Kreide statt Ball

Kreide statt Ball

Ein Golfer wird jetzt Lehrer, zwei alte Golfclubs tun endlich was für Frauen, und wir kennen jetzt den Garten von Tiger Woods.

Eigentlich möchte man meinen, dass Menschen mit 36 Jahren in einem so richtig guten Golf­alter sind. Daniel Summerhays ist genau so alt und hängt die Golfschuhe einfach an den Nagel. Das hat alles mehrere Gründe. Da sei einfach einmal das Sportliche. Bei den PGA Championships 2016 wird er noch Dritter, 2018 verliert er die Tourkarte und spielt auf der Korn Ferry Tour. Weiter geht es mit Operationen im Fußbereich und Corona. Darum tauscht er nun den kleinen weißen Ball gegen das Stück Kreide – oder was auch immer in seinem Heimatstaat Utah zum Unterrichten so genommen wird: „Außerdem werden meine Kinder älter, und ich möchte mehr zu Hause sein, ein geregelteres Leben führen.“ Noch ist nicht klar, welches Fach er unterrichten wird, aber sollte er als Trainer arbeiten, dann kann da schon ein hübsches Sümmchen herausschauen. In den USA werden nämlich professionelle College- und High-School-Trainer im Sport gut bezahlt, im Football stehen sie den „echten“ Proficoaches mit Millionen-Jahresgehältern um nichts nach. Ach ja, Summerhays konnte in seiner Karriere rund neun Millionen Dollar verdienen. Da wäre wohl auch ein bisschen Nichtstun drinnen.

Bald gibt es in St Andrews viel mehr Umkleiden – endlich auch für Frauen!

 

Zeit ist es geworden …

Der Royal & Ancient Golf Club of St Andrews bekommt nun wirklich eine Frauengarderobe. Entsprechende Pläne wurden schon 2019 angekündigt, nun sind sie da. Bislang mussten sich die Frauen in einem anderen Haus umkleiden. Dass das seit 1754 niemandem eingefallen ist, ist eigentlich auch bemerkenswert … Nun müssen die Behörden zustimmen. Aber auch andernorts kümmert man sich um Geschlechtergerechtigkeit, genauer gesagt bei Perth in Australien am anderen Ende der Welt. Der Royal Fremantle Golf Club hatte bislang sehr unterschiedliche und durchaus diskriminierende Mitgliedschaften, mit separaten Spieltagen. Da hätte man in den letztn 114 Jahren auch einmal draufkommen können, dass das ein Blödsinn ist – von den rund 1.000 Mitgliedern sind nur 17 Prozent Frauen. Das wird nun alles geändert. Gavin Burt, General Manager, erklärt: „Wir hätten auch nur rumsitzen können und nichts tun können. Aber wir wollen die Führungsrolle bei Geschlechtergerechtigkeit einnehmen. Unsere Richtlinien waren veraltet und mit Vorurteilen gegenüber Frauen behaftet.“

Tiger Woods’ Garten

Jedes Kind kennt Tiger Woods, aber hat jemand schon einmal die Putting-Greens in seinem Garten gesehen? Eben! Diese kann man sich nun ansehen. Im Zuge der „Golf Digest“-Serie „At Home with Tiger Woods“ gibt es zwei Episoden, in denen man einen Einblick in sein Haus in Jupiler Island bekommt. Dieses sind Episode 6 („My Backyard Practice Area“) und 8 („My Putting Green“). Und wie übt er so? Er übt lieber im Wind, weil der Wind den Spin vergrößert und ihm sagt, wo er weg ist. Woods hält seine Putting-Übungen ziemlich einfach und verwendet nur wenige Tees und eine Kreidelinie. Und übt häufig seine sechs bis acht Fuß und seine Lag-Putts, verbringt aber nicht viel Zeit im Bereich von acht bis 15 Fuß. Jetzt wissen wir dann zumindest, wie man so oft Majors gewinnt. Falls wer ein Putting-Green im Garten hat.


Bildnachweis: © Getty Images.

.