Ein Umzug steht bevor

Ein Umzug steht bevor

Francesco Molinari übersiedelt in die USA, das scheint Kollege Tommy Fleetwood zu Tränen zu rühren. Eine Bromance!

Insider kennen Francesco Molinari und Tommy Fleetwood beinahe schon als „Moliwood“ – in moderner Sprache nennt man das eine Bromance, eine Romanze zwischen zwei Bros. Früher: Freundschaft. Aber war­um hat Fleetwood unter einen Tweet von Molinari weinende Emojis und „Aber ich dachte, du verlässt mich nie!!!!“ geschrieben? Nun, das kommt so. Der Italie­ner ist in Turin geboren und lebt seit mehr als zehn Jahren in Woking, England. Anfang Juli verfasste Francesco Molinari, immerhin British-Open-Sieger von 2018, einen Tweet, in dem er schrieb: „Die seltsamen Zeiten haben einige Überlegungen beschleunigt, das nächste Kapitel unseres Lebens in Kalifornien aufzuschlagen. Das hat mich bisher auch vom Turniergolf abgehalten.“ Ab in die USA, mit Kind und Kegel. Twitter gab dann auch noch einen weiteren Teil der Bromance zum Besten, denn auf die weinenden Emojis schrieb der Umziehende. „Es gibt immer ein Bett für dich!“ Schön, oder?

Dylan Frittelli kann spielen – aber mit dem Coronavirus. Das geht offenbar.

 

Corona-Einblick

Es sind schon sehr komische Zeiten. Dylan Frittelli wurde bekanntlich positiv auf Corona getestet, zeigt keine Symptome, wird auch spielen. Das heißt: Er muss alleine frühstücken und ­alleine auf die Driving Range. Wie das Leben nicht in Zeiten von, sondern mit dem Coronavirus ist, hat er neulich erzählt: „Ich habe ein positives Testergebnis gesehen und dachte: OK, ich kann diese Woche nicht spielen, wir müssen etwas länger aussteigen und warten‚ und dann, als ich mit dem Arzt der Tour sprach, Dr. Hospel. Er erklärte im Grunde: OK, Sie haben seit Mittwoch­nachmittag oder -abend keine Symptome mehr. Das waren also fast sechs Tage ohne Symp­tome.“ Davor schon: verstopfte Nase, leichte Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Geruchsverlust. Nun hat er die nicht mehr, wurde noch einmal positiv getes­tet, spielt aber. Andy Levinson, Senior-VP der Turnierverwaltung für die PGA Tour, meint: „Die Betroffenen, die die medizinischen Anforderungen für die Isolation der Meinung unserer medizinischen Berater nach und einschließlich der Experten für Infektionskrankheiten und des CDC erfüllen, können spielen.“

Kritik an Dechambeau

Golf öffnet sich zwar immer mehr in alle Richtungen, aber Bryson DeChambeau ist einigen offenbar etwas zu viel. Man nennt ihn aufgrund seiner Muskelberge „Hulk“, vormals „verrückter Professor“ oder so ähnlich. Der Hintergrund ist klar: Der Muskelprotz drischt den Ball mit über 300 Kilometern pro Stunde, im Schnitt gerade 320 Meter weit. Eddie Pepperell witzelte darüber auf Twitter: „Seine mittleren und kurzen Eisen haben sich arbeitslos gemeldet.“ Und: „Mit jedem Drive, den Bryson trifft, sehe ich, dass mein bevorstehender Barista-Job näherkommt.“ Aber so mancher Beobachter spricht auch davon, dass man an elegante Schwünge zurückdenkt, Geschmeidigkeit. Aber ja, so ist es halt: Golf hat sich geändert. Das sind keine gesetzten Herren mehr mit Schnauzer und Mütze – so zumindest stellt sich der Autor Golf in Schwarz-Weiß in den 50ern vor –, sondern Sport-, also Popstars, die mit den modernen Möglichkeiten alles aus sich herausholen wollen. Das kann kritisiert werden, ist aber 2020 einfach so . Was will man tun?


Bildnachweis: © Getty Images.

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