Alle Wege führen nach Rom

Alle Wege führen nach Rom

One year to go – ein Ausblick auf den nächsten Ryder Cup.

Stimmungsvoll, leidenschaftlich, laut, emotional – es gibt nur ein Golfturnier, das die Massen dermaßen begeistert und auch die Spieler zu teils nie gekannten Emotionen hinreißt. Die Rede ist natürlich vom Ryder Cup – dem Kräftemessen der besten Golfer Europas mit den Spitzenspielern aus den USA. 

Ab dem 25. September 2023 ist es so weit, dann werden wieder Tragödien geschrieben oder Stars und Legenden geboren. Im Vorfeld gab es Aufregung: Der Schwede Henrik Stenson musste sein Amt als Teamkapitän aufgrund seines umstrittenen LIV-Tour-Engagements abgeben, Luke Donald übernahm den Part. Sein Kontrahent auf amerikanischer Seite: Zach Johnson. Wer für Europa an den Start gehen wird, ist noch unklar, die Qualifikationsphase hat mit der kürzlich ausgetragenen BMW PGA Championship erst begonnen. Für Europa dürfte die Rückeroberung der Trophäe ohnehin schwer werden – nach der haushohen Niederlage beim letzten Mal steht das blaue Team unter Druck. 

 

Länderwettkampf in Rom

Für die 44. Auflage des Länderwettkampfs hat ein Austragungsort das Rennen gemacht, der spektakulär ist, aber noch einiges an Arbeit für das Event vor sich hat – Rom. Es ist erst der dritte Ryder Cup, der auf kontinental-europäischem Boden ausgetragen wird, nach 1997 in Spanien und 2018 in Paris. Auf einem Areal von 150 Hektar ist vor drei Jahren ein Kurs neu entstanden, der perfekt in das offene, hügelige Gelände eingebunden ist. Millionen wurden in den MARCO SIMONE Platz investiert, die Regierung, der Tourismusverband Region Lazio und der italienische Golfverband unterstützen die Eigentümerin organisatorisch und finanziell. Lavinia Biagiotti, die in einem Schloss nahe des Platzes wohnt, ist selbst auch nicht unvermögende Erbin des Biagiotti-Modeunternehmens. Konzipiert wurde der Platz auch speziell für die vielen Zehntausenden von Zuschauern, die in der Turnierwoche Tag für Tag am Rande der Bahnen und am 18. Loch das Geschehen verfolgen werden. Auf beiden Seiten der Fairways steigt das Gelände häufig an, sodass man beste Aussicht auf mehrere Löcher genießt. 

 

Der Platz ist eine Liga für sich:  schweres Layout, fantastischer Zustand, die Fairways gleichen einem Teppich, die Grüns sind schnell, alles wird möglich sein auf diesem Platz bei den Matchplay-Duellen. Davon konnten wir uns von der Golf Week jetzt exklusiv vor Ort beim offiziellen Kickoff-Event der italienischen Verantwortlichen überzeugen. Auch das offizielle Athleten-und Komitee-Hotel, das Hotel Waldorf Astoria Cavalieri, spielt alle Stücke – beim Ryder Cup werden hier die Spieler abgeschottet und haben dann das Vergnügen, zur Entspannung zwischendurch die größte private Kunstsammlung der Welt zu betrachten.

Vino, Pasta, Kultur und Geschichte

Abgesehen vom Ryder Cup gibt es viele Argumente, nächsten Herbst eine Reise in die Ewige Stadt zu unternehmen. Rom ist einfach immer über eine Reise wert. Der Ewigen Stadt mit über 3000 Jahren Geschichte mangelt es nicht an Sehenswürdigkeiten: vom Kolosseum über die spanische Treppe, den Trevibrunnen bis hin zur Vatikanstadt mit dem Petersdom,  es gibt quirlige Stadtviertel, tolle Lokale, feines Essen, fröhliche Locals, einfach Eintauchen in das pure La Dolce Vita. 

 

Zurück auf den Platz: Weitere Verbesserungen vor allem beim Drumherum des Eventgeländes sind nötig. Die bestehenden Sanitäranlagen, Anreisemöglichkeiten, Zufahrt zum Gelände, Parkplätze – alles noch ausbaufähig, lassen wir uns überraschen, wie gut sie das hinbekommen werden. Auch das Clubhaus, im Moment noch mit dem nüchternen Charme einer Bahnhofshalle, wirkt nicht einladend. Ricardo Totti, Manager der Anlage, ist dennoch zuversichtlich: „Vier Kurse hatten sich in Italien beworben, wir von Marco Simone konnten uns schließlich auch aufgrund unseres perfekten Angebots durchsetzen. Wir haben genügend Platz – alleine das Mediacenter wird einen Hektar groß, wir sind verkehrstechnisch gut angebunden. Neue Zufahrtswege werden noch gebaut.“ Beim Ticketing, der Produktion vor Ort, der Security, der gesamten Logistik werden sie von der Ryder Cup Europe Organisation unterstützt, da sollte nichts schief gehen. Etwa 300.000 Zuschauer werden in der gesamten Septemberwoche 2023 erwartet, über 7000 Mitarbeiter werden im Einsatz sein, alleine 2000 Volunteers, erzählt uns Totti.

Tipps für Rom & Ryder Cup

Aktuell ist der Vorverkauf der Wochen-Tickets gestoppt, die Karten sind schon lange „sold out“. Unser Tipp: Wenn Interesse an einem Ryder-Cup-Besuch besteht, dann auf der offiziellen Seite erst mal in einem ersten Schritt anmelden. Hier kann man sich dann um Karten verschiedener Kategorien bewerben. Sollte man den Zuschlag erhalten, werden die Karten personalisiert ausgegeben. Weitere Infos auf www.rydercup.com.

Eine schlaue Methode ist es, Rom-Packages über die Agentur Golf Resort Rom zu buchen. Hier findet man Unterstützung mit Hotels, Ausflügen, Transfers, Shuttles, Teetimes und sonst allem was man braucht. Mehr Infos unter www.golfresortrome.com oder per email unter info@golfresortrome.com.  

Offizieller Reisepartner des Ryder Cup 2023 ist übrigens Golf Extra. Mehr Infos unter www.golf-extra.com. Auch hier sollte man sich zumindest mal registrieren, der Run auf die Pakete wird enorm sein. Registrieren unter www.golf-extra.com/rydercup-kontaktforumlar

In der Region Lazio gibt es übrigens weitere Golfplätze, die sich lohnen. Wir überzeugten uns bei einer Runde auf dem Golfclub Fiuggi, einem naturbelassenen Golfplatz, und schlugen ab am Golfclub Castel Gandolfo, übrigens der Ort, wo Papst Franziskus seine Sommerresidenz hat. Wir wissen nicht, ob der Heilige Vater eher für das amerikanische oder Team Europa die Daumen halten wird – ein Rom-Fan ist er mit Sicherheit. 

 

Na dann: Ciao Roma – der Ryder Cup kann kommen.


Bildnachweis: Getty Images, © Pixabay, Golf Week (6).

Isabella Henkel
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