Bale & Rekorde

Bale & Rekorde

Fußballstar Gareth Bale sorgt wieder einmal für Golfschlagzeilen. Ein anderer Star für Rekorde.

Dass der Waliser Gareth­ Bale bei Real Madrid unglücklich ist und wegwill, ist genauso wenig ein Geheimnis wie die Golfleidenschaft des Offensivmannes. In den letzten Wochen gingen Bilder von Bale um die Welt, wie er gelangweilt seinen geisterspielenden Kollegen zusah.­ Das hat ihm in Madrid nicht unbedingt Sympathien eingebracht. Auch der neue TV-Spot wird es ihm nicht leichter machen. In einem Werbespot des britischen Sendes BT geht es um unlimitierte Auswechslungen. Fußballstars wie Jamie Vardy oder Trent Alexander-Arnold werden darüber informiert und können es nicht glauben. Dann wird Bale angerufen. Wo ist er? Natürlich auf dem Golfplatz, und er scheint es richtig zu genießen. An und für sich hat er noch bis 2022 einen wohl gutdotierten Vertrag, aber fraglich ist, wie lange sich Real Madrid derartige Frotzeleien noch gefallen lassen wird und die Golfcommunity den heute 31 Jahre alten Waliser dort sieht, wo er sich vermutlich selbst sieht: auf dem Golfplatz.

Apropos Rekord

Während Bale sich um seinen Einsersport bringt, setzt ein anderer wieder drauf. Am College spielte Alexander Hughes aus Tulsa/Oklahoma für seine Universität, auf dem höheren Niveau wollte es aber nicht klappen. Das hielt ihn aber nicht davon ab, einen Rekord zumindest einmal einzustellen. Der Kurs in seinem Heimatstaat, South Lake Golf Club, ist ein Par-71-Kurs, und Hughes spielte dort eine 55er-Runde, also 16 unter Par. Dazu notwendig waren drei Eagles und zehn Birdies. Damit stellte er den 2012er-Rekord des Aussie-Pros Rhein Gibson ein. Fast hätte es sogar mit dem alleinigen Weltrekord geklappt, nur wenige Millimeter fehlten auf den elften Birdie. Gegenüber Medien gab er zu Protokoll: „Ich wusste, dass es nach dem Eagle auf der Neun etwas ganz Besonderes war. Das war ungefähr ein 20-, 25-Footer, der hineinrollte. Von da an dachte ich: Okay, ich mach weiter das Gleiche.“ Und wie schafft man es, so cool zu bleiben? „Ich mache mir keinen allzu großen Kopf. Das war hilfreich für mich in meiner Golfkarriere, aber manchmal auch nicht so hilfreich. Golftrainer haben in der Vergangenheit mit mir darüber gesprochen.“ Mal sehen, wer das nächste Mal eine 55er-Runde schafft. Oder sogar eine 54er.

Woods & McIlroy: Wenn’s sportlich nicht läuft, gibt’s eben ein nettes Picknick.

 

Keine Fans +/-

Eher mehr Schläge braucht derzeit Tiger Woods. Es läuft bei dem Superstar einfach nicht. Ob das vielleicht auch an den fehlenden Fans liegt? Man weiß es nicht. Neulich äußerte sich Woods zu dem Umstand, dass Golf derzeit ohne Zuschauer abläuft: „Es ist zwar angenehm, dass man jetzt beim Gang zum nächsten Tee nicht angetatscht oder der Handschuh aus der Tasche zu ziehen versucht wird“, erklärte der 15-fache Majorsieger. „Seit ich vor 24 Jahren Profi wurde, spiele ich ständig vor Tausenden von Menschen. Es fehlen die Ausstrahlung und die Stimmung der Fans.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch Rory McIlroy. Bei ihm läuft es auch nicht, vielleicht auch deshalb, weil die Stimmung fehlt, denn er selbst meinte, seine Unleistungen hätten auch „zu einem gewissen Teil mit der Atmosphäre bei den Turnieren zu tun. Ich kann mich momentan nicht besonders gut inspirieren, und es fehlen äußere Anreize.“

Peinlicher Trump

Wer des Englischen nicht mächtig ist, wird sich auf September freuen. Dann nämlich erscheint das heißersehnte Buch „Der Mann, der nicht verlieren kann: Warum man Trump erst dann versteht, wenn man mit ihm golfen geht“ von Rick Reilly. Darin erfährt man beispielsweise, dass er den Ball gerne neu legt oder einen zweiten Ball in der Hose mithat, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Sein Handicap kauft ihm sowieso kaum ein ernsthafter Golfspieler mehr ab. Doch er setzte noch einen drauf, und das steht nicht im Buch. Denn Polizeifehler beschrieb er so: „Sie versagen. Wie bei einem Golfturnier, wenn jemand einen Putt aus drei Fuß Entfernung verfehlt.“ Da fehlen einem echt die Worte, und man geniert sich als Golfer richtig­gehend, mit so jemandem das Hobby zu teilen.


Bildnachweis: © Getty Images, © Screenshot Facebook.

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