Golfboom als US-Problem

Golfboom als US-Problem

Golf boomt in den USA. „Schuld“ sind viele Faktoren, etwa Corona oder eine Reihe an markanten Gesichtern. Die Ausstatter kommen mit dem Boom aber nicht immer mit.

Es klingt paradox: Da boomt der Golfsport wie lange nicht und trotzdem wird das zu einem Problem. Ein Besitzer eines us-amerikanischen Golfstores etwa sagt „Das war ein Jahr, wie ich es noch nie gesehen habe. Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass es zu Verzögerungen kommen wird. Wir haben vier oder fünf Monate auf ein Produkt gewartet, das es immer noch nicht gibt.“ Und das ist der der kritische Moment des Golfsports. Auf dem Höhepunkt all dieser Popularität, wenn der Enthusiasmus der Golfkonsumenten in Frustration umschlägt, wohin geht das Spiel dann? Die Nachfrage nach Startzeiten, Flights oder Carts, übertrifft in vielen Fällen das US-Angebot nicht nur, sondern dezimiert es. Neu- und Altgolfer warten auf ihre wichtigen Produkte und das frustriert letztlich. Wer will schon wochenlang auf einen Schuh warten? Vielleicht greift er dann zum Tennisschläger. Denn: Die Produkte werden ja auch teurer.

Keine Verkaufstaktik

Diese Produktverzögerungen und Preiserhöhungen sind keine Verkaufstaktik, heißt es vonseiten amerikanischer Hersteller und Vertriebler. Vielmehr sind es die steigenden Kosten für die Herstellung und den Vertrieb von Produkten im aktuellen COVID-19-Umfeld, die zu Engpässen, Frustration und Unsicherheit darüber geführt haben, wann sich Unternehmen wieder in einen vertrauteren Rhythmus einfinden könnte – oder jemals werden wird. Kurz gesagt, bricht der Golfboom den Golfsport? „Das System war auf keinen solchen Schub vorbereitet“, sagte John K. Solheim, Präsident von Ping, gegenüber Gofl Digest. Solheim und viele seiner Front-Office-Mitarbeiter und sein Team von Ingenieuren mussten mit der unglaublichen Nachfrage des letzten Jahres Schritt halten, Engpässe etwa bei der Fertigung ließen kein schnelleres Arbeiten zu. Der gegenwärtige Boom ist sogar größer als jener rund um Tiger Woods – die besten Verkaufsmonate der letzten Dekade waren zu einem Großteil seit dem Ausbruch der Pandemie. Da muss die Industrie erst mitkommen und das ist in den USA nicht so leicht.


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