Die eherne Liste des Dr. Peter Ramsauer

Die eherne Liste des Dr. Peter Ramsauer

Ex-Minister als Schirmherr beim Promi-Benefizturnier in Wannsee.

Das Büro von Dr. Peter Ramsauer muss ganz genau Buch führen. In exakt 100 Vereinen ist der ehemalige Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung engagiert, als ordentliches, förderndes oder Ehrenmitglied. Etliche andere stehen auf der Warteliste. Aber die kommen erst zum Zuge, wenn der eine oder andere Verein auf der Hunderter-Liste das Zeitliche segnet, aus welchen Gründen auch immer. Kommt vor, aber sehr selten. Und nein, ein Golfclub steht nicht auf der Liste. 

Fürs Golfen hat dem Vater von vier Töchtern immer die Zeit gefehlt. Da war das Studium der Betriebwirtschaftslehre an der Uni München, der Abschluss als Diplomkaufmann mit Prädikatsexamen, die Promotion zum Doktor der Staatswissenschaften, dazu die Meisterprüfung im Müllerhandwerk. Parallel die politische Karriere mit der kompletten Ochsentour von der Schülerunion über die Junge Union im Kreisverband Traunstein bis zum stellvertretenden CSU-Vorsitzenden, seit 1990 als Mitglied des Bundestages, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe, gut vier Jahre Minister, mittlerweile in etlichen Ausschüssen aktiver Vizealters­präsident des Parlaments in Berlin.  

Torwart des FC Bundestag

Sport mag er sehr, in vielen Variationen. Jahrelang war er eifriger Jogger, das Skifahren wurde ihm als Oberbayer ohnehin in die Wiege gelegt. Sein liebster Posten in Berlin überhaupt? Torwart des FC Bundestag. Auch wenn er in dieser Funktion regelmäßig die Hütte zweistellig vollbekam, wenn einmal im Jahr die Politiker mit ihren eher bescheidenen Ballkünsten gegen eine Elf ehemaliger Nationalspieler antraten. Da kannten Uwe Seeler und Co weder Gnade noch Respekt vor den gewählten Volksvertretern, erinnert sich Peter Ramsauer. Er konnte kaum schnell genug hinter sich greifen, um den Ball immer wieder aus dem Netz zu fischen. 

Aber das nimmt der Abgeordnete des Wahlkreises Traunstein/Berchtesgadener Land ebenso mit Humor wie den einzigen „beruflichen Fehlschlag“ seiner beeindruckenden Karriere. Als Jugendlicher wäre er gerne Konzertpianist geworden, besuchte schon als 15-Jähriger die Musikhochschule. Doch er merkte bald, dass er zwar gut, aber für die ganz große Musikerkarriere wohl doch nicht gut genug war. Also sattelte er um – und wurde zum Förderer anderer junger Menschen, die die Musik lieben. Von „seinen“ 100 Vereinen liegt ihm einer ganz besonders am Herzen: das Ensemble Amphion München-Wien, das seit 2000 seinen festen Sitz im heimischen Traunreut hat. 

Ungewohntes Terrain

„Jungen und Mädchen lernen beim Musizieren mit engagierten Lehrern aus Bayern und Österreich, im Team zu spielen und dem Dirigenten zu vertrauen und sich darauf zu fokussieren“, schwärmt Peter Ramsauer für das Jugend-Ensemble, das unlängst einen großen Auftritt im Palais Lobkowitz, der Deutschen Botschaft in Prag, feierte. Dafür betrat er auch gerne ungewohntes Terrain: Als Schirmherr war der Ex-Minister der eigentliche Gewinner des vom Bauunternehmer Dennis Wisbar aus dem brandenburgischen Neuruppin veranstalteten renommierten DWB-Charity-Masters im Golf- und Landclub Berlin-Wannsee. 

Mit ihrem Startgeld zum 2er-Scramble-Turnier und am Abend mit Tombola-Einnahmen und dem Erlös von Versteigerungen sammelten die aus dem ganzen Land angereisten Golferinnen und Golfer, darunter viel sportliche Prominenz wie der Handballer Stefan Kretzschmar und Fußballer Marko Rehmer, die stolze Summe von 45.000 Euro. Damit kann das Ensemble Amphion München-Wien nun neue Instrumente kaufen, alte reparieren lassen und weitere Konzerte planen. Und nach dieser tollen Erfahrung überlegt es sich Peter Ramsauer vielleicht doch noch einmal – und lässt einen Golfclub als Nr. 101 auf seine eherne Liste …


Bildnachweis: © Wolfgang Weber / © Michael Fahrig.

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