Mission Possible

Mission Possible

Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird der Masterplan GC Föhrenwald umgesetzt. Nun folgt die nächste Runde.

Es war in den späten 1990er-Jahren, als die damaligen Verantwortlichen des GC Föhrenwald beschlossen haben, das Platzdesign der Anlage rundum zu erneuern. Als erster Streich sollte die Drivingrange neu gestaltet und verlegt werden, da sich diese mitten am 37 Hektar kleinen 18-Loch-Platz befand, was aus heutiger Sicht  geradezu fahrlässig gefährlich erscheint. Danach folgten die Neugestaltung aller Fairwaybunker und Tees, fünf neue Grünkomplexe sowie vier komplett neue Golflöcher außerhalb des bestehenden Areals. Zu diesem Zweck wurde auch die Pachtfläche des Golfclubs vergrößert. Die Umsetzung des Redesigns dauert nun bereits zwei Jahrzehnte und wurde sehr stark von den Inputs der Golfplatzarchitekten rund um Jeff Howes beeinflusst. Er zeichnet für das Design der neuen Grünkomplexe und das Layout der neuen Bahnen verantwortlich. Bekannt ist Howes hierzulande  vor allem durch das Design des GC Adamstal sowie das Redesign des GC Murtal. Der „Masterplan GC Föhrenwald“ wurde im Laufe der Zeit und durch die Erfahrungen aus den einzelnen Schritten immer wieder adaptiert und die Entwicklung dadurch optimiert. Die Realisierung des Vorhabens war und ist aber auch durch zahlreiche Herausforderungen geprägt.

Jeff Howes beim Vermessen des GC Föhrenwald.

 

Nachdem der Golfclub den Rasen für die Grüns und Fairways selbst züchtet, „können wir nur ca. alle zwei Jahre zwei bis drei Grüns neu gestalten“, berichtet der heutige Manager des GC Föhrenwald, Christoph Schneeberger (im Bild oben) auf Anfrage. Zudem wurde im Jahr 2007 ein neues Clubhaus gebaut (Investment: mehr als 2,5 Mio. Euro), „was den Plan um einige Jahre verschoben hat. Das hatte Vorrang. Außerdem waren wir auch in den Platzbau des GC Linsberg voll mit eingebunden“, erzählt Schneeberger weiter. „Das gesamte Konzept stammt von uns. Die Bauaufsicht und die Einwuchspflege ebenfalls. Da waren jahrelang keine Ressourcen für die Neugestaltung des GC Föhrenwald frei“, so der Club-Manager, der darüber hinaus betont, dass „wir uns das Know-how des Platzbaus erst aneignen mussten. Daneben galt es, den laufenden Spielbetrieb nur so kurz wie möglich zu stören.“ So wurde das Zeitmanagement derartig gestaltet, dass die Umbauarbeiten im November begannen, sodass der Platz ab April/Mai des Folgejahres wieder bespielbar war bzw. ist. Auch das Know-how des gesamten Groundstaffs rund um Headgreen­keeper Wayne Beasley hat sich über die Jahre enorm weiterentwickelt, was es dem Team heute ermöglicht, die meisten Arbeiten selbst zu erledigen.

Eine der besten Anlagen Österreichs

Die damalige Weitsicht und die konsequente Umsetzung des Redesigns des GC Föhrenwald sollte sich schon bald bezahlt machen. „Heute sind wir eine der besten Anlagen in Österreich“, zeigt sich Schneeberger zufrieden. „Gemeinsam mit dem GC Linsberg bieten wir sogar eine Golfdestination (Golfarea36) für Kurzurlaube und Gruppenreisen. Das Pflegeniveau ist hervorragend und die Gastronomie hat einen sehr guten Ruf.“ Auch die Mitglieder des GC Föhrenwald zeigen sich durchwegs zufrieden mit dem Redesign. „Sie haben gesehen, wie sich der Platz über die Jahre verändert hat und sind stolz darauf. Außerdem sind wir ein Verein. Die Generalversammlung könnte die Vorhaben jederzeit stoppen. Dazu kam es aber nie“, so Schneeberger, der betont, dass „die Mehrheit absolut hinter dem Vorhaben steht“. 

Positive Überraschung

Auch der Club-Manager selbst zeigt sich sehr zufrieden. „Ich war damals schon im Vorstand und für den Umbau mitverantwortlich. Niemand von uns hätte sich seinerzeit vorstellen können, was aus unserem netten alten Platz werden könnte. Es war für alle eine positive Überraschung.“

Über die Jahre wurde eine Menge Geld in die Umsetzung des Mas­terplans investiert. Auch wenn es schwierig ist, eine genaue Zahl zu nennen, „die 3-Mio.-Euro-Marke wurde jedoch schon länger überschritten“, meint Schneeberger.

Die 3-Mio.-Euro-Grenze wurde für den Umbau bereits überschritten.

 

Weitere Maßnahmen

Sich auf den derzeitigen Lorbeeren auszuruhen, ist das seine jedoch ganz und gar nicht. Der „Masterplan GC Föhrenwald“ geht nun in die nächste Runde. Im Herbst 2022 sollen die Spielbahnen 9 und 12 erneuert werden. Während das Loch 9 eine neue Grünlandschaft samt Umgebung bekommt, soll Loch 12 zu einem „driveable“ Par 4 umgebaut werden, mit einem sogenannten Biarritz-Style-Grünkomplex. Der GC Föhrenwald wird somit um ein „Risk and Reward“-Design erweitert, welches dem Platz bis dato noch fehlte. Im Laufe der nächsten Jahre soll der „Masterplan GC Föhrenwald“ schließlich vollendet werden. Dazu sollen auch die Bahnen 5 und 15 umgestaltet werden. „Ich schätze in zwei bis drei Jahren“, gibt der GC-Föhrenwald-Chef an und versichert: „Unsere Mitglieder haben kaum mit Störungen zu rechnen. Wir bauen nur im Herbst und im Winter, da ist der Platz die meiste Zeit gesperrt. Der GC Linsberg ist in einem Topzustand und bleibt den ganzen Winter über bespielbar.“

Der Strategieplan für die Greens 9 und 12 des GC Föhrenwald.

 

Sind die Fetten Jahre vorbei?

„Wir verändern uns, um gleich zu bleiben. Die Zeiten für das Luxus-Freizeit-Segment werden 2023 hart werden“, ist Schneeberger überzeugt. „Wenn wir die Anzahl an Mitgliedern und Greenfeegäs­ten halten könnten, wären wir schon mehr als zufrieden. Außerdem gibt der GC Linsberg mit seinem einzigartigen ‚Links Stretch‘ das Tempo vor. Da muss sich der alte Bruder anstrengen, um qualitativ nicht abzufallen. Gegen eine neue Anlage ist das nicht so leicht. Gott sei Dank gelingt es.“


Bildnachweis: © GC Föhrenwald, © GC Föhrenwald (4) , © OPEN.9.

Peter Suwandschieff
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