Dominator Nemecz

Dominator Nemecz

Audi-Circuit-Vorjahressieger Lukas Nemecz lässt auch dieses Jahr der Konkurrenz keine Chance.

Es ist endlich wieder so weit: Die österreichische Golfsaison hat begonnen. Ein eindeutiges Zeichen dafür ist das dieser Tage zu Ende gegangene Audi Circuit, das vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, um den aufgrund der Corona-Pandemie lange zur Untätigkeit gezwungenen Professionals und Amateuren wieder ein Turnier zu bieten. Bei der diesjährigen Austragung drehten wieder zahlreiche Spieler ihre Runde in Kärnten (GC Schloss Finkenstein und GC Klagenfurt-Seltenheim) und in der Steiermark (GC Murhof). Neben Lukas Nemecz und Markus Brier, den beiden Masterminds dieses ProAm-Bewerbs, schlugen dieses Jahr auch Timon Baltl, Niklas Regner und Martin Wiegele sowie Christoph Körbler und Florian Prägant ab. Bei den Damen waren es unter anderem Katharina Mühlbauer und Sarah Schober. Neben Brier zählten auch Andre Bossert (SUI), Thomas Gögele (GER), Barry Lane und David Shacklady (beide ENG) von der Legends Tour zum Teilnehmerfeld der diesjährigen Austragung. 

Der Grazer (re.) sicherte sich beim Audi Circuit 2022 insgesamt drei Tagessiege und die Gesamtwertung. Preisgeld: 9.025 Euro

 

Lukas Nemecz ist nicht zu biegen

Mit insgesamt drei Tagessiegen holt sich Vorjahressieger Lukas Nemecz beim Finalturnier am GC Murhof eindrucksvoll auch den Gesamtsieg des Audi Circuit 2022. Vor diesem Hintergrund kann dem 32-jährigen Grazer auch egal sein, dass er am letzten Turniertag noch ins Stechen musste. Denn auch der Salzburger Bernard Neumayer spielte eine 65er-Runde (–7). Dabei versenkte Nemecz am dritten Extraloch einen Birdieputt aus acht Metern, während Neumayer nur das Par spielte. Der Legends-Tour-Star Barry Lane lochte beim Finalturnier aus 200 Metern zum Albatros ein. „Dass mir ausgerechnet hier auf meinem Heimatplatz ein Albatros gelingt, ist eine ganz spezielle Geschichte“, freut sich Murhof-Gruppe-Botschafter Barry Lane über seinen Kunstschlag. „Der Schlag war richtig gut, der Ball ist noch einige Meter über das Grün gerollt, war aber immer in Richtung Fahne unterwegs.“

Turniergeschehen der Reihe nach

Der Kick-off zum ersten österreichischen ProAm der Saison fand am 5. April im Kärntner GC Schloss Finkenstein statt. Bereits hier zeigte Lukas Nemecz, dass er seine gute Form von der DP World Tour zum Audi Circuit mitnehmen konnte. Der Grazer spielte eine 66er-Runde (–6) und setzte sich mit drei Schlägen Vorsprung vor dem Kärntner Lokalmatador Christoph Körbler (69/–3) durch. Tagessieg eins war in der Tasche. „Es war heute ziemlich windig, daher ist diese 66 auch sehr viel wert. Das lange Spiel hat sich sehr gut angefühlt. Ich habe mit neuen Eisen gespielt,­ die durchwegs gut funktioniert haben“, meinte Nemecz.

Lukas Nemecz mit Strandfeeling beim Audi Circuit 2022.

 

Das steirische Quartett Timon Baltl, Gerold Folk, Niklas Regner und Florian Ruprecht sowie der Burgenländer Uli Weinhandl teilten sich mit jeweils 70 Schlägen (–2) Rang drei.

