Der Traum des Tankerkönigs wird Realität

Der Traum des Tankerkönigs wird Realität

Für Costa Navarino, das griechische Golfermekka, beginnt eine neue Phase.

Schon der Philosoph Aristoteles wusste: „Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß.“ Es hat etliche Jahre länger gedauert, als ursprünglich geplant, dass das Lieblingsprojekt von Vassilis C. Konstantakopoulos in etwa die Dimensionen annimmt, die dem griechischen „Tankerkönig“ vor Jahrzehnten vorschwebten. Jetzt können seine Nachfolger weitgehend Vollzug melden: Costa Navarino, die erste Premium-Golfdestination Griechenlands, hat sich quasi verdoppelt und erwartet Golfurlauber jetzt, zur Saison 2022, mit insgesamt vier exzellenten Golfplätzen, wie es sie in ganz Griechenland kein zweites Mal gibt, und demnächst auch vier Luxushotels der Extraklasse.

Ohne den „Captain“, wie Vassilis respekt- und huldvoll genannt wurde, den im Februar 2011 im Alter von 76 Jahren verstorbenen Chef der großen Handelsreederei Costamare, gäbe es in Messenien, dieser landschaftlich reizenden, aber extrem abgelegenen und armen Küstenregion im Südwesten des gebirgigen Peloponnes, weder von Bernhard Langer, Robert Trent Jones Jr. und José María Olazábal designte Golfplätze noch Luxushotels noch bald 2000 touristische Arbeitsplätze. Zum Glück war der aus einer armen Bauernfamilie im messenischen Dorf Diavolitsi stammende Vassilis nicht nur ein begnadeter Geschäftsmann, der in Athen zu einem der bedeutendsten Reeder des Landes aufstieg, sondern auch bekennender Lokalpatriot. 

Messenien sollte auf die touristische Landkarte

Ebenso zielstrebig wie als Reeder war Vassilis, der in Piräus „Tankerkönig“ genannt wurde und der seine Schiffe stets unter griechischer Flagge fahren ließ, auch bei der Verfolgung seiner wohl nachhaltigsten Vision: Schon früh nahm er sich vor, seine von der Welt vergessene Heimat Messinien zu entwickeln und auf die touristische Landkarte zu setzen – und zwar als eine der luxuriösesten Destinationen am ganzen Mittelmeer. In zweieinhalb Jahrzehnten sammelte er von der Provinzhauptstadt Kalamata bis westlich von Pylos in einem Umkreis von 40 Kilometern fleißig wie ein Eichhörnchen kleine und kleinste Grundstücke zusammen, in vier großen zusammenhängenden Flächen, teils direkt an den Stränden des Ionischen Meeres, teils hoch über der wildromantischen, naturbelassenen Küste gelegen. 

Was der Captain damit vorhatte, hätte sich denken können, wer die täglichen Gewohnheiten des Reeders in Athen kannte: Kaum ein Tag, an dem der Costamare-Chef nicht morgens um sieben wenigstens ein paar Löcher auf dem einzigen, qualitativ ziemlich bescheidenen Golfplatz der griechischen Hauptstadt spielte.

Im Reich von König Nestor 

Jetzt kommen die gut betuchten Athener nach Messinien, und sei es nur für ein verlängertes Golf- und Wellness-Wochenende. Gut drei Stunden dauert die Autofahrt von der Hauptstadt zur Costa Navarino. Und sie lohnt sich. Mit Costa Navarino haben der Captain und seine Nachfolger ein Ferien- und Golfparadies geschaffen, das in Griechenland nicht seinesgleichen hat, aber auch international Maßstäbe setzt. Eine sportliche Kampfansage in Richtung Belek in der benachbarten Türkei ausgerechnet aus der Bucht von Navarino? 

