Foodtrends 2021: Was sich im Alltag ändert – und was nicht

Foodtrends 2021: Was sich im Alltag ändert – und was nicht

Hanni Rützler forscht seit über 25 Jahren in Sachen Esskultur. In ihrem jährlichen Food Report verdichtet sie ihre Erkenntnisse. In einer kleinen Serie stellen wir Ihnen die wichtigsten Trends 2021 vor.

 

„Foodtrends sind Antworten auf aktuelle Bedürfnisse und Probleme und spiegeln wandelnde Werte.“

 

Der Alltag

Das Virus verändert alles, es ist von disruptiver Kraft, es wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Manche Trends beschleunigt es, andere bremst es, wenige verdrängt es. Hanni Rützler ist überzeugt, dass das Virus unsere Esskultur prinzipiell in eine Richtung verändert, in die sich diese ohnehin verändern wollte.

Fast Good: Schnell und Gut

Einst war Geschwindigkeit Trumpf. Manager diverser Ketten optimierten die Produktionsabläufe und freuten sich, wenn sie ihre Burger noch einige Sekunden schneller über die Budel wuchteten. Heute ist Geschwindigkeit plus Qualität kein Widerspruch mehr. Klassisches Beispiel dafür ist der allgegenwärtige Burger, der längst die Qualitätsgastronomie er­obert hat.

Der Food Report 2021: Inzwischen haben auch andere Klassiker des „schnellen Essens“ ein kulinarisches Upgrading erfahren: Asiatische, spanische und levantinische Tapas und Mezze erweitern heute das Fast­-Good­-Angebot. Ob und wie die im Zuge dieses Trends vor allem in den Großstädten aufgeblühten kleinen, engagierten Eaterys und Pop­-ups die Krise überleben, wird auch davon abhängen, wie gut die von den Regierungen angekündigten Unterstützungen greifen und ob und wie rasch die Wirtschaft wieder in Schwung kommt.

Vom Fast Food zum Fast Good: Auch bei Klassikern des schnellen Essens gibt es einen Qualitätsschub, etwa bei den Burgern.

 

New Breakfast: Ein Verlierer der Krise

Das sogenannte neue Frühstück hat es schwer. Die brunch-ähnlichen üppigen Selbstbedienungsbuffets sind so nicht mehr zu realisieren, die Abstandsregeln verhindern den ungezwungenen Kommunikations- und den (oft) begleitenden Trinkfluss.

Der Food Report: New Breakfast war die Verbindung von Genuss und Kommunikation, die nicht durch formalisierte Regeln, starre Speisenfolgen oder gar Social­Distancing-­Gebote gehemmt wurde.

Convenience 3.0: Neue Lösungen für Daheim

Bezugsquellen und Kochrezepte wurden getauscht, Erfahrungen geteilt. Plötzlich standen in diesem Frühjahr Menschen am Herd, die zuvor kaum gekocht hatten, aber schnell den Ehrgeiz entwickelten, mehr als Dosen- und Fertiggerichte zu erwärmen. Eine Chance für die Gastronomie, hier Zusatzangebote zu schaffen.

Der Food Report 2021: Dieses Angebot könnte nun durch weitere neue Services kreativer Gastronomen ergänzt werden, die nicht nur fertige Speisen liefern, sondern die eine Mischung aus frischen und kulinarisch überzeugenden Fertigkomponenten bieten: so zum Beispiel Fonds, Saucen und Dressings, die in der professionellen Restaurantküche leichter und besser herzustellen sind, aber auch frisch vorbereitete oder nicht gekochte Gerichte oder Speisenelemente, die zu Hause dann lustvoll und mit wenig Aufwand finalisiert werden können.

Neues Geschäftsfeld für die Gastronomie: Convenience-Produkte für daheim.

 

Snackification: Der Boom boomt

Gesnackt wird immer und überall, eine Entwicklung, die durch veränderte Arbeitszeiten und Essgewohnheiten befeuert wird. 

Der Food Report 2021: Die im Zuge des Lockdowns boomenden Take­away­- und Delivery-­Dienste, mit denen viele Restaurants aus der Not eine Tugend gemacht haben, werden sich auch in Zukunft an den Mini­-Mahlzeiten­-Formaten orientieren: kleinere Portionen, die individuell kombiniert werden können.

 

Im zweiten Teil unserer Serie beleuchten wir den Cluster „Gesundheit“.

* Quelle: Hanni Rützlers Food Report 2021 (Zukunftsinstitut)


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