#GolfLeaks: Tommy Fischer

#GolfLeaks: Tommy Fischer

Tommys bisheriges Leben ist weit weg von Langeweile und Einseitigkeit. Viele spannende und turbulente Jahre durfte er durchleben, die ihn sehr prägten. Dankbar zu sein, zu schätzen, was man hat, und positiv in die Zukunft zu blicken sind wesentliche Aspekte, die Tommy sehr wichtig sind. Ein bestimmtes Ereignis prägte ihn besonders. Als er nach einer Operation am Beim mit seinen Krücken sehr bewegungseingeschränkt verharren musste, sah er einen Rollstuhlfahrer, der keinerlei Hoffnung auf Besserung hatte, mit strahlendem Lächeln und positiver Energie – es ist eine Auslegungssache, ob man ein Pessimist oder ein Optimist sein möchte.

Skikarriere

Tommy Fischer zeigte bereits als junger Mann sein sportliches Talent beim Skifahren. Jahrelang war er ein Teil des deutschen Nationalkaders. Super-G und Abfahrt gehörten zu seinen Hauptdisziplinen, in denen er regelmäßig Erfolge einfuhr. Insgesamt traf man ihn überwiegend im Europacup und auf vier Weltcupveranstaltungen. Aufgrund des Extremsports musste Tommy immer wieder verletzungsbedingt pausieren. Nach einer Operation am Bein mussten die Ärzte feststellen, dass die implantierten Schrauben vom Körper nicht angenommen werden. Dazu kamen Diskrepanzen mit dem Nationaltrainer, der ihn sozusagen aus dem Kader verwies. 

Im Jahr 2009 wechselte er deshalb zu Skicross. Diese olympische Disziplin erfordert vielseitige skifahrerische Fähigkeiten und zählt zu den Freestyle-Arten. Ein Skicross-Parcours besteht dabei aus Wellen, Kurven und Sprüngen.  Die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Vancouver im Skicross meisterte er, brachte ihm jedoch kein Glück – nach einem weiteren Kreuzbandriss musste er den Traum von Olympia begraben.

 

Golf

Das Golfen spielte für Tommy bereits in sehr jungen Jahren eine große Rolle. Da er mit seiner Familie nur 300 Meter vom Golfplatz entfernt lebte, absolvierte er 1993 (mit sieben Jahren) die Platzreife. Während der Skikarriere geriet der Golfsport in den Hintergrund und wurde erst 2013 wieder aktiv aufgenommen, als Tommy beim Golfturnier „Kufe gegen Ski“ eingeladen wurde. Der Golfclub Ruhpolding wird nicht umsonst der Golfclub der Weltmeister und Olympiasieger genannt. Tommy liebt die Bewegung in der Natur. Beim Golfen mit Freunden findet er den optimalen Ausgleich. Über alltägliche Themen plaudern, sich gleichzeitig beim Golfen herausfordern und Freunde treffen machen ihm eine Menge Spaß. Dazu kommt die laut ihm positive Entwicklung des Golfsports – weg von den alten Klischees.

Während der Saison 2017/18 beendete Tommy die Skikarriere und beweist sich seitdem als Trainer bei der Bundeswehr. Fitness und Personaltraining stehen dabei im Mittelpunkt. Ob dies der Beruf bis zu seinem Ruhestand bleibt, ist noch offen. Sein Vater ist Veranstalter von Biathlon-Events, und dieser Beruf weckte bei Tommy ebenfalls Interesse.

 

Fangemeinde

Aufgrund von Tommys sportlichen Erfolgen entwickelte sich seine eigene Fangemeinde. In den Social-Media-Kanälen teilt er ebenfalls ab und an persönliche Erlebnisse. Zugegeben hat er, dass er oftmals faul sei, was das Teilen von Beiträgen anbelangt. Tommy sieht Social Media einerseits als praktisches Feature, er weiß jedoch die Gefahren und Risiken einzuschätzen. Vor mehreren Jahren, als einer seiner Freunde die Fanpage „Tommy Fischer – only for girls“ veröffentlichte, musste er diese Seite vonseiten des Deutschen Olympischen Sportbundes löschen. Der Hintergrund dieser Aktion war ein kleiner Spaß seines Freundes, der für Tommy eine Freundin suchte. Daraus entstand auch eine eigene Fanseite für Buben.


Bildnachweis: © Tommy Fischer (3), © Tommy Fischer.

Jan Kienbichl
Letzte Artikel von Jan Kienbichl (Alle anzeigen)
.