Chance: Golf als Trendsportart?

Chance: Golf als Trendsportart?

Mit seinem neuen Jour fixe zeigt der BVGA Wege durch die Krise und Chancen auf.

Es sind herausfordernde Zeiten. Das spüren alle Branchen und natürlich auch die Golfanlagenbetreiber und Golfclubs respektive deren gastronomische Einrichtungen. Auch wenn die strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie langsam, aber stetig gelockert werden, ist die Auslastung noch lange nicht vergleichbar mit jener in BC-Zeiten (Bevor-Corona-Zeiten). Kein Wunder, schließlich möchte niemand diese mitunter sehr bedrohliche Erkrankung riskieren für ein paar Stunden Gaudium. Die Golfclubs und ihre Gastrobetriebe müssen daher in erster Linie für die Sicherheit ihrer Gäste sorgen und dies auch entsprechend kommunizieren. Denn nur so entsteht mittelfris­tig wieder Vertrauen. Und gerade dieses Vertrauen ist wohl eine der elementaren Voraussetzungen für Spieler und Gäste, ihren Golfclub oder ihr Restaurant aufzusuchen, um ein paar schöne Stunden zu verbringen. Kein leichtes Unterfangen, ändert sich doch die Situation fast täglich. Um seine Mitglieder und Kooperationspartner vor diesem sehr unsicheren Hintergrund mit wichtigen Informationen, Tipps und Ideen zu versorgen und sie somit in der Krise zu stärken, hat der Bundesverband Golfanlagen e.V. (BVGA) rund um Geschäftsführer Thomas Hasak Ende Mai ein neues wöchentliches Format an den Start geschickt. Ein Jour fixe, das jeden Dienstag pünktlich von 16 bis 17 Uhr als Videokonferenz über die Bühne geht. Jedes einzelne Event behandelt ein konkretes Thema, das die Branche eben gerade bewegt – dazu zählten bisher zum Beispiel das Startzeitensystem, die Gastronomie, die Frage, wie man den Golfsport populärer macht, oder auch die Mitgliedergewinnung. Zu jedem dieser Bereiche wird ein namhafter Experte eingeladen, der im Detail auf die Situation und etwaige Chancen bzw. Möglichkeiten eingeht und die Teilnehmer so auf dem Laufenden hält. Das Motto: „Gemeinsam für eine erfolgreiche Golfsaison 2020!“

Vertriebsorientierte Kommunikation

„Wir wollten unsere Mitglieder auch in der Krise an die Hand nehmen und haben unsere ­Golfplatz-Unternehmer gefragt, was aus ihrer Sicht nun wichtig ist bzw. welchen Herausforderungen sie sich gerade gegenübersehen“, erläutert Thomas Hasak das ­Prozedere zur Themenselektion. All jenen, die einen Termin verpasst haben, stehen die Videos auch nachher noch im Mitgliederbereich der BVGA-Webseite in voller Länge zur Verfügung. In einer Videokonferenz beschäftigte sich beispielsweise Chris­tian Köhler, Experte für vertriebs­orientierte Kommunikation von Golfanlagen, unter anderem mit der Frage, wie Golf das Image vom elitären Randgruppenerlebnis ablegen kann, um sich als perfektes Sporterlebnis in Corona-Zeiten zu positionieren. Dazu sei es vor allem wichtig, konkret auf das veränderte Tourismusverhalten der Menschen einzugehen und die Vorteile des eigenen Produkts proaktiv zu kommunizieren. „Das Wichtigste ist die Konzentration auf die eigenen Kompetenzen und Aufgaben“, so Köhler.

Potenzial: Stornierte Kreuzfahrten

Aber auch kreative und neue Konzepte bzw. Produkte seien dieser Tage sehr gefragt, ist der Vertriebsexperte überzeugt und meint damit in erster Linie ganz konkrete Angebote für Einsteiger. Er ortet gerade aufgrund von Corona sogar zusätzliche Chancen für den Golfsport insgesamt. Ein Riesenpotenzial sieht er in den zahlreichen Passagieren von Kreuzfahrten. In den letzten Jahren sei die Anzahl jener Personen, die eine Luxusrundreise mit einem Kreuzfahrtschiff buchen, stetig gestiegen; er spricht von rund 3,3 Mio. Menschen aktuell. Aufgrund von Corona sind allerdings mehr oder weniger alle Kreuzfahrten abgesagt worden. „Die Passagiere haben ihr Geld für die stornierte Reise in vielen Fällen bereits erstattet bekommen und wissen oft nicht, wie sie dieses Geld nun einsetzen sollen. Das ist eine sehr spannende Zielgruppe“, betont Köhler und ist überzeugt, dass hier eine sogenannte Kundenwanderung vom Kreuzfahrer hin zum Golfer in greifbarer Nähe liegt. Aber auch junge Menschen wissen seiner Meinung nach jetzt nicht, wo und wie sie ihren Urlaub verbringen sollen. Daher sei es enorm wichtig, die richtigen Angebote und niederschwellige Einstiegsmöglichkeiten bereitzustellen.

Neue Positionierung – neue Mitglieder

Auch in der Markenkommunikation sieht Köhler Handlungsbedarf. Galt noch vor wenigen Monaten das Credo „schneller, besser und schöner“, so seien jetzt andere Werte gefragt wie etwa „bewusster, verbundener und achtsamer“. Gerade durch diesen allgemeinen Wertewandel sieht er auch für den Golfsport ein großes Potenzial. „Golf ist das Top-Produkt in dieser Zeit.“

Gastronomie – Quo vadis?

„Neben der Neukunden- und Mitgliedergewinnung muss aber auch das Thema Kundenbindung im Fokus behalten werden“, betont Thomas Hasak. Im Jour fixe „Gastronomie – Quo vadis? – Der Weg in eine neue Normalität!“ gaben dazu Thomas Geppert, Geschäftsführer der DEHOGA-Bayern, und Isabella Hren, Geschäftsführerin der Bayern Tourist GmbH (BTG), ihre Expertisen zum Besten. Für Hren liegt der Schlüssel zum Erfolg vor allem in der Kommunikation. Nach dem Motto „Erlebnis trotz Vorschriften“ gelte es ihrer Ansicht nach, alle Vorschriften richtig und professionell umzusetzen, dabei aber trotzdem zu bewahren, was die Branche eben ausmacht – den Gästen die Möglichkeit zu bieten, sich zu entspannen und abzuschalten. Die Qualität des kulinarischen Angebots sei dabei von elementarer Bedeutung, ist Hren überzeugt. Neben der neuen Begegnungsqualität sei gerade jetzt auch der intensive Austausch mit dem Personal enorm wichtig. Die Mitarbeiter sollten unbedingt auch auf unangenehme Reaktionen vonseiten der Gäste vorbereiten werden, damit sie in jeder Situation wertschätzend agieren und trotz Maske klar und mittels Körpersprache mit den Gäs­ten kommunizieren, sodass sich diese immer sicher und geborgen fühlen. Denn: „Sicherheit schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist momentan die beste Währung, wenn es um langfristige Loyalität der Gäste und um die Sicherung der Wirtschaftlichkeit geht“, betont Isabella Hren. „Das Jour fixe wird sehr gut angenommen“, freut sich Thomas Hasak. Ab Juli wird es daher bis Saisonende monatlich jeweils ein weiteres Jour fixe des BVGA geben. www.bvga.de


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