Den Traum erfüllt

Den Traum erfüllt

Franz Wittmann hat sich den Lebenstraum Golfplatz erfüllt. Der GC Adamstal wird 25 Jahre alt.

Er hat im April selber einen runden Geburtstag gefeiert: Franz Wittmann senior wurde 70 Jahre alt. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er als Rallye-Fahrer bekannt. 79 Mal kam er als Erster ins Ziel, 32 Mal bei der Rallye-Europameisterschaft, 1987 gewann er in einem Lancia Delta den WM-Lauf in Neuseeland und fing auch zu golfen an. Von 2006 bis 2013 war er Präsident des Österreichischen Golfverbandes. Wittmann sen. steuerte seinen Toyota noch durch Wälder und Wiesen, als 1995 der Golfclub Adamstal in Ramsau bei Hainfeld eröffnet wurde. Der GC Adamstal mit seinen 27 Löchern gehört zu den Leading Golf Courses und besticht durch das Design. Die Vorzüge des Alpenvorlandes mit Bächen und Geländestufen, Waldlichtungen und Felsformationen wurden geschickt in die beeindruckende Golflandschaft integriert. Doch es war kein kurzer Weg, der zurückgelegt werden musste, bis es so weit war. Im Gespräch mit der Golf Week zeichnet Franz Wittmann senior die letzten 25 Jahre nach.

Der Anfang

„1987 habe ich den Golfsport kennengelernt, als ich während des WM-Laufes in Neuseeland ferngesehen habe, und bin seitdem begeisterter Golfer. Nach den Trainings haben wir uns das angesehen, damals war, vor allem im Winter, ja nicht so viel los“, erzählt Franz Wittmann, „das hat mich sehr begeistert, und ich habe mit dem Golfspiel angefangen. Ich habe zu meinem Freund Hans Zöchling gesagt, dass wir ein paar Löcher bauen sollten. Er meinte: Machen wir gleich etwas G’scheites.“ Und das taten die Freunde auch. 1994 begann der Bau, ein Jahr später war der Neun-Loch-Platz dann fertig, der heute der „Wallerbach“-Kurs ist. Das war ein voller Erfolg. Relativ rasch hatte der Golfclub 500 Mitglieder: „Also haben wir gesagt, dass wir auf 18 Löcher ausbauen.“ Gesagt, geplant, getan. Allerdings war das laut Wittmann gar nicht so einfach, da die Gegend in Ramsau doch etwas gebirgig ist. Der zweite Neun-Loch-Kurs wurde umgesetzt, und 1998 entstand der 18-Loch-Kurs.

Franz Wittmann sen. hat sich in Ramsau bei Hainfeld einen Lebenstraum erfüllt.

 

Weiterwachsen

Doch bei den je zweimal neun Löchern links und rechts der Straße blieb es nicht. Adamstal mauserte sich vom Geheimtipp zum Place-to-be, die Mitgliederanzahl wuchs stetig. Als diese Anzahl sich der Tausendermarke näherte, kam der Gedanke auf, einen richtigen Championship-Platz zu gestalten. Der Plan: den Wallerbach-Kurs bei neun Löchern zu belassen und aus dem 1998 eröffneten Kurs einen 18-Locher zu machen. 2007 war es dann so weit, es gab nun dort 27 Löcher plus ein Extraloch.

Finanzierung

Da drängt sich zweifelsohne die Frage auf, wie leicht oder schwierig es sein mag, ab Mitte der 90er-Jahre einen so großen Golfplatz in die Landschaft zu bekommen. Schließlich gibt es eine Raumordnung, Besitz von anderen, öffentlichen Grund. „Wir waren zu zweit, ich habe einen starken Partner, er ist ja auch Bauunternehmer“, so Wittmann. Insofern gab es genügend Erfahrung, wie ein derartig großes Bauprojekt umgesetzt werden kann. Allerdings muss man auch als Rallye-Fahrer erst einmal eine sehr hohe Summe in der Hand haben, um einen Golfplatz zu bauen. „Wir haben viel selber gebaut, haben das nicht vergeben müssen, sind sparsam mit dem Geld umgegangen“, führt er aus. „Dass wir es in Etappen gemacht haben, hat auch geholfen.“ Es ging eben alles step by step. „Erst nach weiteren neun Jahren haben wir die dritte Etappe eröffnet. Das muss man ja über die Bank finanzieren!“

Die Highlights

Nun ist der Golfclub Adamstal ein Leading Golf Course und somit „on the map“, wie es heißt. Doch was sind die persönlichen Highlights des Franz Wittmann? „Als wir dann die 18 Loch hatten, gab es schon Turniere der Alps Tour und auch der Challenge Tour. Wir sind schon damals ein paarmal zur Nummer eins in Österreich gewählt worden.“ Ein weiteres Highlight sind aus Wittmanns Sicht die letzten neun Löcher, bei denen er dem Architekten Jeff Howes „absolute Freiheit“ gelassen habe. Howes ist ein erfahrener Architekt, in Öster­reich zeichnet er auch für den GC Föhrenwald verantwortlich, den Club Murtal. Er hat zudem unter anderem den Belfry-Course der UK Championship designt, wo Bernd Wiesberger jüngst Fünfter wurde, sowie eine lange Liste an Golfplätzen in Irland. „Ich wollte das Beste, was er machen kann!“ Das müsse man sich schon einmal trauen, aber Wittmann vertraute Howes, hatte persönlich ein Auge auf die verschiedenen Bauphasen. Es waren anstrengende, aber sehr schöne Tage: „Es war mein Herzensprojekt, ein Lebensprojekt.“ Wenn man so will: Eine Vision ist wahr geworden.

Die Natur rund um den GC Adamstal ist mehr als ein bisschen beeindruckend.

 

Family-Business

Ideen, wie der Kurs noch verfeinert werden kann, sind vorhanden. Momentan sei man aber so gut aufgestellt und besucht, dass das gar nicht notwendig ist. „Die Leute lieben den Platz“ – wobei, nicht alle, sagt Franz Wittmann mit einem Schmunzeln: „Die, die zu ehrgeizig sind, sind ein bisschen unrelaxt. Aber die allermeisten lieben den Platz, die Menschen kommen aus dem Ausland und auch aus Öster­reich.“ Ein bisschen etwas, das zu tun ist, gebe es aber dann doch noch. Gegenwärtig gibt es zehn Zimmer, eine Verdopplung wäre wünschenswert. Was man bei all den Erfolgen nicht vergessen darf: „Es ist ein Familienprojekt. Anders würde es gar nicht gehen. Meine Frau und die Kinder helfen mit, auch die Schwiegereltern sind involviert. Wir bemühen uns um die Gäste, wollen es gemütlich haben. Bei uns ist jeder willkommen, vom Generaldirektor bis zum Bauarbeiter.“ Das alles soll in Topqualität abgeliefert werden. Da spielt auch das Rundherum eine Rolle, das Alpenvorland. Wer sich nun selber ein Bild vom Golfclub Adamstal machen will, ist folglich herzlich willkommen. Etwas mehr als eine Autostunde von Wien entfernt, lädt der GC Adamstal auch 25 Jahre nach seiner Eröffnung Golfer ein, zu verweilen, viele Löcher zu spielen, die Landschaft zu genießen und einfach eine gute Zeit zu haben. Franz Wittmann senior hat sich eine regelrechte Golf­oase geschaffen, die sicher mehr als 25 weitere Jahre bestehen wird.

www.adamstal.at


Bildnachweis: © GC Adamstal.

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