Noch mehr Stoff

Noch mehr Stoff

Man kann als Influencer im Fernsehen landen, auf Wichtiges hinweisen oder nur Spaß haben.

Der Golfsport befindet sich im Wandel, wie der Rest der Welt auch. Ein Teil davon spielt sich auch in der digitalen Welt ab, und das wird vermutlich noch mehr werden, Stichwort Metaverse und Virtual Reality. So weit ist es aber noch nicht, noch ist es in, vor allem im Hochformat 6:9 Videos zu schauen. Woher kommen die? Natürlich von den Influencern, von denen es rund um das Spiel mit dem kleinen weißen Ball auch immer mehr gibt. Nicht nur deshalb, sondern weil die Videos auch durchaus Spaß machen, stellt die Golf Week weitere Vertreter dieser Art vor.

Elise Lobb

Quer über alle Plattformen verteilt folgen über 300.000 Menschen Elise Lobb. Doch nicht nur da, ist sie doch auch Star der „Swing Clinic“ beim US-amerikanischen Fernsehsender Fox. Wer sich die blonde Dame ansieht, könnte meinen: Das passt zum konservativen Weltbild des Senders. Ändert aber nichts daran, dass Lobb mit dem Schläger umgehen kann. Elise begann mit drei Jahren zu spielen und golfte ab dem Alter von zwölf Jahren in der sechsten Klasse für ihre Highschool-Mannschaft. Sie wurde von College-Trainern gescoutet, um an einem Golfprogramm teilzunehmen, entschied sich jedoch dagegen – da ihre Karriere bei Schönheitswettbewerben so richtig in Fahrt kam. Das Ziel aber war, eines Tages im Golffernsehen zu landen, und das geschah dann auch. Darüber hinaus ist sie zertifizierte Golf-Fitness-Spezialistin. Eine Hanna-Dampf-in-allen-Gassen also quasi. Neben Golfen, Influencen, TV-Moderation und Fitness-Tipps gibt es darüber hinaus auch noch Essenstipps auf ihrem Instagram-Kanal. Da ist wirklich was für jeden dabei, und es ist für den Golfsport von Vorteil, wenn Menschen aus anderen, wie man so schön sagt, Bubbles auf Golf aufmerksam werden.

McKenzie O’ConnelL

Über 150.000 Menschen folgen „Kenzie“ allein auf Instagram.  Sie ist nicht nur dort aktiv, sondern auch Golferin. Sie nutzt ihre Reichweite aber nicht nur dafür, um sich selbst in Szene zu setzen, sondern widmet sich auch einem ganz wichtigen Thema. Die professionelle Golferin ist eine von 3,4 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten, die mit Epilepsie leben. Obwohl sie im Umgang mit ihrer Krankheit ihre eigenen Schwierigkeiten hatte, nutzt sie jetzt ihre Plattform, um andere zu inspirieren, die mit der Gehirnstörung zu kämpfen haben.

O’Connell wurde in Sidney, Nebraska, geboren. Ihre Eltern brachten ihr im Alter von fünf Jahren Golf bei. „Als ich aufwuchs, war ich nie gut in der Schule“, sagte O’Connell in einem Interview. „Ich war Legasthenikerin und wurde in einer sehr kleinen Stadt geboren. Beim College wusste ich, dass ich nicht durch meine akademischen Leistungen aufgenommen werde, also war Golf wirklich diese treibende Kraft für mich.“ Damals wusste sie jedoch nicht, dass bei ihr Epilepsie diagnostiziert werden würde, als sie im Alter von 21 Jahren anfing, Anfälle zu bekommen. „Ich wusste nicht, dass man als Erwachsener überhaupt an Epilepsie erkranken kann“, meint sie. Nachdem sie sich in der Welt des professionellen Golfsports etabliert hatte, fühlte sich O’Connell dann wohler mit der Idee, ihre Erfahrungen mit ihrer Erkrankung öffentlich zu teilen, insbesondere um sich für andere mit der Hirnstörung einzusetzen. Das ist doch einmal eine gute Sache, wie man Golf und noch Wichtigeres als Influencerin verbinden kann!

McKenzie O’Connell nutzt ihre Bekanntheit, um auf Epilepsie hinzuweisen.

 

Joshua Kelley

Als „holein1trickshots“ präsentiert Joshua Kelley seine Kunststücke mit dem kleinen weißen Ball auf Instagram, über 200.000 Menschen wollen das nicht verpassen. Was gibt es zu sehen? Im Haus zeigt er etwa, wie er die Kaffeekapsel in die Maschine lupfen kann, eine Sektflasche in die Hand, damit er den Korken mit einem Golfball aus gefährlicher Distanz wegschießen kann. Selbst bei der Hochzeit konnte er sich nicht zurückhalten und hatte den Golfschläger in der Hand. „Unbelievable“ und „Amazing“, also unglaublich und toll nennen es seine Fans. Und damit haben sie eigentlich auch recht, man sollte sich die Videos wirklich einmal ansehen.

Ob Golfbälle auf den Billardtisch gehören? Egal, Joshua Kelley trifft.

 

Mark Crossfield

Mark Crossfield ist als You-Tube-­Pionier bekannt, und auch ein äußerst erfolgreicher PGA-Pro/Coach. Mit seinem Kollegen reist­ Mark um die Welt und zeigt dem Publikum die besten Golfplätze, die man spielen kann. Marks Karriere war von sehr viel Erfolg geprägt. Er begann mit dem Coaching auf der Clifton Hill Driving Range, begann dann Ausrüstung zu überprüfen und Online-Unterricht auf seinem YouTube-Kanal zu geben. Heutzutage schauen viele auf Marks Kanal nach unvoreingenommenen Golfkritiken, aber hauptsächlich um zu sehen, wie er und „The Muppets“ Golf­plätze in Großbritannien, Europa und Amerika bespielen und
Golfer aller Spielstärken dazu inspirieren, die Welt zu bereisen und diese berühmten Plätze zu spielen. YouTube ist sein Hauptkanal, aber quer über alle Plattformen erreicht er rund eine halbe Million Menschen. Übrigens: Auch wenn er sehr viel Reichweite als Vlogger hat, sieht er sich selbst schlichtweg als Golflehrer.

Cart Barn Guys

Kyle und seine Gang haben eigentlich den Plan, dass der junge Mann PGA-Tour-Profi wird. Der Ami sagt über sich selbst: „In Austin habe ich mich in das Spiel verliebt. Ich bin 2014 nach Arizona gezogen und habe kurz darauf angefangen, auf dem Papago Golf Course zu arbeiten. Instagram wurde immer beliebter, also eröffnete ich einen Account, um den realen Kampf zwischen der Arbeit in der Karrenscheune und dem Versuch, es auf die PGA Tour zu schaffen, zu dokumentieren.“ Das Konzept ging auf, und die Community hat begonnen, über Kyle hinauszuwachsen. Die Social-Media-Präsenz der Cart Barn Guys ist zu einer nationalen Plattform geworden, um Spieler zu präsentieren, die ihren eigenen Grind dokumentieren: „Wenn Sie Golf so lieben wie ich, müssen Sie Wege finden, so viel wie möglich zu spielen. Die Arbeit in Cart Barns im Laufe der Jahre hat mir Zugang zum Spiel auf allen Ebenen verschafft.“ Mal sehen, ob er am Ende wie erhofft PGA-Tour-Profi wird oder eben in der Scheune bleibt.


Bildnachweis: © Sportcom/Getty Images, © Screenshot Instagram, © Screenshot YouTube.

Georg Sander
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