Neue Eidgenossenschaft

Neue Eidgenossenschaft

In der Schweiz wurde die Basis für die neue Zusammenarbeit zwischen dem Verband und den Public-Golf-Organisationen geschaffen.

Im März 2018 wählten die Delegierten des Schweizerischen Golfverbandes einen fast vollständig neuen Vorstand mit Reto Bieler als Präsidenten. Wichtige Ziele waren beim Amtsantritt ein Kulturwandel im Verhalten und im Auftritt, eine Anpassung der Machtverhältnisse an die Marktanteile sowie eine Klärung der Strukturen, Prozesse, Rollen und Aufgaben. Einen guten Grund für die Anpassungen hatte er auch: „Der Golfmarkt hat sich in den vergangenen 20 Jahren komplett verändert. Wir leben in einer Sharing-Wirtschaft, und der Anteil der Public-Golfer ist von 0 auf fast 40 Prozent angestiegen.“

Gemeinsamer Vorschlag

Seit Bieler das Amt übernommen hat, fanden daher intensive, aber äußerst fair geführte Diskussionen innerhalb einer breit aufgestellten Arbeitsgruppe statt. Nun wurde der erste konkrete Vorschlag für die künftige Partnerschaft mit den Public-Golf-Organisationen präsentiert: Statt wie bisher in zwei separaten Verträgen mit der ASGI und der Migros soll das Verhältnis in den Statuten geregelt werden – dazu ist bei der Delegiertenversammlung eine Mehrheit von zwei Dritteln der Clubs nötig.

Die weiteren wichtigsten Eckpunkte sind:

• In den Statuten der ASG soll eine neue Mitgliederkategorie „Public-Organisationen“ (kurz POs) eingeführt werden. Die ASGI und die Golfcard Migros waren bisher Mitglieder der Kategorie „Angeschlossene Vereinigungen“.

• Die POs bezahlen einen Jahresbeitrag von neu 50.000 statt wie bisher 300 Franken.

• Jedes Aktivmitglied eines Clubs oder einer PO entrichtet einen identischen ASG-Beitrag. Dieser wird von der Delegiertenversammlung festgelegt, bisher war dieser für die POs vertraglich im gleichen Sinn geregelt.

• Pro Aktivmitglied entrichtet jede PO zusätzlich einen jährlichen „Golfsport-Förderungsbeitrag“ von 90 Franken, bisher vertraglich auf 65 Franken festgelegt. Davon entfallen 60 Franken auf die Förderung der Clubs. Diese Aktionen werden direkt zwischen den POs und den Clubs vereinbart. Es werden eine Jahresplanung und ein Reporting erstellt. Die verbleibenden 30 Franken pro Mitglied werden zur gemeinsamen Sportförderung von ASG, ASGI und Migros eingesetzt. Die ASG beteiligt sich ihrerseits mit 15 Franken pro PO-Aktivmitglied.

• Die POs erhalten an der Delegiertenversammlung pro 1000 Mitgliedern drei Stimmen, im Maximum wären es 70 Stimmen.  Aktuell hieße das: Die ASGI hat 51 und die Migros 54 von total 815 Stimmen. Bisher galt je eine Stimme pro PO von insgesamt 712 Stimmen.

• Der Vorstand beantragt, je einen Vertreter der ASGI und der Migros in den Vorstand zu wählen, bisher waren beide Organisationen im Gremium nicht vertreten.

• Die POs verzichten auf die Herausgabe einer eigenen Handicap-Karte. Die Migros prüft, die bestehende Karte bereits Ende 2018 vom Markt zu nehmen, wird dies aber sicher spätestens auf Ende 2019 tun.

„Guter Kompromiss“

Für Hans-Peter Schild, Leiter der ASG GolfCard Migros, ist dieser Vorschlag „ein guter und vor allem tragfähiger Kompromiss“. Die Verankerung in den Statuten sei der richtige Weg und eine gewisse Mitsprache im Vorstand wichtig für eine Organisation, die „mehr neue Golfspieler ausbildet als alle Clubs zusammen“, wie es Schild formuliert. „So ist die Migros auch bereit, mehr für die Sportförderung zu zahlen, dank der neuen Vereinbarung werden zudem auch die Clubs direkt von unserem Engagement profitieren“, so Schild.

Ähnlich formuliert es ASGI-Generalsekretär Pascal Germanier: „Von der Einigung profitieren alle. Um Golf in der Schweiz weiterzuentwickeln, braucht es alle, auch Leute, die nicht in einem traditionellen Club aufgewachsen sind.“ Mit dem Einbezug der ASGI in die Kommission der Mitglieder sei ein wichtiger Schritt gemacht worden. Nun hoffe er mit der Statutenänderung auf eine noch bessere Akzeptanz der clubfreien Golfer.

Neuer Name

Gleichzeitig möchte das Führungsgremium des Golfverbandes auch den offiziellen Namen, das Logo und den gesamten Auftritt anpassen. Seit vielen Jahren lautet die offizielle Bezeichnung „Association Suisse de Golf“, kurz ASG. „Wir wollen den Aufbruch auch nach außen zeigen und uns umbenennen. Der Vorstand hat sich einstimmig für ,Swiss Golf‘ entschieden. Dies auch in Anlehnung an praktisch alle großen Sportverbände, die Mitglied bei Swiss Olympic sind“, erläutert der Präsident.

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