Nur wenige Kilometer oberhalb des Costa Navarino-Resorts, auf einem Hügel mit herrlichem Panoramablick über die Küste, liegen die Reste des Palastes des legendären Königs Nestor. Der Held aus Homers Ilias und weise Ratgeber Agamemnons schickte, so die Überlieferung, eine Flotte von 90 Schiffen nach Osten in den Krieg um Troja. Und auf dem Grund der Navarino-Bucht liegen noch die Wracks dutzender türkischer Kriegsschiffe, die am 20. Oktober 1827 dort von einer britisch-französisch-russischen Armada (!) versenkt wurden – eine mitentscheidende Schlacht im jahrelangen Kampf der Griechen um die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Weil von der mit untergegangenen Munition in den Wracks möglicherweise immer noch Gefahr ausgeht, ist bis heute das Tauchen in der malerischen, weiten Bucht, die von der langgestreckten Felseninsel Sfaktiria nahezu vollständig vom offenen Meer abgeschirmt wird, streng untersagt. 

Zwei neue Plätze in den Navarino Hills

Ansonsten aber sind dem Urlaubsvergnügen in Costa Navarino weniger denn je Grenzen gesetzt. Führen einige Fairways des Dunes Course (Bernhard Langer) und des knapp zehn Kilometer entfernten Bay Course (Robert Trent Jones Jr.) fast unmittelbar bis zum Strand bzw. am Gestade der Navarino-Bucht entlang, erstrecken sich die beiden vom zweifachen Masters-Champion Olazábal kreierten Kurse auf einem mehr als 125 Hektar großen Hochplateau mit spektakulären Ausblicken auf die Bucht und das offene Meer. Besonders auf dem Westplatz mit 6.366 Metern Länge und dem ambitionierten Namen „International Olympic Academy Golf Course“ greifen Gastgolfer fast ebenso oft zur Kamera wie zum Driver oder Putter. Und auch auf dem mit 6.280 Metern minimal kürzeren benachbarten Hills Course fällt die Konzentration aufs Spiel oft schwer.  

Direkt am Meer gelegen: der Dunes Course von Bernhard Langer.

 

Auch die Hotellandschaft von Costa Navarino – bislang aus den beiden 5-Sterne-Häusern The Westin Resort (445 Zimmer und Suiten) und The Romanos (321 Zimmer und Suiten) bestehend – erhält in Kürze namhaften Zuwachs. „Expected to open in summer 2022“ heißt es bei Marriott International für die neue Luxusherberge „W Costa Navarino“, die demnächst unmittelbar an der Navarino Waterfront mit 246 „stylischen“ Zimmern, Suiten und Villen – viele davon mit Privatpool – zusätzliche Gäste anlocken wird. Und im nächsten Frühjahr will die Mandarin Oriental Hotel Group ihr erstes Hotel in Griechenland eröffnen, unmittelbar neben dem Bay Course und der Navarino-Bucht. 

Öffnet im Sommer: das neue Luxushotel W Costa Navarino mit Meerblick.

 

Nachhaltigkeit als Vermächtnis

Mit seinen in die Erde eingebetteten Pool-Villen und bepflanzten Dächern wird dieses Hotel von der weit oberhalb verlaufenden Küstenstraße nicht zu sehen sein und damit im vollkommenen Einklang stehen mit den strengen Nachhaltigkeitsprinzipien, die Captain Vassilis schon vor langen Jahren für seine Costa Navarino verfügte. Dazu gehörte beim Bau des Dunes- und des Bay-Course die größte Olivenbaum-Verpflanzung, die es in Europa je gab. Insgesamt weit über 11.000 Olivenbäume wurden damals mit all ihrem ausladenden Wurzelwerk aus der Erde geholt, in einem nahegelegenen Dorf zwischengelagert und dann auf dem Resortgelände und abseits der Fairways wieder eingepflanzt. 

Olivenbäume, so weit das Auge reicht: der Navarino Bay Course.

 

Für die beiden neuen Golfplätze in den Navarino Hills wurde eigens ein riesiges Wasserreservoir mit einem Fassungsvermögen von 485.000 Kubikmetern gebaut, das im Winter das Regenwasser aus den Bergen auffängt. All das hat viel Geduld erfordert – aber die Früchte, die jetzt geerntet werden, sind süß. 


Bildnachweis: © Costa Navarino, © Wolfgang Weber.

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