45.000 auf Phil

45.000 auf Phil

Es war US-Open-Zeit. Ein Wetter setzte 45.000 Dollar auf Phil Mickelson. Die ist er los.

Um diese wahnwitzige Wette zu verstehen, muss das Rad der Zeit zu den US Open im Jahr 2006 zurück gedreht werden. Was passierte damals mit Phil Mickelson? Er kam an das 18. Loch und brauchte eigentlich nur ein Par, um zu gewinnen. Stattdessen segelte sein Drive auf ein Hospitality-Zelt und sein Rettungsversuch prallte von einem Baum ab. Statt Par machte er Doppel-Bogey. „Ich bin so ein Idiot“, waren seine berühmten ersten Worte danach. Aber springen wir ins Jetzt. Mickelson twitterte jüngst: „Habe gehört, jemand hat 45.000 US-Dollar darauf gesetzt, dass ich die Open gewinne. Die Quote beträgt 75:1, das macht 3,3 Millionen. Ich hoffe für uns beide, dass ich am 18. Loch eine Drei-Schlag-Führung habe.“ Der zuständige Wettanbieter-Boss soll laut Medienberichten übrigens fast vom Stuhl gekippt sein. Es ist im Übrigen die zweithöchs­te Wette gewesen. 2019 setzte ein gewisser James Adducci 85.000 Dollar auf Tiger Woods. Im Gegensatz zum unbekannten 45.000-Wetter gewann Aducci – allerdings auch wiederum „nur“ 1,1 Millionen US-Dollar. Es kam natürlich kein neuer Rekord dabei raus, Mickelson war bekanntlich sehr weit davon entfernt, die Offenen zu gewinnen. Vielleicht war er durch die Wette zu gestresst? Das könnte dann auch erklären, warum er gleich einmal den Cut verpasste und den anderen den Vortritt ließ – aber dazu gleich mehr.

It‘s a Girl!

Für Rory McIlroy läuft es zuletzt nicht ganz rund. Nicht nur angesichts der Corona-Pandemie orakelte er in den letzten Monaten, dass Golf nicht das Allerwichtigste sei. Anfang des Monats wurde auch der Grund bekannt: Sie heißt Poppy. Das heißt auf Deutsch Mohnblume, weil Blumennamen in der Familie nun einmal in sind. Per Instagram ließ der Nordire und vierfache Major-Sieger seine Fans wissen: „Poppy Kennedy McIlroy, geboren am 31. August um 12.15 Uhr. Sie ist die absolute Liebe unseres Lebens. Mutter und Baby geht es gut. Vielen Dank an alle Mitarbeiter des Jupiter Medical Center für ihre großartige Betreuung.“ Der Golfstar hatte die Schwangerschaft der Kindesmutter lange geheim gehalten, erst kurz vor der Geburt erfuhr es die Öffentlichkeit. Golfen tut er trotzdem, eben mit anderer Perspektive: „Wenn man sich Väter in unterschiedlichen Sportarten anschaut, dann ist es nicht ein neuer Auftrieb, den sie bekommen, sondern eine andere Perspektive. Die Irrungen und Wirrungen, denen man auf dem Golfplatz begegnet, erscheinen auf einmal gar nicht mehr so groß und man kann sie einfacher an sich vorbeiziehen lassen, ohne sich stark auf jeden seiner Fehler zu konzentrieren.“ Apropos Kindesmutter und Ehefrau: Das wäre vor Jahren auch ein Fall für diese Rubrik gewesen. Das Paar traf sich zum ersten Mal während des Ryder Cup 2012. Die in New York geborene Erica Stoll arbeitet damals für die PGA of America. Sie half dem Golfstar zur Tee-Time seines Einzels am Sonntag, nachdem er verschlafen hatte. Offiziell begannen die beiden 2015 zu daten und die Hochzeit fand im April 2017 statt.

Rory McIlroy ist stolzer Papa einer kleinen Tochter und ordnet sein Leben neu.

 

140 Jahre Dechambeau

Bryson DeChambeau hatte ja bekanntlich getönt, er würde gerne 140 Jahre alt werden. Doch wie würde er aussehen, wenn er 140 Jahre alt ist? Das hat sich ein Cartoonist überlegt und einen golfenden Bryson im Jahre 2133 erstellt. Und die PGA Tour hatte nichts Besseres zu tun, als DeChambeau vor eine Kamera zu setzen und ihm die Karikatur zu zeigen. Seine Reaktion: „Ziemlich gut, ich würde mir nur wünschen, dass die Beine etwas muskulöser wären. Den fliegenden Robotercaddie mit dem Pro­teinshake finde ich super. Insgesamt hoffe ich, dass ich so aussehen werde, das wäre super.“ Was auf jeden Fall fix ist: Egal wie alte Bryson DeChambeau auch werden mag, er wird als US-Open-Sieger durch die ewigen Golfplätze wandern. Auch dann wird er sich vermutlich genau dasselbe denken wie nach dem Sieg. Denn da wurde er von Reportern angesprochen, was ihm durch den Kopf gegangen war, als klar wurde, dass er der Sieger sei. DeChambeau staubtrocken: „I did it.“

Bryson DeChambeau in ferner Zukunft. Es könnte ja durchaus so kommen …

 

„Lexi“ Thompson – Golf Superproette!

Es hat sich ja schon ein bisserl angekündigt, dass aus Alexis Noel „Lexi“ Thompson irgendwann einmal etwas werden könnte. 1995 geboren, qualifizierte sie sich bereits im Alter von zwölf Jahren als jüngste Spielerin erstmals für die US Women‘s Open. Mit 15 wurde sie Profi, 2011 gewann sie als jüngste Spielerin jemals – 16 Jahre, sieben Monate, acht Tage – ein LPGA-Event. Sie ist zudem die zweitjüngste Spielerin, die ein Major gewinnen konnte. Vor einiger Zeit wurde nun bekannt, dass die mittlerweile 25 Jahre alte Lexi Thompson international zur Marke aufgebaut werden soll. Das bestätigte Brett Falkoff, Senior Vice President of Golf der GSE Worldwide Inc, vor einiger Zeit. Nun war es so weit, Thompson hat nun mit dem Namen „LEXI“ verschiedenste Brands wie „LEXI Fitness“ oder „LEXI Skin“. Wäre Thompson keine Frau, dann wäre das vermutlich alles schon ein bisschen früher passiert. Sei es, wie es sei, jüngst wurde das alles präsentiert und die Amerikanerin freute sich drüber: „Nachdem ich zehn Jahre professionell gespielt habe, freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich meine eigene Marke lancieren werde. Ich werde das Logo ab dieser Woche bei meinem Lieblingsereignis auf meinem Visier und meiner Tasche tragen.“

Ungemach für Tiger Woods

Tiger Woods hatte kein so gutes Wochenende und es kommt noch Ungemach. In einer Dokumentation, die im Dezember erscheinen wird, spricht seine ehemalige Affäre, Rachel Uchitel, über die Zeit. In einem Podcast verriet sie jüngst einige Dinge über den länger zurück liegenden Sexskandal: „Es ist schwieriger für Frauen, aus einem solchen Skandal herauszukommen. Ich verdiene meinen eigenen Jubel-Moment. Tiger gewinnt Preise und Turniere und kommt aus einer solchen Misere wieder raus. Er macht Missgeschicke, rauft sich wieder zusammen und die Leute feuern ihn immer noch an. Aber die Frauen, nicht nur im Zusammenhang mit ihm, bekommen diese Chance nicht. Das finde ich nicht fair.“


Bildnachweis: © Getty Images, © Screenshot Instagram, © Screenshot PGA Tour.

.