Lebenskünstler an der „Costa del Golf“

Lebenskünstler an der „Costa del Golf“

Andalusiens Küste hat die größte Golfplatzdichte ganz Europas.

Die Hinweisschilder an der Küstenautobahn verkünden es großformatig in Weiß auf Blau: Die Costa del Sol, Europas Sonnenküste schlechthin, trägt, den in den vergangenen Jahrzehnten gewachsenen Realitäten Rechnung tragend, ganz offiziell den Beinamen „Costa del Golf“. Denn zwischen Malaga und Gibraltar reiht sich förmlich ein Golfplatz an den anderen. Mit rund 70 Plätzen weist der 120 Kilometer lange Küstenstreifen westlich von Malaga eine in ganz Europa wohl einmalige Golfplatzdichte aus. Und viele der Anlagen davon zählen zu den besten Plätzen Europas, sind für Golftouristen nichts weniger als kleine Stücke vom Paradies. 

Die Costa del Sol hat jetzt einen offiziellen sportlichen Beinamen.

 

Ein Paradies, das immer mehr der Gäste aus Mittel- und Nord europa zumindest in der kalten Jahreszeit gar nicht mehr verlassen möchten. Passionierte Golfer wie der Schweizer Siegfried T. und der Ire Pat F., beide um die 70, unsere zufälligen Flightpartner bei einer Privatrunde im Real Club de Las Brisas. Der verwitwete Unternehmer Siegfried verbringt seit anderthalb Jahrzehnten das komplette Winterhalbjahr und noch ein bisschen mehr in seiner komfortablen Ferienwohnung bei Estepona. Pat, ehemaliger Bankvorstand, pendelt seit ein paar Jahren im 14-Tage-Rhythmus zwischen dem Familiensitz in Dublin und einem schicken Strandapartment in Marbella. 

 

Praktisch täglich trifft man beide auf den teppichweichen Fairways von Las Brisas. „Manchmal, wenn Freunde zu Besuch sind, spiele ich sogar zwei Runden am Tag“, unterstreicht Pat seine Begeisterung für einen der ältesten und zugleich besten und exklusivsten Golfplätze an der Sonnenküste – ein Kurs, der mit seinen zahlreichen Wasserhindernissen, effektiv platzierten Bunkern, erhöhten Grüns und einer zauberhaft vielfältigen Pflanzen- und Vogelwelt nie langweilig wird.  

Goldene Jahre

Las Brisas war 1968, vier Jahre nach dem Real Sotogrande Club de Golf, die zweite Golfplatzkreation an der Costa del Sol, mit der der Brite Robert Trent Jones sen. seinen später in Spanien und ganz Europa legendären Ruf als Platzdesigner begründete. Es waren die Goldenen Jahre, in denen Lieblinge der Klatsch- und Regenbogenpresse wie Gunter Sachs und Gunilla von Bismarck, der Gründer des berühmten Marbella-Clubs Alfonso Prinz von Hohenlohe und Don Jaime de Mora y Aragon, der extravagante Bruder von Belgiens damaliger Königin Fabiola, dem Küstenstreifen Glanz und Glitzer verliehen. 

Logo des Real Club Las Brisas, eines der exklusivsten Clubs nahe Marbella.

 

Und es war die Zeit, in der Ölmultis wie Adnan Kashoggi die Yachthäfen wie Puerto Banus mit Luxuspötten von nie gekannter Pracht und Größe ansteuerten und der spätere saudische König Fahd sich in die Küste des einst maurischen Al Andalus verliebte – und damit eine Art saisonaler „arabischer Völkerwanderung“ auslöste, die, immer in den Sommermonaten, bis heute anhält. In den mondänsten Orten der Costa del Sol wurde Arabisch quasi zur zweiten Amts- bzw. Geschäftssprache. 

Putins Ferienpalast?

Später kam mit Russisch eine dritte hinzu, im Luxustourismus und vor allem in der Immobilienbranche. Kaum ein russischer Oligarch, der sich von der Glitzerwelt der Costa del Sol nicht hätte anlocken lassen. Und auch ein gewisser Vladimir Putin aus Moskau soll an einem der gut bewachten Villenhänge oberhalb von Las Brisas einen ebenso protzigen wie kaum genutzten Ferienpalast besitzen. Oder – aufgrund der gegen die Moskauer Kriegstreiber erlassenen Sanktionen – besessen haben? Nichts Genaues weiß man nicht. 

