Gösser-Hattrick

Gösser-Hattrick

Markus Brier gewinnt bei seinem Abstecher auf die Alps Tour zum dritten Mal die Gösser Open. 

Seit nunmehr 30 Jahren gibt es mit den Gösser Open in Österreich ein traditionsreiches Profigolfturnier, das im Rahmen der Alps Tour im GC Erzherzog Johann bei Maria Lankowitz ausgetragen wird. Fritz Poppmeier wurde 1993 die Ehre zuteil, sich als erster Sieger des in den frühen 90er-Jahren ins Leben gerufenen Turniers in die Geschichtsbücher eintragen zu können. 1994 und 1995 standen die Gösser Open dann ganz im Zeichen von Markus Brier, der als damaliger Topstar Österreichs gleich zweimal hintereinander ganz oben auf dem Siegertreppchen stand.

Maudi but goldie

Dass eben dieser Markus Brier ­mit nunmehr über 50 Lenzen nun zum 30-jährigen Jubiläum des Turniers mit an den Start ging, freute Veranstalter ebenso wie die Zuschauer. Mit dem sensationellen Sieg und damit Gösser-Open-Hattrick aber hat weder er und wohl überhaupt sonst auch niemand gerechnet. Aber nach Runden von 67, 66 und noch einmal 66 Schlägen stand der 53-jährige Wiener tatsächlich zum dritten Mal in seiner Karriere als Gösser-Open-Champion fest. Dabei musste Brier am Finaltag immerhin drei Schläge auf den bis dato Führenden Salzburger Lukas Lipold aufholen. Dank gleich fünf Birdies zog Brier noch auf den Frontnine mit Lipold gleich und lieferte sich in der Folge ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Entscheidung zugunsten des Routiniers fiel auf dem letzten Grün. Während Lipold zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt ein Dreiputt nebst Bogey unterlief, machte Markus Brier den Sack mit einem Par unter großem Jubel der Fans zu.

Lukas Lipold verpasste ein mögliches Stechen auf dem letzten Grün.

 

Fast schon kitschig

„Das ist wohl der überraschendste Sieg, den ich in meiner Profikarriere gefeiert habe. Der Schlüssel zum Erfolg war heute, dass ich sehr schnell in einen guten Rhythmus gekommen bin und auf den ersten neun Löchern viele Birdies gemacht habe. Nachdem es in der Vorwoche bei den Riegler & Partner Legends am Murhof überhaupt nicht nach Wunsch für mich gelaufen ist, hab ich eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich hier um den Sieg mitspielen kann. Aber ich habe zum Wochenbeginn mit den ÖGV-Coaches Dominic Angkawidjaja und Ulf Wendling auf der Range intensiv gearbeitet, und das hat sich bezahlt gemacht. Es ist fast ein bisschen kitschig, die 30. Gösser Open zu gewinnen, aber ich freue mich riesig darüber“, so der Oldie. 

Ein wenig zittrig

Natürlich zeigte sich Lukas Lipold enttäuscht nach dem nervenaufreibenden Finale. „Ein Stechen mit Markus wäre schon etwas gewesen, aber es sollte eben nicht sein. Ich war am Beginn der Runde etwas angespannt, habe aber dann gut in mein Spiel hineingefunden und tolle Schläge gemacht. Leider waren aber auch einige zittrige Momente im kurzen Spiel und beim Putten dabei, wie zum Beispiel am letzten Loch, wo ich aus 125 Metern den schwächsten Grünschlag des gesamten Turniers gemacht habe“, resümierte Lipold, der sich Rang zwei mit dem Italiener Andrea Saracino und Clark Dennis aus den USA bei 16 unter Par teilen musste. 

Gute Vorstellung

Mit Felix Schulz landete auf dem geteilten fünften Rang sogar noch ein dritter Österreicher und komplettierte eine richtig gute Vorstellung von Rot-Weiß-Rot beim Heimturnier. „Ich bin mit diesem Resultat sehr zufrieden. Die zweite Runde war definitiv meine beste an diesem Wochenende, was sich mit einer 69 aber nicht im Score niedergeschlagen hat. Aber so ist eben der Golfsport“, meinte Schulz. 

Zielschiessen

Im Vorfeld der Gösser  Open wurden die österreichischen Golffans schon mit einem echten Kurzspiel-Schmankerl verwöhnt. Denn mit den Österreichischen Par-3-Meisterschaften im Golfclub Graz-Andritz stand ein Event für die besonders zielsicheren Profigolfer auf dem Programm. Absolviert wurden jeweils zwei Runden à neun Loch, alles natürlich Par 3. Mit Uli Weinhandl, Timon Baltl, Clark Dennis, Alexander Ferlin, Florian Ruprecht und Felix Schulz (alle 50 Schläge, 4 unter Par) machten sich nach der regulären Spielzeit gleich sechs Spieler in ein Stechen um den Sieg auf. Bereits am ersten Extraloch trennte sich die Spreu vom Weizen. Timon Baltls Abschlag rollte nur hauchdünn an einem Hole-in-One vorbei und das daraus resultierende Birdie konnte nur noch von Weinhandl gematcht werden. Mit einem weiteren Birdie auf dem zweiten Extraloch krönte sich Uli Weinhandl wenig später dann zum verdienten Champion. 

Uli Weinhandl (links) und Timon Baltl lieferten sich ein packendes Finish.

 

Meisterlich

„Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt einen österreichischen Meistertitel gewonnen habe, aber ich freue mich sehr darüber“, so Weinhandl zufrieden. „Uli hat im Stechen einfach super gespielt. Mir hat es großen Spaß gemacht und es war ein gute Vorbereitung auf die Gösser Open“, zeigte sich auch Lokalmatador Baltis zufrieden. Bei den Damen gab es einen Doppelsieg für den GC Gut Freiberg. Sabine Puchner (59/+5) brachte nach einem spannenden Wettkampf einen Schlag Vorsprung auf ihre Clubkollegin Helga Schulz ins Ziel.


Bildnachweis: © GEPA-pictures Gösser Open , © GEPA-pictures Gösser Open (2).

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