2-G: Golf und Gefahr

2-G: Golf und Gefahr

2-G am Golfplatz gilt nicht nur während der Corona-Pandemie, sondern kann auch für „Golf und Gefahr“ stehen.

Aktuell gilt in vielen Bereichen des Lebens 2-G. Diese Corona-Bestimmung gilt auch auf Sportstätten in Österreich und in den meisten Teilen Deutschlands. Mit 2-G meint man, dass Personen entweder genesen oder geimpft sein müssen, um die jeweiligen Orte betreten zu dürfen. Ebenfalls könnte 2-G am Golfplatz mit „Golf und Gefahr“ in Verbindung gebracht werden, denn Golf wird oftmals als sehr gefährliche Sportart eingestuft. Damit ist nicht gemeint, dass man von Bällen getroffen wird.

Dem Blitz entkommen

Mehrere Gründe behaften den Golfsport als eher gefährliche Sportart, wobei sich nur die wenigsten darunter etwas vorstellen können. Eine Gefahr geht dabei vom Wetter aus. Immer wieder liest man, dass Menschen am Golfplatz aufgrund von Blitzeinschlägen verletzt werden oder sogar sterben. Dieser Umstand ist nicht weit hergeholt, da erst im Jahr 2012 vier Frauen ums Leben kamen, die während der Golfrunde in ein Unwetter gerieten. Die Wahrscheinlichkeit am Golfplatz vom Blitz getroffen zu werden ist zwar gering, jedoch sterben laut spekulativen Informationen rund fünf Prozent aller Blitztoten am Golfplatz. Grund dafür ist einerseits das riesige Areal, über das sich ein Golfplatz erstreckt und der Umstand, dass Golf nur outdoor praktiziert werden kann. Beim Finale der PGA-Tour schlug ein Blitz in einen Baum ein – sechs Zuschauer wurden verletzt, unter ihnen auch ein Kind.

 

Risikogruppe

Nicht abstreiten kann man, dass am Golfplatz vermehrt ältere Personen unterwegs sind. Mit höherem Alter geht auch ein höheres Risiko von medizinischen Notfällen einher. Der Herzinfarkt, um ein Beispiel zu nennen. Laut Internetrecherchen sterben weltweit ungefähr 4.500 Menschen jährlich am Golfplatz – inwieweit diese Zahl stimmt lässt sich nicht genau ermitteln, jedoch ist der höhere Altersdurchschnitt ein Fakt. Hinzu kommt die Gefahr an der Tierwelt – in Florida sind nicht selten Alligatoren auf dem Golfplatz präsent.

 

Stürmische Zeiten

Die Unwetter rufen nicht nur viele Blitze hervor, sondern auch Stürme. In Regionen mit dichten und alten Baumbeständen, besteht das Risiko von Ästen und Bäumen erschlagen zu werden. Deshalb gilt den Empfehlungen der Golfplatzbetreiber Folge zu leisten und nur am Platz zu gehen, sofern keine Gefahr besteht. Nicht selten kommt es zu heftigen Sturmschäden im Wald, wo vereinzelt Bäume das Fairway kreuzen. Dabei hilft auch kein Helm beim Spielen, sondern eher das Verweilen im Clubhaus.

 

Führerschein gefragt

Videos auf diversen Online-Plattformen zeigen es vor. Die Benutzung eines Golfcarts kann gefährlich werden, sofern Regeln nicht eingehalten werden. Immer wieder stürzen Golfcarts aufgrund von Schräglagen um, beginnen zu Rollen, da sich die Bremse löst oder werden zweckentfremdet für lustige Aktivitäten. Die meisten Unfälle mit den beliebten Fahrzeugen passieren jedoch im öffentlichen Straßenverkehr, für den die Golfcarts oft nicht zugelassen sind. Erst im Jahr 2019 wurden mehrere Zuschauer bei den US Open verletzt, da sich ein Golfcart selbstständig machte.

 

Leise Verletzungen

Im Rahmen einer Studie wurden mehrere tausende professionelle Sportler befragt, wie oft Verletzungen pro Jahr vorkommen. Im Ranking der am häufigsten verletzten Sportler ist Fußball die klare Nummer eins, gefolgt von Basketball. Von den Befragten Fußballern gaben 71 Prozent an, während der Saison 2018 mindestens eine Verletzung gehabt zu haben. Beim Golf fiel diese Zahl auf 66 Prozent. Golf liegt damit am vierten Rang und lässt somit Sportarten wie American Football und Rugby hinter sich. Grund dafür kann die intensive Belastung von kleinen Gelenken wie der Hand sein. In Sachen Brüche und Risse haben andere Sportarten die Nase weit voraus, jedoch beschäftigen den Golfspieler viele sogenannte leise Verletzungen, die langfristig zu behandeln sind.

 

Das solltest du beachten

Damit das Golfspiel so sicher wie möglich gestaltet wird, kann man auf ganz einfache Dinge achten. Sofern Unwetter vorhergesagt werden, sollte man den Golfplatz meiden, vor allem bei Gewitter und bei Sturm. Sofern Spieler von einem Gewitter überrascht werden, sollte schnell eine Blitzschutzhütte aufgesucht werden. Weiters sollte man sich von Bäumen und seinem Equipment entfernen. Schon gar nicht sollten Schläger in der Hand gehalten werden. Sind keine Blitzschutzhütten vorhanden, so besteht die Möglichkeit in Vertiefungen wie dem Bunker unterzukommen oder in der Hocke-Position zu verweilen. Sicherheitsmaßnahmen für den Fall eines Herzinfarktes oder ähnlichem gibt es bereits in vielen Golfclubs. Immer häufiger sind an frei zugänglichen Plätzen Defibrillatoren angebracht, die im Ernstfall eingesetzt werden können. Generell gilt auch beim Golfsport auf sich selbst und seinen Mitspielern Acht zu geben.

Video zum Blitzeinschlag auf der PGA-Tour mit sechs verletzten Zuschauern: ZUM VIDOE 

Story über eine schwerverletzte Frau durch einen Golfcart-Unfall:

ZUR STORY

Video zu Golfcart-Unfällen, die hier jedoch auf lustige Art und Weise präsentiert werden, dennoch sehr gefährlich sind: ZUM VIDEO

Video zu Tier-Momenten auf der PGA-Tour: ZUM VIDEO


Bildnachweis: Getty Images.

Jan Kienbichl
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