Golfen unter Palmen im Real Golf Club Las Brisas

 

Der Trent-Jones-Platz, vor Jahren schon neben Valderrama, Sotogrande und La Galiana bei Valencia unter die Top-4 von Spaniens Golfplätzen gewählt, liegt in einem sanft ansteigenden Tal nahe San Pedro de Alcantara, unterhalb der Sierra Blanca. Das Tal wurde in „Valle del Golf“ umbenannt, seit in unmittelbarer Nachbarschaft von Las Brisas mit Aloha und Los Naranjos noch zwei weitere, kaum weniger attraktive Plätze gebaut wurden. Weitere zehn liegen nur wenige Autominuten entfernt. 

Licht und Schatten

Gesäumt werden die abwechslungsreichen Fairways von Las Brisas von der schmucken Urbanisacion „Nueva Andalucia“, für die einst der Geschäftsmann Jose Banus, der Gründer und Namensgeber der nahegelegenen exklusivsten Marina der ganzen Costa, den Grundstein legte. Und auch im unmittelbaren Umfeld vieler anderer Plätze, von Alcaidesa über Finca Cortesin und La Reserva de Sotogrande bis zur unumstrittenen Nr. 1, Valderrama, wachsen unaufhörlich teure Edelimmobilien aus dem Boden – schöner Wohnen da, wo ­Eu­ropa am sonnigsten ist. 

Schöner Wohnen auf andalusische Art: La Reserva de Sotogrande.
Stammt aus der Feder von Cabell B. Robinson: Golf Club Finca de Cortesin.

 

Resort mit Kultstatus

Freilich gilt auch hier: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Nicht wenigen Berghängen und Hügelkämmen hätte man ein besseres Schicksal gewünscht, als von uniformen Reihenhausferiensiedlungen und hässlichen Hotelkästen aus Beton verunziert zu werden. Und im bergigen Hinterland der Küste sind auch einige unverzeihliche Bausünden in Form von Fairways und Greens entstanden, hineingezwängt in enge Schluchten, hinein gebaggert in steile Hänge, die ganz augenscheinlich nie Golfplätze werden wollten. Augen auf bei der Ferienhaus- und der Golfplatzwahl!   

Wer gerade die paar Millionen für eine schmucke Villa mit berauschender Aussicht auf die Fairways von Sotogrande oder Las Brisas nicht zur Hand hat oder sich erst mal einen groben Überblick über die rund 1300 Fairways an der Costa del Golf verschaffen will, dem sei wärmstens das Kempinski Hotel Bahia Beach Resort & Spa in Estepona empfohlen. 

Wohlfühl-Oase mit 5 Sternen: Kempinski Hotel Bahia bei Estepona.

 

1999 an einem der schönsten Strandabschnitte der gesamten Costa del Sol, unweit Marbella, eröffnet, genießt das Bahia bei vielen Stammgästen bis heute regelrechten Kultstatus. In einem nahezu spielerisch anmutenden maurisch-andalusischen Stil erbaut und umgeben von einem weitläufigen subtropischen Palmengarten mit spektakulärer Poollandschaft, bekam das Resort seinen entscheidenden legeren Wohlfühl-Touch durch die jahrelange enge Zusammenarbeit von Star­architekt Melvin Villarroel mit dem Künstler Stefan Szczesny. 

Kunstwerke von Stefan Szczesny

Der in St. Tropez an der Cote d‘Azur lebende Maler, Bildhauer und – im besten Wortsinn – Lebens-Künstler, dessen mediterran-sinnliche Skulpturen schon die Blumeninsel Mainau, die Skipisten von St. Moritz und die Strände und Dünen von Sylt verzauberten und dessen oft subtil erotische Bilder in etlichen Nobelhotels vom Adlon in Berlin bis Miami und der Karibikinsel St. Lucia zu bewundern sind, stand beim Entstehen des Bahia als Art-Director Pate. Über 400 seiner Werke zieren die 145 Zimmer und Suiten sowie die Flure, die drei Restaurants und den Palmengarten dieser 5-Sterne-Wohlfühl-Oase. 

Lebens-Künstler: Über 400 Kunstwerke von Stefan Szczesny schmücken das Kempinski Bahia Resort.

 

Für das einzige Kempinski-Resort in Spanien gilt dasselbe wie für alle Luxusimmobilien: Entscheidend ist „Lage, Lage, Lage“! Und die könnte aus Golfersicht nicht besser sein. Vom Bahia aus sind gut zwei Dutzend Golfplätze – darunter einige der besten Spaniens und ganz Europas – in weniger als 30 Autominuten erreichbar. Schönes Spiel an der Costa del Golf.


Bildnachweis: © Unsplash.

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