Niemals aufgeben!

Niemals aufgeben!

Max Kieffer holt sich nach 10 Jahren in Prag endlich seinen langersehnten ersten Tourtitel. 

Max Kieffer hat es endlich geschafft. Seit dem D+D Real Czech Masters darf sich der mittlerweile 32-jährige Deutsche aus Bergisch Gladbach nun auch zum illustren Kreis der Sieger auf der DP World Tour (ehemals European Tour) zählen, und dass ihm nach seinem ersten Titel bei der „Regenschlacht“ im Albatross Golf Resort bei Prag nach dem großen Wurf fast ein wenig die Worte fehlten, war ja dann auch irgendwie schon etwas verständlich. 

Erst abwarten

„Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden, aber ich bin natürlich sehr glücklich über meinen ersten Titel auf der Tour“, so Kiwi, der nach seiner 66er-Finalrunde die Clubhausführung bei 16 unter Par übernommen hatte. Zum Jubeln war es aber zu diesem Zeitpunkt noch zu früh, da sich Gavin Green, der Führende nach 2 Runden (das Turnier wurde wegen starken Regens auf 3 Runden verkürzt), noch auf dem Platz befand. Und als der Malaysier auf der letzten Bahn seinen Annäherungsschlag an die Fahne knallte, stand Max Kieffer auf der Driving Range und bereitete sich auf ein mögliches Stechen vor.

Gavin Green hatte in Prag am Ende ganz knapp das Nachsehen.

 

Dann vorbereiten

„Du möchtest auf jeden Fall bereit für ein Playoff sein, und deshalb geht man auf die Range und haut ein paar Bälle. Ich bin davon ausgegangen, dass Gavin mit einem Birdie gleichzieht, und wollte auf keinen Fall abgekühlt sein“, so Kieffer, der in seiner langen Karriere schon so einige herzzerreißende Niederlagen im Stechen hinnehmen musste. Doch als Gavin Green (67-63-71) den kurzen Putt zum Gleichstand verfehlte, blieb Max Kieffer (68-66-66) ein weiteres Stechen erspart, und er wurde von einem Mitarbeiter des Übertragungsteams über seinen ersten Sieg informiert. „Du wünschst natürlich keinem Spieler, dass er einen Putt verschiebt, aber als ich dann Bescheid bekam, war das ein unglaubliches Gefühl. Ich kann das alles jetzt so kurz nach der Runde noch gar nicht richtig begreifen. Das wird ein paar Tage dauern, bis ich das realisiert habe“, so der Deutsche.

An den Stock

Was die Zuschauer am Sonntag auf jeden Fall realisierten, war der Schlag des Turniers, mit dem Kiwi an der 17 die Weichen für seinen ersten Titel stellte. Gavin Green hatte gerade mit einem Doublebogey auf der 14 seinen Vorsprung eingebüßt und war auf einen Score von 15 unter Par zurückgefallen, als Kieffer seinen Ball aus über 200 Metern mit einem langen Eisen an die Fahne des Par 4 schlug. Den fälligen Birdieputt verwandelte Max routiniert und ging mit 16 unter Par nur ein Loch vor Schluss zum ersten Mal während des Turniers in Führung.

Nervenschlacht

Kein Wunder also, dass es mit erhöhtem Puls an die 18 ging. „Ich hatte ein gutes Warm-up heute Vormittag, und mir war klar, dass ich angreifen muss. Doch an der 18 sind dann so richtig die Nerven gekommen. Ich war mir gar nicht sicher, ob ich den Ball am Abschlag überhaupt treffen würde, aber zum Glück ist alles gutgegangen. Auch für den zweiten Schlag hatte ich eine gute ­Distanz zum Grün ,und dann habe ich einen soliden Putt auf dem Grün gemacht und ein easy Par gespielt“, fasste Kieffer die Geschehnisse der letzten Minuten zusammen. 

„Ich liebe Golf“

Und somit schloss sich für Max Kieffer in Prag der Kreis einer langen, nicht immer ganz leichten Reise auf der European bzw. DP World Tour, die nach fast 250 Starts zum wirklich sehr verdienten ersten Sieg führte. Auch sein ganz eigenes Rezept für den Erfolg gab Kieffer im Albatross Golf Resort preis und brachte es wirklich ganz wunderbar den Punkt. „Ich liebe es einfach, Golf zu spielen. Und auch wenn es heute nichts geworden wäre mit dem Titel, wäre für mich nicht gleich die ganze Welt zusammengebrochen. Ich führe ein wirklich gutes Leben, und mir macht dieser Sport einfach unglaublichen Spaß. Du weißt im Golf nie, was als Nächstes kommt. Ich hatte viele gute Jahre, und ich hatte ein paar schwierige Jahre, wo es spielerisch überhaupt nicht lief. Aber dieses Jahr zum Beispiel, habe ich das Gefühl, spiele ich wirklich gut. Man darf einfach niemals aufgeben. Man muss ,grinden‘ und einfach dranbleiben, viel Geduld haben und an sich arbeiten“, so Kieffer, der sich nach seinem Coup in die Top 35 des Race-to-Dubai-Rankings spielen konnte und als nächstes Ziel eine bessere Platzierung in der Weltrangliste ausgibt. 

Pokal für Leverkusen

Mit seinem ersten Toursieg in der Tasche ging es für den Deutschen dann übrigens gleich weiter zum Charity-Turnier von Bundesligist Bayer Leverkusen. „Die werden sich über einen Pokal und gute Stimmung auf jeden Fall freuen“, so Kiwi mit einem Augenzwinkern.  

Schneider in Top 10

Doch nicht nur Max Kieffer, sondern auch Marcel Schneider wusste in der Tschechischen Republik mit gutem Spiel zu überzeugen. Nach Runden von 66, 67 und 71 Schlägen wurde Schneider am Ende geteilter 6. und sammelte ebenfalls wertvolle Punkte für das Ranking im Race to Dubai.

Marcel Schneider wurde nach guter Vorstellung geteilter Sechster.

Bildnachweis: © Sportcom/Getty Images , © Sportcom/Getty Images.

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