Andere spielen klarerweise noch. Etwa Steve Stricker. Kapitän des Ryder-Cup-Teams der USA. Nachdem sich schon viele Europäer gegen eine Austragung ohne Fans ausgesprochen hatten, polterte er. „Dieses Event wird von den Fans gemacht. Ohne Fans wäre es fast ein gähnend langweiliges Event. Die Fans aus Wisconsin auszusperren wäre ein Verbrechen. Wenn der Ryder Cup stattfindet, hoffe ich, dass er sein volles Potenzial ausschöpfen kann.“ Ein ganz anderes Problem hat Vijay ­Singh. Der erfahrene und durchaus reiche Pro von den Fidschis (57 Jahre alt, mehr als 70 Millionen Dollar Karrierepreisgeld) hatte sich für ein Turnier der Korn Ferry Challenge angemeldet. Diese ist bekanntlich eher dazu gedacht, „ärmeren“ Golfern ein Preisgeld zu ermöglichen. Und eben nicht 57 Jahre alten Multimillionären. Den Ärger am lautesten twitterte Brady Schnell: „Hey, du bist ein echtes Stück Dreck, wenn du wegen Geld bei einem Korn-Ferry-Tour-Event spielst, und ich sage es dir direkt ins Gesicht.“ Ganz so ernst meinte er es dann doch nicht, er löschte den Tweet und entschuldigte sich später. Singh zog seinen Start zudem zurück.

Vijay Singh zog viel Zorn auf sich, weil er bei einem Turnier spielen wollte.

 

Die Dalys

Wie der Vater, so der Sohn. Beziehungsweise ist John Daly Jr mittlerweile besser. Er gewann die anspruchsvolle Dye National Junior Invitational. In einem Interview mit TMZ schwärmte Daly Sr von seinem Sohn: „Er schlägt dermaßen weit, trommelt die Bälle regelrecht raus, mittlerweile schafft er 300, 305 Yards. Er hat’s definitiv drauf. Immerhin schlägt er mich seit einem Jahr regelmäßig – unter Wettbewerbsbedingungen, von denselben Abschlägen und ohne geschenkte Putts.“ Die Dalys bleiben uns wohl erhalten.


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