Kaymer gewinnt Niep

Kaymer gewinnt Niep

Wenn Martin Kaymer einen Vierer mit Auswahldrive spielt, gewinnt er auch mit einem Handicap 54 an seiner Seite. Eishockey-Legende Christian Ehrhoff feierte seinen 40. in den Nieper Kuhlen. 

Er ist Masters-Sieger, hat den Rydercup gewonnen und war die Nr. 1 der Welt: Wenn Martin Kaymer abschlägt, denkt man an Pebble Beach, St. Andrews oder einen anderen großen Platz auf der PGA oder neuerdings LIV-Tour. Die Nieper Kuhlen würden niemandem einfallen. Wo um Himmels willen soll das überhaupt sein und was könnte ihn dorthin bewegen?

 

Wir lüften das Geheimnis wie folgt: Wer in „Niep“ spielen möchte, muss in den Westen Deutschlands reisen, genauer gesagt an den Niederrhein in die Nähe von Krefeld. Dorthin trieb Deutschlands Topgolfer kein siebenstelliges Preisgeld, sondern der Geburtstag eines Freundes. 

Christian Ehrhoff, selbst bis vor einigen Jahren ein Eishockey-Star der absoluten Weltklasse, wurde 40 und feierte seinen Runden mit vielen Freunden und einem „Vierer mit Auswahldrive“ für den guten Zweck.

 

Ehrhoff und Kaymer kennen sich – wie könnte es auch anders sein – durchs Golfen. Als die BMW Open noch abwechselnd in München und Köln ausgetragen wurden, war der Eishockey-Crack zum ProAm auf Gut Lärchenhof eingeladen. Im ersten Jahr spielte er mit Henrik Stenson, später dann mit Martin Kaymer. Daraus erwuchs eine Freundschaft, die so fest wurde, dass Martin Kaymer nicht zögerte, beim Geburtstagsturnier seines Freundes aufzuteen.

„Beat the Hoff“

Neben dem Score hatten die 68 Gäste beim „Christian Ehrhoff Invitational“ dank Hans-Werner Neske auch den guten Zweck im Blick. Der Ehrhoff-Freund und Vorsitzende der Herman van Veen-Stiftung hatte die Turnierorganisation u. a. mit Hotelgutscheinen unterstützt. Das Geburtstagskind ließ es sich nicht nehmen, seine Gäste am Inselgrün des Platzes bei „Beat the Hoff“ herauszufordern und um eine Spende zu bitten.  

 

Abends ging es dann für den guten Zweck weiter. So wechselte ein von Martin Kaymer signierter Driver für 1.700 Euro den Besitzer. Am Ende kamen exakt 10.000 Euro zusammen, die zu gleichen Teilen an die Herman van Veen Stiftung und das Kinderhospiz „Stups“ in Krefeld gingen. Auf dem Golfplatz siegte schließlich – wen wundert es – Martin Kaymer an der Seite von Irene Scholz. Das Duo trat mit der Vorgabe 26 an, da Kaymers Golf- und Lebenspartnerin einen Handicap-Index von 54 mitbrachte. 

Da die Neu-Golferin beim Vierer mit Auswahldrive naturgemäß auch Schläge beisteuern musste, kam die ehemalige Nummer eins „nur“ auf 33 Brutto-Punkte, zwei besser als die ehemalige Golf-Nationalspielerin Valerie Sternebeck (-2,4) und Marc Bremer (19,5). Netto siegten Julian Bengler (3,9) und Sharon Sophie Berlinghoff (44) mit 46 Punkten vor dem zweifachen Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste (7) mit Ehefrau Stephanie (27).

Familienmensch 

Christian Ehrhoff ist kein kantiger Draufgänger, wie man es von einem raubeinigen Eishockeyspieler erwartet. Die deutsche Legende unter den Cracks auf Kufen ist ein Familienmensch. „Morgen werde ich zu Hause sofort von meiner Frau wieder in das volle Hausarbeitsprogramm im Alltag eingegliedert. Das heißt für mich: früh aufstehen, die Kinder in Kindergarten und Schule bringen“, gestand Christian Ehrhoff den Kollegen von BILD nach der überraschenden Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea und ergänzte: „Herrlich, mach ich gerne.“

 

55 Sekunden hatten damals zur Goldmedaille gefehlt. Es war der größte Triumph einer deutschen Mannschaft auf dem Eis und machte die „Helden von Pyeongchang“ unsterblich. Als Abwehrspieler war er eine der Säulen und durfte zur Belohnung die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier tragen. „Emotional unglaublich und unvergesslich“, so Ehrhoff. Genau einen Monat später beendete der damals 36-Jährige seine Karriere.

20 Jahre hat er Leistungssport betrieben, 13 davon in der NHL. Die nordamerikanisch Elite-Liga ist das Maß aller Dinge. Nur wer dort aufgelaufen ist, hat es geschafft. 862 Mal stand er drüben auf dem Eis. 2011 erreichte er das Stanley Cup-Finale, blieb aber auch dort mit den Vancouver Canucks nur zweiter Sieger. 

Auf zu Neuem

Der Abschied vom Eishockey stieß neue Türen auf: Als Botschafter der Herman-van-Veen-Stiftung engagiert er sich sozial, Zeit zum Reisen mit Ehefrau Farina und den drei Töchtern ist ihm wichtig geworden, aber auch mehr Stunden auf dem Golfplatz verbringen zu können. Wie viele Eishockeyspieler ist er ein „Lefty“, da die Schussbewegung auf dem Eis in der Regel von links nach rechts ausgeführt wird. Sein Spiel wird von einem richtig guten Drive eröffnet, der nicht selten der DGL-Mannschaft des GC Niep zugutekommt.  Mit einem aktuellen Handicap-Index von 8,7 ist er natürlich auch dort Stammspieler.

 

Als Unternehmer stellt sich Christian Ehrhoff den Herausforderungen mit der gleichen Hingabe und Tatkraft, mit der er es als Sportler getan hat. Mit seinen Partnern gründet und entwickelt Christian Ehrhoff Unternehmen bevorzugt in den stetig wachsenden Märkten des Sports. 

 


Bildnachweis: © Farina Ehrhoff Fotografie, Getty Images, Privat.

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