Heiß, heißer, am …

Heiß, heißer, am …

Hitzewellen rollen durch das Land. Golf kann gespielt werden, doch es gilt, Dinge zu beachten.

Über 30 Grad und mehr sind derzeit Realität in Mitteleuropa. So schön das im Urlaub am Strand für ein paar Tage sein kann, so gefährlich kann die Hitze im Alltag für den Körper sein. Hitzewellen gab es immer, aber die Zunahme in den letzten Jahren ist evident, nur noch Leugner glauben nicht an das sich ändernde Klima. Doch es gibt eben auch noch einen Alltag, für viele Menschen gehört Golf dazu. Doch gerade bei großer Hitze ist das Sich-Bewegen in Maßen zu genießen. Auch wenn es sich beim Golf um eine Sportart handelt, die eher durch langes Gehen und durchaus auch Stehen geprägt ist, weniger durch viel Bewegung in einem kurzen Zeitraum, wie etwa bei Fußball oder Tennis. Aber was macht es für den Körper so anstrengend? Der Körper verlagert das Blut bei Hitze in die Haut. Dies gewährleistet eine optimale Absonderung von Schweiß, der dann für die notwendige Verdunstungskälte sorgt. So hält der Körper die Kerntemperatur auf rund 37 Grad Celsius. Dadurch haben die Muskeln weniger Blut zur Verfügung. Muss nun noch körperliche Arbeit geleistet werden, wird das zentrale Blutvolumen weiter reduziert. Das Herz muss schneller schlagen. 

Auch ohne Sport …

Doch auch ohne Bewegung ist Hitze bzw. Sonne gefährlich. Etwa ein Sonnenstich: Wenn Kopf und Nackenbereich zu lange der Sonne ausgesetzt sind, kommt es zu einem lokalen Wärmestau, und die Hirnhäute werden gereizt. Der Sonnenstich geht meist mit einem geröteten Gesicht einher. Typische Begleitsymptome sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit mit Erbrechen und manchmal Ohrgeräusche. Dazu kommt in der Regel eine Steifigkeit des Nackens. Auch Bewusstseinsstörungen können auftreten. Weiters besteht die Gefahr von einem Hitzekollaps oder einem Hitzschlag. Hilft beim Sonnenstich noch Schatten und Kühlung, braucht es bei diesen Phänomenen nun aber die Rettung. Der Hitzekollaps entsteht häufig, wenn durch Anstrengung bei großer Hitze ein Erschöpfungszustand entsteht. Betroffene sind in der Folge dehydriert und leiden häufig unter Schwindel, Atemnot oder Frös­teln. Beim Hitzschlag können die Schweißproduktion und die Regulation der Körpertemperatur versagen. Oft ist dieser medizinische Notfall zusätzlich von Halluzinationen begleitet. Doch es muss erst gar nicht so weit kommen, wenn einige Dinge beachtet werden.

Tipps davor

Jeder Mensch sollte zunächst einmal wissen, ab wann Temperaturen unangenehm sind. Je nach Fitnessstand kann das schneller oder später sein. Auch das Alter spielt eine Rolle. Allgemein gilt: Hohe Temperaturen setzen die Leistungsfähigkeit herab. Wer also kann, sollte beim Golfen gleich einmal schauen, dass er die richtige Uhrzeit wählt. Hierbei empfiehlt es sich, bereits früh am Morgen anzufangen, wenn es sich zeitlich gut ausgeht. Bereits vor dem Spiel sollte man drauf achten, genügend Wasser zu sich zu nehmen; das gilt auch für die Golfrunde. Und bei der Kleidung kann man auch vorbauen: Luftige, helle Funktionskleidung ist auf jeden Fall besser als eine schwarze Hose und ein dickes Poloshirt. Eine Kopfbedeckung sollte genauso im Bag sein wie Sonnenschutz. Hierbei gilt es aber zu bedenken, dass man keine fettigen Cremes nehmen soll, sondern eher leichte Lotionen und fettfreie Gele. Fett verstopft die Poren und behindert das Schwitzen, wasserlösliche Creme dagegen spült der Schweiß schnell ab. Um vorab noch mit einem Märchen aufzuräumen: Nur weil es heiß ist, bedeutet das nicht, dass auch die Muskeln schon aufgewärmt sind – sprich: Ums Aufwärmen kommt man auch bei 30 Grad und mehr nicht umhin. Gerade bei der schnellen Abschlagbewegung ist es wichtig zu dehnen, um einer Zerrung vorzubeugen. Damit kann es dann auch schon auf die Grüns gehen. 

Schattige Plätze sind ungemein wichtig, wenn man lange golfen möchte.

 

Auf der Runde

Eine Extraflasche Wasser, um den Kopf gegebenenfalls zwischenzeitlich zu kühlen, sollte ebenfalls mit in das Bag. Auch ein Waschlappen oder ein kleines Handtuch, das man sich in den Nacken legen kann, ist eine sehr gute Idee. Und es klingt vielleicht komisch, aber manche vergessen auf das Trinken. Ab einer Außentemperatur von rund 28 Grad sondert der Körper etwa beim Joggen mehr Schweiß ab als im Winter bei null Grad. Noch einmal: Jetzt ist Golf nicht der Sport, bei dem man sich ständig bewegt oder gar herumrennt, aber viel Wasser trinken ist eben auch da sehr wichtig, wenn man zwei, drei, vier Stunden in der oft prallen Sonne unterwegs ist. Dabei ist es auch besser, eine Flüssigkeit mit hohem Magnesium- oder Natriumgehalt zu sich zu nehmen. Eine Durstlöscher-Alternative ist Wasser mit Gurke, Ingwer, Zitrone oder Beeren. Beim Joggen sagt man: einen knappen halben Liter Wasser pro Stunde, das ist mit Sicherheit auch kein Fehler beim Golfen. Als Snack empfehlen sich Obst und Gemüse, das ist besser als ein Club-Sandwich. Generell gilt: Auf den Körper hören!

Bitte nicht!

Ist die Hitze allerdings zu hoch, dann sollte generell auch auf Sport bzw. Bewegung verzichtet werden, auch wenn es ein schöner Tag zu sein scheint. Hat es deutlich über 32 Grad Celsius, dann sollte die Golfrunde wann anders gespielt werden, vor allem wenn man schon ein paar Lenze mehr auf dem ­Buckel hat. Zu beachten ist für Allergiker auch, dass Pollen in ländlichen Gegenden vor allem früh­morgens fliegen und in der Stadt eher abends. Auch ein Blick auf die Ozonwerte ist entscheidend. In Bezug auf Sport sagt man, dass die Situation bis 180 Mikro­gramm Ozon pro ­Kubikmeter Luft unproblematisch ist. Bei Werten zwischen 180 und 360 Mikrogramm sollten Personen mit empfindlichen Atemwegen Ausdauersport im Freien reduzieren. Oberhalb von 360 Milligramm sollten auch Gesunde
auf Sport im Freien lieber verzichten. 

Wer kann, sollte sich die Golfrunde gleich gar nicht für untertags ausmachen.

 

Und danach

Hat man dann die Golfrunde absolviert, bitte nicht gleich unter eine eiskalte Dusche stellen, sondern nachschwitzen. Ansons­ten kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen. Aber: Mit diesen Tipps sollte wenig schiefgehen. Und im Zweifelsfall gilt: Man kennt sich selbst am besten, weiß, was der Körper braucht.


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