Gleich ist gleich?

Gleich ist gleich?

Über Golfer wird oft gesprochen, hier geht es diesmal hauptsächlich um Golferinnen.

Wer an die großen Golfstars denkt, denkt zwangsläufig zumeist an Männer. Woods, Koepka, Langer – you name it. Tiger Woods, Phil Mickelson, Peyton Manning und Tom Brady, die Golfer und die Footballer sind die Namen, die Charity-Gelder sammeln. Und die Frauen? Die sprechen sich immer lauter gegen die Geschlechterungerechtigkeit auch im Golf aus. Etwa Holly Sonders und Paige Spiranac. Sonders ist Moderatorin, Spiranac Golferin. In einem Podcast machten sich die beiden in der Szene bekannten Gesichter so ihre eigenen Gedanken zu dem Match zwischen den Golf- und Footballgrößen und meinten, sie sollten das ebenfalls tun: „Wir sollten das auch machen. Wir bringen die Welt zum Explodieren, und alle werden aus dem Häuschen sein!“ Sonders berichtete zudem von heftigen Reaktionen auf ihre Arbeit.

Schlimmster Tag

Denn Sonders beschrieb auch den schlimmsten Tag ihrer TV-Karriere, der männliche Hauptdarsteller war Jordan Spieth. Sonders hatte ihn 2015 neckisch gefragt, ob er ein weiteres Outfit hätte, wenn es in die Playoffs geht. Die Reaktionen der Fans waren harsch: „Die Leute sagten: Oh mein Gott, du bist die dümmste Person, die ich je getroffen habe. Der nächste Tag war wahrscheinlich der schlimmste meines Lebens.“ Die Moderatorin berichtet, dass sie sogar von Menschen so behandelt wurde, von denen sie an und für sich gedacht hätte, dass sie ihre Freunde wären. Und: „Bis heute verstehe ich es nicht einmal. Es war eine scherzhafte Frage an Jordan. Jeder hat auf uns eingeschlagen.“ Sie ging aus der Krise allerdings gestärkt hervor. Heute hat Sonders nicht nur nach wie vor den Auftrag von Fox News, sondern auch über 470.000 loyale Follower auf Instagram sowie seit kurzem eine Fitness-App. Wer eben zuletzt lacht …

Nichts zu lachen

Eigentlich einen Spaß erlaubte sich der niederländische Golfprofi Joost Luiten, wieder gibt es eine weibliche Hauptrolle. Er wollte eigentlich gemeinsam mit seinem Caddy zeigen, wie man mit der 1,5-Meter-Abstandsregel umgehen kann. In einem auf Instagram veröffentlichten Video lässt sich Luiten die Schläger zuwerfen und schlägt gleich ab. Die Kamera in der Hand hat seine Langzeitfreundin Melanie-Jane Lancaster. Bei einem der Versuche trifft der Profi den Ball nicht, bei einem weiteren schon – direkt in die Richtung der Kamera. Ein Schrei, das Video bricht ab. Aber, so Luiten in einem Instagram-Posting: „Golf spielen mit einem Caddy und die 1,5 Meter zu halten ist schwer. Fast hätte ich bei dem Versuch, soziale Distanzierung zu meistern, meine Freundin getötet. (Sie hat überlebt, nur ein Bluterguss).“ Tja, aus einem Spaß kann ganz schnell Ernst werden. Laut Informationen geht es Lancester aber wieder gut und Luiten wird sich wohl in Zukunft jemand anderen zum Kamerahalten suchen. Weniger Probleme damit, dass Kameras auf ihn gerichtet sind, hat der nächste Hauptakteur.

der Schrei der Kamerafrau.

 

Trump

Denn kein Gossip ohne Donald Trump – wie schon erahnbar kommt diese Anekdote allerdings ohne Frauen aus. Ausgangspunkt war die Kritik von Rory McIlroy am Präsidenten. Trump meinte darauf in für ihn durchaus ungewohnter diplomatischer Art: „Viele Golfer sind sehr politisch. Ich denke, einige mögen meine Politik und andere nicht. Diejenigen, die es nicht tun, bekomme ich selten zu sehen.“ Der Präsident und der Nordire spielten ja bereits gemeinsam. Ein einmaliges Erlebnis wohl, denn der Profigolfer sagte später: „Ich weiß nicht, ob er nach dem, was ich gesagt habe, jemals wieder mit mir spielen will.“ Aber es soll ja nicht immer nur schlecht geredet werden. Der Präsident selbst wurde zum TaylorMade Driving Relief Skins Match zugeschaltet und sprach gegenüber NBC etwas aus, was wohl die meisten Golf- und insgesamt Sportfans sehr gut verstehen können: „Es ist eine wundervolle Sache. Ich kann die zehn Jahre alten Turniere, bei denen man weiß, wer am Ende gewinnt, nicht mehr sehen. Wir brauchen den Sport zurück. Wir vermissen ihn und brauchen ihn für die Psyche unseres Landes.“ Zumindest hierbei liegt er wohl richtig.

Harsche Kritik

Zurück zu Frauen im Golf, der Schauplatz bleibt gleich: Bei dem gerade erwähnten Event spielten Dustin Johnson/Rory McIlroy und Matthew Wolff/Rickie Fowler. Das stieß Melissa Reid sauer auf – man braucht kein Experte sein, um hier die Abwesenheit von Frauen zu kritisieren. Reid veröffentlichte auf Twitter ein Statement, das es vollkommen berechtigt in sich hat: „Ich weiß, es ist gerade eine schwere Zeit und ich kann nur über meine eigene Welt sprechen. Heute haben wir wieder die Unterschiede zwischen Männer- und Frauengolf gesehen. Das Charity-Event sollte ‚Golf‘ präsentieren – nicht nur Männergolf. Man hat eine Chance verpasst, Gleichberechtigung zu repräsentieren. Respektiert uns als Athleten. Ich freue mich auf den Tag, an dem wir mitinbegriffen sind.“ Reid bekam viel Zuspruch, etwa von Henni Zuel. Die ehemalige Proette arbeitet mittlerweile als Kommentatorin und sagt: „Ich will niemandem die großartige Arbeit absprechen, aber nächstes Mal würde ich sowohl auf dem Platz als auch im Kommentatoren-Team sehr gerne mehr Vielfalt sehen.“ Die Schottin Gemma Dryburgh retweetete Reids Statement mit den Worten: „Ich könnte nicht mehr zustimmen. Es wäre toll gewesen, gemischte Teams zu sehen.“ Fraglich bleibt natürlich, wann diese Geschlechterungleichheiten endlich bereinigt werden und sich endlich mehr in die Richtung tut.

Kreatives zum Schluss

Und jetzt kommen wir noch einmal zu einem ganz anderen Thema. Es ist leider noch immer Corona und dadurch hat sich im Golfsport einiges geändert, wie schon öfters erwähnt. Eine besonders kreative Lösung, um die Verbreitung des Virus auch indoor einzudämmen, hat sich Zieglers Golfplatz in Neuburg an der Donau einfallen lassen: Man baute kurzerhand einen Golfcart um und verwendete (siehe Foto) die Windschutzscheibe als Virenschutzscheibe. Somit bekommt das Sekretariat ein ganz besonderes Golfflair. Das wird mit Sicherheit den einen oder anderen Nachahmer finden, beziehungsweise Nachahmerin. Und das ist gut so!


Bildnachweis: © Getty Images.

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