Mit 65 Jahren …

Mit 65 Jahren …

Bernhard Langer feierte Geburtstag, Hollywood schaut Golf – und alles andere (Un-)Wichtige.

Am 27. August 1957 erblickte ein gewisser Bernhard Langer in Anhausen, einem kleinen Ort in der Nähe von Augs­burg, das Licht der Welt. Damals konnte noch niemand ahnen, dass der kleine Bernhard Jahre später zu den größten Golfern der Welt gehören würde. Auch nicht, als aus dem Säugling ein kleiner Junge geworden war. Der Sohn eines Maurers war oft in der Kirche zu finden, die Verhältnisse waren bescheiden. Für ein Taschengeld trug er auf dem benachbarten Golfplatz als Caddie die Taschen. Man schenkte dem Teenager einen gebrauchten Golfschläger. 1972 begann er, gegen den Rat der Eltern, die Lehre zum Golflehrer, und es sollte sich als goldrichtig herausstellen – im wahrsten Sinn des Wortes. Sein erstes Profiturnier gewann Bernhard Langer im Alter von 17 Jahren, 1976, also bereits mit 19 Jahren, wurde er Profi. Auf der Tour erarbeitete er sich den Spitznamen Mr. Consistency – der Beständige. Insgesamt siegte Langer bis August 2022 bei 116 internationalen Meisterschaften auf allen Kontinenten, seit 2007 hat er 43 Titel auf der Champions Tour gewonnen – jedes Jahr mindestens einen. Elf Senior Majors­ konnte er holen, zwei mehr als der legendäre Jack Nicklaus. Als einziger Profi triumphierte Langer bei allen fünf Senior Majors mindestens einmal. Das ist Beständigkeit. Die Liste ist ohnehin lang. Kurios: einer der größten Langer-Momente: 1981 klettert er beim Turnier in Fulford in die Astgabel eines Baums, um von dort seinen Ball zu schlagen und einen Strafschlag zu vermeiden.Auch privat setzt er auf Beständigkeit. Langer ist seit 1984 mit der Amerikanerin Vikki Carol verheiratet. Das Paar hat vier Kinder: Jackie, Stefan, Christina und Jason. Was noch, außer Triumphen und Titel? Er ordnet seinem Sport und dem Erfolg vieles unter; gesunde Ernährung ist ihm wichtig, auf den Genuss von Alkohol verzichtet er komplett. Jogging, Yoga und Stretching machen bis zu zwei Stunden des täglichen Trainings aus. Vielleicht ist er auch deshalb so erfolgreich …

Das beste hole-in-one?

Nun zu einer dezent anderen Spitzenleistung. Es geht um einen gewissen Denny McCarthy, den man kennen kann, spielt er doch auf der PGA Tour. Jedenfalls schlug er seine Bälle in St. Jude ab und vollbrachte ein Kunststück, auf das wohl so mancher Trickshotter oder Golf-Influencer neidisch wäre. Und das kam so. MacCarthy spielte auf einem Par-4-Loch, danaben saß ein eher gemütlicher Herr in seinem Campingsessel; einem jener, die Dosenhalter haben. Jedenfalls schlug der Golfer ab, der Ball prallte auf den Fan und von dort direkt in den „Cupholder“, also dorthin, wo man Bier oder Limonade reingibt (siehe Foto oberhalb). „Hole-in-one mit großer Reichweite. Das ist ein Hole-in-one“, hat er gejubelt und damit wohl auf den legendären Adam-Sandler-Golffilm „Happy Gilmore“ angespielt. Die Fans waren natürlich schwer ­begeistert. Wie ging es weiter? McCarthy konnte einen Drop ohne Strafe nehmen und dann seinen Schuss innerhalb von 35 Fuß des Lochs treffen. Dann versenkte er einen Long-Range-Putt, um das außergewöhnliche Birdie zu erzielen. Am Ende wurde er 20., und man kann sich jetzt fragen: Soll man ihn sich wegen seines Hole-in-one merken oder wegen der guten sportlichen Leistung?

Ein Hole-in-one? Sollte eigentlich schon zählen, oder?

 

HollyWood!

Das Thema Hollywood wurde bereits gestreift, nun geht es voll zur Sache. Beim European­ Masters­ in Crans-sur-Sierre machte sich nämlich niemand Geringerer als Superstar George Clooney ein Bild von dem Sport und der herrlichen Kulisse in der Bergwelt des Wallis. Der 61-jährige Schauspieler, der Botschafter der als Sponsor auftretenden Luxusuhrenmarke ist, sah in einem schwarzen Anzug schick aus, als er sich zu einem Fototermin mit anderen Stars gesellte. Raynald Aeschlimann, Präsident und CEO von Omega, zeigte sich begeistert: „Wir sind seit 21 Jahren Titelsponsor, aber es ist das erste Mal, dass wir George hier begrüßen.“

George Clooney verlieh dem Event den besonderen Hollywood-Glanz.

 

Schön sprechen

Zu guter Letzt noch Leute, die nicht so eine gute Kinderstube wie Clooney genossen haben, sich eher den Mund sprichwörtlich mit Seife auswaschen sollen. Gemeint sind Golfer. Denn Sky Sports wollte Material eines Turniers der EuroPro Tour in Wales zeigen. Beim Schnitt fiel aber eines auf: Die Mikrofone, die für ein tolles Erlebnis zu Hause sorgen sollen, hören zu viel mit. Die Platzmikros nahmen so viele Flüche auf, dass der Beitrag gestrichen wurde, die Verantwortlichen der EuroPro Tour haben daraufhin ein Memo an die Spieler geschickt, sie mögen weniger fluchen.


Bildnachweis: © Sportcom/Getty Images, © Twitter/PGA Tour, Getty Images.

Georg Sander
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