Gefährlich und geil

Gefährlich und geil

Haben Sie noch Sex oder spielen Sie schon Golf, heißt ein Sprichwort. Blödsinn, sagen Studien.

Der Golfsport hatte ja jahrelang ein kleines Imageproblem. Nur ältere Menschen würden golfen, und das Abschlagen sei auch ein guter Sex-Ersatz, witzelte man gerne. Nun gut, das hat sich in den letzten Jahren einigermaßen geändert, und da geht es nicht darum, ob die Damen und Herren Golfer nun für den Durchschnittsmenschen als schön gelten oder nicht. Denn Golf ist zunächst einmal ein durchaus gefährlicher Sport. Wie eine britische Studie herausfand, ist Golf nämlich die vierthäufigste Verletzungsursache. Im Vereinigten Königreich gaben bei einer Studie befragte Menschen nur drei Sportarten an, bei denen man sich öfters verletzt hatte. Das waren (logischerweise) Fußball (71 Prozent), Basketball (69 Prozent) und Hockey (68 Prozent). Dann schon auf dem vierten Platz kommt Golf – 66 Prozent der Befragten gaben an, sich schon einmal im Zuge des Golfspiels verletzt zu haben. Mehr als beim American Football, Rugby (!), Tennis oder Badminton/Squash oder Radfahren. Die meisten Beschwerden gab es beim Golfen übrigens beim Rücken, den Ellbogen, der Schulter, dem Handgelenk und dem Knie. Die Ursache für die Beschwerden war zu einem Großteil die Sorglosigkeit anderer. Apropos andere – und jetzt wird es „geil“ –, Golf ist sehr attraktiv. Das hat Golfsupport.com herausgefunden! Hierbei geht es um Tinder, die bekannte Datingapp, bei der man durch nach links oder rechts Wischen „matched“, also seine Attraktion dem jeweiligen Profil gegenüber ausdrückt. 1.000 Menschen wurden Profile gezeigt. Die meisten zustimmenden Swipes nach rechts bekamen Menschen, die sich beim Rugby-Spielen zeigten, gefolgt von Fußball. Schon auf Rang drei: Golf. Da solle noch einer sagen, das Golfspielen würde sich neben dem Platz nicht auszahlen! Erst danach kommen Sportarten wie American Football, Basketball, Radfahren oder Rudern. Ein Seitenhieb sei erlaubt: In der Statistik an letzter Stelle kam Cricket …

MuskelDriver

Dass Muskelpakete derzeit in sind im Golf, beweist Bryson DeChambeau beinahe täglich. Doch nicht nur der Wissenschaftler kann dank Extramuckis weite Abschläge verteilen, sondern auch ein anderer, der eher Schläge ohne Ab verteilt: Tyson Fury. Wer ihn nicht kennt: Der 32 Jahre alte junge Mann aus Manches­ter ist aktueller Weltmeister im Schwergewichtsboxen, hat von seinen 31 Wettkämpfen 30 gewonnen (einmal Unentschieden) und 21 der Siege gelangen durch K. o. Derzeit boxt Fury hauptsächlich gegen Deontay Wilder, allerdings wird der Kampf andauernd verschoben, wir wissen alle, warum. Damit hat Boxen viel mit Golf gemeinsam, wurden doch auch einige Events verschoben. Und weil Fury auch ein Golfer ist, hat er für einen Sponsor seinen Driver ausgepackt und den kleinen weißen Ball mit seinen K.-o.-Fäusten 306 Yards weit geballert. Auf dem Instagram-Channel von BBC Sports und auch auf Furys Channel („gypsyking101“) kann man sich aber davon überzeugen, dass der Boxer nicht nur weit abschlagen kann, sondern auch putten.

Boxer Tyson Fury kann’s auch mit dem Golfschläger ganz gut. Klar, Brite!

 

Millionenverluste

US-Präsident Donald Trump kämpft mit dem Coronavirus, der Wiederwahl und anscheinend auch herben finanziellen Verlusten. Die renommierte New York Times veröffentlichte seine Steuerunterlagen, und die zeigen einerseits, dass er kaum Steuern zahlt – was zu vielen Vorwürfen über seine angeblichen Golfkünste passen würde. Immerhin wird er im Golf gerne „Commander in Cheat“ genannt. Doch auch mit Zahlen dürfte er es nicht so haben. Neben dem Umstand, dass er gar nicht so reich sein dürfte, wie er immer sagt, haben laut der NYT alleine seine Golfplätze seit 2000 rund 316 Millionen Euro Verlust gemacht. Trump bestreitet die Vorwürfe und will sich gerichtlich dagegen wehren. Bemerkenswert ist dabei beispielsweise, dass er das Golfresort in Doral, Florida, 2012 um 150 Millionen US-Dollar kaufte, laut dem Bericht weitere 213 Millionen investierte, das Resort aber 2018 Verluste in der Höhe von 162 Millionen US-Dollar schrieb. Was bei so hohen Verlusten rauskommt, scheint klar: kaum Einkommenssteuern. 750 Dollar soll er zahlen, der durchschnittliche US-Amerikaner führt über 12.000 Dollar ab. Es passt – leider – zu allem, was man über ihn und Golf weiß. Gute Besserung sei dennoch erwünscht.

Aberglaube – hilft!

Es soll ja die wunderlichsten Dinge geben, die Sportler machen, wenn sie erfolgreich sind. So gibt es einen Golfer, der eine Zeitlang am Finaltag immer nur ein rotes Leiberl anlegt. Oder man macht es wie Evan Harmeling, Profi. Er spielte jüngst bei der Savannah Golf Championship auf der Korn Ferry Tour. Nach einer sensationellen 64er-Runde und einer 67er-Runde spielte er am Samstag gleich wieder eine 67er. In einem gelben Leiberl. Das gefiel ihm so gut, dass er es am Sonntag gleich wieder anzog. Das mag spleenig sein, aber es hat sich ausgezahlt: Hamerling kam ins Stechen gegen Kevin Doughtry und gewann dieses. Es ist der erste Sieg auf der Korn Ferry Tour, und er meinte, er hatte sich dann doch nicht so wohlgefühlt. Hoffentlich wird er sich die Angewohnheit, nach guten Runden diesselbe Garderobe anzuziehen, bald wieder abgewöhnen. Sonst fühlen sich bald die Spieler, die mit ihm im Flight sind, nicht mehr ganz so wohl.

Zweimal dasselbe Leiberl ergab – logisch!? – den ersten Sieg für Harmeling.

 

Bryson legt drauf

Aberglaube ist nicht so das Ding von Bryson DeChambeau. Der frischgebackene Golfsuperstar möchte noch weiter abschlagen. Bei einem Event verriet er jüngst, wie das gehen soll. Bislang schlug der Muskelprotz mit einem Driver in der Länge von 45 1/2 Inch ab. Was man wohl mit mehr schaffen würde? Etwa mit dem Maximalmaß von 48 Inch? Das will DeChambeau nun her­ausfinden. Gegenüber Medienvertretern sagte er neulich: „Ich freue mich darauf zu versuchen, einen 48-Inch-Driver einzusetzen und zu sehen, was das für den Golfplatz bedeuten kann und welche Möglichkeiten sich dar­aus für mich ergeben werden. Ich denke, es gibt viele Vorteile, wenn man einen 48-Inch-Driver hat und ihn ins Spiel bringen und halten kann. Wir arbeiten dar­an. Ich muss noch einige Dinge her­ausfinden, aber bis jetzt war es ziemlich erstaunlich.“ Eingesetzt werden soll er dann beim ­Masters im November.


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