Die Übergabe

Die Übergabe

Im August bekommt die Golf Area 36, also die GCs Linsberg und Föhrenwald, einen neuen Chef.

Nach vielen Jahren endet bei der Golf Area 36 in Linsberg und Föhrenwald die Ära von Elgar Zelesner. Nun übergibt er an die nächste Generation, er geht in die wohlverdiente Pension. Neu übernehmen wird den Job der ehemalige Club-Vorstand und Schwechat-Clubmanager Christoph Schneeberger. Es ist eine lange bekannte Übergabe von der alten zur neuen Generation. Die Golf Week nahm dies zum Anlass, beide vor das Mikrofon zu bitten und mit ihnen über das, was war, sowie das, was kommen wird, zu sprechen.  

Prägende Themen

Die Golfsaison 2022 ist schon gestartet in der Golf Area 36 im Süden der Bundeshauptstadt Wien. Die Ära von Elgar Zelesner geht damit zu Ende. Zwei Themen haben sie geprägt. Das ist zuerst die Neuausrichtung mit der Golf Area, die 36 Löcher bietet. Einerseits in Linsberg einen 18-Loch-Platz, wo „easy zu Hause“ ist, wie es vonseiten des Golfclubs heißt. Und andererseits der GC Föhrenwald, wo „Topgolf“ eine Heimat gefunden hat. Diese Umsetzung geschah vor mittlerweile drei Jahren. Die Adresse für anspruchsvolle, moderne, smarte, sportliche und wellnessbegeisterte Golfer ist dabei, man hätte es ahnen können, nur 36 Minuten von Wien entfernt. Der zweite prägende Punkt der letzten Jahre war zweifelsfrei die Corona-Pandemie mit den Einschränkungen auf der einen Seite und einem daraus resultierenden Golfboom auf der anderen.

Herausforderungen

Wie hat sich der erfahrene Golfclubmanager also auf diese Saison vorbereitet? „Eigentlich wie immer“, meint Zelesner, „schon letztes Jahr waren die Zahlen im Frühjahr nicht so schlecht, der Virus ist zurückgegangen, als es wärmer wurde.“ Erfahrung zählt halt. Und auch mit einem Blick auf den Herbst denkt er, dass der Golfsport uneingeschränkt bleiben wird, vielleicht werde die Gastronomie schließen. Dies sei aus seiner Sicht überhaupt die größte Herausforderung. „Köche und Kellner zu finden, das ist gegenwärtig schwieriger als früher“, meint er. Die Gastro-Probleme hinsichtlich Personal sind kein Spezifikum, aber die Plätze sind logischerweise von Montag bis Sonntag geöffnet. Ohne Ruhetag verschärft sich die Lage auch noch. Das sind die eher negativen Dinge; positiv ist, dass sich mehr Leute dafür entschieden haben, den Golfschläger in die Hand zu nehmen.

Zelesner geht

Zelesner glaubt aber nicht, dass die neuen Golfer von anderen Sportarten kamen, viele hätten in den letzten zwei Jahren von sich aus angefangen; weil es ging, weil es Spaß macht. Neues muss er selber eigentlich nichts machen. Das Feld ist bestens bestellt, der Cart ist schon elektrifiziert, was später noch wichtig wird. Den Rest, kann dann sein Nachfolger Christoph Schneeberger machen. „Bereits letztes Jahr haben wir das schon festgemacht, er und Markus Habeler werden den Laden dann schupfen“, meint er. Was dann auf ihn zukommt? Opasein und der Wald, den er als Jäger betreut.

Schneeberger kommt

Am 1. August ist dann Christoph Schneeberger der Geschäftsführer der Golf Area 36. Einerseits war er im Vorstand, andererseits Clubmanager in Schwechat im dortigen Golfclub. „Ich bin seit 21 Jahren im Verein und wechsle vom Vorstand in die Geschäftsführung“, erklärt er. Die beiden Golfclubs sind ja bekanntlich zwei der wenigen Clubs im Sinne des Vereinsrechts. Auch Zelesner war zuvor ehrenamtlicher Vorstand, nun jahrelang im aktiven Management. Man kennt das im Verein also sehr gut und hat beste Erfahrungen gemacht. Die 19 Jahre lange Erfahrung im Golfclub in Schwechat bringt Schneeberger zudem auch noch mit. Er kennt das Haus in- und auswendig, allerdings kennt ein Vorstand das Alltagsgeschäft nicht, was für Schneeberger wohl die große Herausforderung wird, wie er erklärt. Die großen Entscheidungen hat er freilich mitgetragen, sei es etwa der Ausbau des Klubhauses oder das Redesign der Plätze. Es ist, wie bereits erwähnt, schon viel passiert. Aber was hat die Golf Area 36 mit dem Claim „Wo das Golf zu Hause ist“ in Zukunft vor?

Christoph Schneeberger war im Vorstand schon da und hat somit Erfahrung.

 

Die Zukunft

Was aber bietet man in Zukunft an? „Im Golfclub Föhrenwald verfolgen wir seit 20 Jahren einen Masterplan“, so Schneeberger. „Wir werden wieder zwei neue Löcher machen, wie gewohnt wird das der kanadisch-irische Architekt Jeff Howes machen. Er hat ja schon den Föhrenwald redesignt und Linsberg gebaut.“ Diese Arbeiten sind für den Herbst geplant, seine Ära wird – im positiven Sinne – mit einer Großbaustelle anfangen. Den Golfboom hat er auch registriert – strategisch sei die Herausforderung, dass sich der Boom nicht umkehrt. Denn Christoph Schneeberger weiß, dass steigende Lebenserhaltungskosten sich auch schnell auf die Freizeitgestaltung auswirken können: „Da wird man drauf schauen müssen. Wenn das Pendeln das Doppelte kostet, werden sich auch viele die Frage stellen, wie weit sie zu ihrem Golfplatz fahren. Aber wir sind schon sehr lokal aufgestellt. Unsere Mitglieder kommen zu 80 Prozent aus einem Umkreis von 25 Minuten. Die Plätze, zu denen man eine Stunde hinfährt, werden es da schon schwerer haben.“ Insofern hat man sich kurz vor Corona neu ausgerichtet und mit der Energiekrise steht gleich die nächste an.

Die Golfclubs Föhrenwald und Linsberg sind für die Zukunft gut aufgestellt.

 

So geht‘s weiter

Und obendrauf ging es noch die Themen Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit. All das sind Herausforderungen, auch wenn Golfplätze schon viel für Biodiversität und gegen Versiegelung tun. Auf diese Zukunft hat man sich schon lange vorbereitet. Noch in den 1990er-Jahren waren neun von zehn Golfern aus Wien, mit Mitgliederaktionen Richtung lokale Golfer hat man dem eben gegensteuern können. „Mit diesen Angeboten konnten wir das umdrehen. Auch der Golfclub Linsberg konnte das Umfeld noch mehr regionalisieren, weil er durch den Einsteigernimbus passend ist“, sagt Schneeberger und spielt auf die rund halbe Million Menschen an, die in der Region leben. Und auch in der eigens betriebenen Gastronomie kauft man ausschließlich regional. Von Zelesner auf Schneeberger geht es in eine Zukunft, die durch gute Arbeit in der Vergangenheit bestens vorbereitet ist. 


Bildnachweis: © Perfect Eagle Golf / Vielnascher, © Privat, © GC Föhrenwald.

Georg Sander
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