Auch am zweiten Turniertag, der am 7. April im GC Klagenfurt-Seltenheim über die Bühne ging, war Nemecz das Maß der Golfdinge. Mit einer imposanten 63er-Runde (–9) ließ der Grazer erneut sein Können aufblitzen und sicherte sich so den zweiten Tagessieg. Platz zwei teilten sich Niklas Regner und Felix Schulz, die jeweils 67 Schläge (–5) benötigten. 

Damit konnte sich Nemecz gleich in den ersten beiden Bewerben mit einem Score von 15 unter Par von der Konkurrenz absetzen und entspannt in die Audi-Circuit-2022-Zukunft blicken. Denn sein erster Verfolger Regner hatte bereits acht Schläge Rückstand. Timon Baltl und Christoph Körbler fehlten als Dritte bereits zehn Schläge auf den Spitzenreiter, bevor die Weiterreise in die Steiermark anstand.

Weiter zum GC Murhof

In der Karwoche ging’s am GC Murhof weiter – und zwar mit dem Play-off am 12. April; dieses Jahr erstmals mit Publikum. Dieser Show-Wettbewerb wurde in einem 16er-Raster in Form von K.-o.-Duellen ausgetragen. Und dabei setzte sich Christoph Körbler, Teaching-Pro des GC St. Veit-Längsee, durch. Nachdem Körbler in der Auftaktrunde Jürgen Maurer bezwungen hatte, lag der Kärntner im Viertelfinale nach einem spannenden Schlagabtausch mit dem Salzburger Bernard Neumayer lediglich um zehn Zentimeter näher bei der Fahne (2,55 zu 2,65 m). In der Vorschlussrunde setzte Körbler seinen Erfolgslauf gegen den Steirer Martin Wiegele fort, ehe er auch im Finale, das im „Best of three“-Format ausgetragen wurde, mit Timon Baltl einen weiteren weiß-grünen Lokalmatador mit 2:0 bezwang. 

„Ich habe ab der ersten Runde sehr solide gespielt und gute Schläge gemacht. Im Viertelfinale war gegen Bernard Neumayer auch das nötige Glück auf meiner Seite“, kommentiert Körbler seinen Sieg inklusive Scheck im Wert von 1.500 Euro. 

Am 13. April ging es schließlich mit dem 3. Turniertag weiter, den Timon Baltl letztlich für sich entscheiden konnte. Er spielte beim ersten von zwei Turnieren am GC Murhof eine 65er-Runde (–7) und verwies damit seinen steirischen Landsmann Niklas Regner und den englischen Legends-Tour-Star David Shacklady (je 68/–4) auf Rang zwei. Mit einem weiteren Schlag Rückstand landeten Lukas Nemecz und Christoph Körbler (je 69/–3) auf dem geteilten vierten Platz.

Lukas Nemecz und Niklas Regner plaudern über ihre Performance.

 

Damit hatte Nemecz vor dem ­finalen Bewerb am folgenden Tag immer noch einen Vorsprung von sechs Strokes auf Baltl (204/–12). Gefolgt von Regner (205/–11) und Körbler (208/–8), der sich als Vierter ebenfalls noch auf Schlagdistanz zu den Podestplätzen befand.

Nemecz macht Sack zu

Am letzten Turniertag machte jedoch Lukas Nemecz alles klar. Er holte sich erneut den Tagessieg und mit 263 Schlägen (–25) auch souverän die Gesamtwertung vor seinem steirischen Landsmann Timon Baltl (272/­–16). Platz drei teilten sich mit jeweils 275 Schlägen (–13) Bernard Neumayer und der Steirer Niklas Regner. „Ich war vor den Turnieren ziemlich angespannt, weil ich doch als Favorit in den Audi Circuit gegangen bin, aber ich bin mit dieser Situation sehr gut umgegangen“, blickt Lukas Nemecz zurück und jetzt „mit einem guten Gefühl auf die nächsten Turniere auf der DP World Tour“. Beim diesjährigen Audi Circuit holte er insgesamt ein Preisgeld in der Höhe von 9.025 Euro.


Bildnachweis: © GEPA-pictures/Audi Circuit.

Peter Suwandschieff
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