Dann eben online

Dann eben online

Golf-Fan-Dasein in Zeiten von Corona ist nicht so einfach. Zum Glück gibt es das Internet!

Man will sich ja gar nicht vorstellen, wie mühsam die letzten Monate gewesen wären oder die aktuelle Situation mit Sportevents ohne Fans wäre, gäbe es das Internet nicht. Gut, das Fernsehen gibt es schon eine ganze Weile, und der ORF übertrug Ausschnitte der Nationalen Offenen und das Audi Shootout im TV, aber man stelle sich vor, diese Pandemie wäre vor 2007 passiert. Warum 2007? Es ist erst 13 Jahre her, dass Apple mit dem iPhone den heutigen ständigen Wegbegleiter Smartphone vorstellte. Wie in vielen anderen Bereichen auch war der Lockdown bzw. ist die gegenwärtige Situation ein Push Richtung Digitalisierung. Gerade im Golfsport, der manchmal dann doch ein sich nur langsam bewegender Ozeandampfer ist, eine gute Sache. Sportler informierten via Facebook, Twitter, Instagram und Co, was sie so treiben, und auch die Verbände und Veranstalter intensivierten die Online-Aktivitäten. Natürlich kann man nun kritisieren, dass das eben gemacht werden „muss“ und es da und dort etwas bemüht rüberkam – es ist auf jeden Fall ein gutes Service für die Golffans.

Henne und Ei

Natürlich muss die Frage gestellt werden, ob es mehr Postings gibt, weil die Menschen mehr daheim sind beziehungsweise nicht vor Ort zuschauen, oder ob es mehr Menschen gibt, die online sind, weil es mehr Angebot gibt. Im Juni 2019 verfasste der Österreichische Golfverband (ÖGV) auf seiner Facebook-Seite rund 30 Postings, etwa gleich viele wie dieses Jahr. Doch es wurde anscheinend viel mehr kommentiert. Vor allem darf man nicht vergessen, dass im Juni 2019 noch reguläre Turniere mit den österreichischen Topathleten stattgefunden haben. Nun gibt es anderen Content, der sicherlich auch nicht so einfach herzustellen ist, wie schlichtweg darüber zu schreiben, dass Pro X und Proette Y bei diesem und jenen Turnier mitgemacht haben.

Was so gepostet wird

Freilich verändern sich auch die Inhalte. Im März, April und Juni wurde vielfach darüber informiert, dass der Golfsport aktuell nicht und später wieder ausgeübt werden kann. Natürlich gibt es, wie bei den Nationalen Offenen in Zell am See, viele Gratulationen, wenn ein Sportler gewinnt.Doch nicht nur das. Die unzähligen Fans stellen auch Fragen. So wollte einer unter einem Posting zur European Tour wissen: „Es wäre spannend zu wissen, nach welchen Kriterien österreichische Pro- und Amateur-Spieler ausgewählt wurden. So manche Entscheidung ist nicht nachvollziehbar! Kann man das Scoring bzw. die Rechenmodelle der Spielerbewertung für die Auswahl der Spieler offenlegen?“ Da musste schon Robert Fiegl vom ÖGV antworten: „Die 4 besten österr. Amateure – Weltrangliste und österr. Amateurrangliste – sowie Ergebnisse der Nationalen Offenen Meisterschaft. Jeder Spieler erhält 1 Startplatz. Weitere Plätze werden nach den Pro-Ergebnissen bei der Nationalen Offenen Meisterschaft vergeben.“ Einfach nur etwas posten geht 2020 eben eigentlich schon lange nicht mehr. Es braucht auch Service!

 

Auch neu

Es geht eben heutzutage nicht mehr nur mit ein paar launigen Postings und Bildchen. Es braucht Gewinnspiele, Aufrufe zur Interaktion – und am besten auch noch mehrere Plattformen. Denn Facebook ist mittlerweile eine Plattform der älteren Generation geworden. Die Jungen tummeln sich auf Snapchat, TikTok und Instagram. Dort sind in Östereich laut einer Erhebung nur rund 30 Prozent der Nutzer über 35 Jahre alt. Bei Facebook sind es rund 50 Prozent. Aber auch das haben die meisten erkannt. So hat der ÖGV beispielsweise auch einen Instagram-Channel und versorgt die Interessierten dort mit Infos. Es zeigen sich also ein paar Dinge: Es wird intensiver gepostet, informiert und kommuniziert. Das muss auch so sein, und dieser Trend wird auch anhalten müssen. Einerseits weiß niemand, wie lange welche Einschränkungen vorherrschen, und andererseits ist auch der Golfsport im Jahr 2020 angekommen.


Bildnachweis: © Getty Images, © Screenshot Instagram.

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