Golf im Skiparadies

Golf im Skiparadies

Mit neuem Familienkonzept will der Golfclub Zillertal noch mehr Golfbegeisterte anlocken.

Wer an das Zillertal in Tirol denkt, hat am ehesten Ski im Kopf. Das passt wunderbar zusammen: Olympiasieger, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger Stephan Eberharter ist seit dem Karriereende begeisterter Golfer, und die Eltern führen im Zillertal bekanntlich ein Hotel. Eberharter ist Mitglied im Golfclub Zillertal. Leonhard Stock, ebenfalls Olympiasieger, ist nicht nur das, sondern auch Vizepräsident. Vor vier Jahren öffnete der Golfclub Zillertal in Uderns seine Pforten, nun nöchte man sich neu positionieren: als Familienerlebnis, als Magnet für Kinder und Jugendliche. „Wir legen hier den Fokus vor allem auf den Nachwuchs und darauf, dass es für diesen einfach ist, an den Golfsport heranzutreten“, erklärt Maximilian Schultz von der Besitzerfamilie gegenüber der Golf Week. „Wie auch in den letzten Jahren betreiben wir heuer wieder ein sehr erfolgreiches Kindertraining, wo wir mit bis zu 60 Kindern und Jugendlichen – abhängig von Alter und Leistungsstufe – wöchentlich trainieren.“ Für die nächste Saison soll dazu auch noch eine neue Übungsbahn fertiggestellt werden. Doch auch jetzt schon gibt es viel für Kinder, Jugendliche und Familien.

Kostenlos unter 12

„Unsere Philosophie ist es, dass Kindern das Golfspielen Spaß machen soll und sie Golf spielen wollen und nicht gezwungen werden zum Spielen, da bereits ein hoher Mitgliedsbeitrag einbezahlt wurde“, führt Schultz weiter aus. „Mitgliedschaften für Kinder unter 12 Jahren sind bei uns grundsätzlich kostenlos.“ So können die Kinder verschiedene Sportarten ausprobieren, ohne dass der Druck der Eltern entsteht, etwas durchziehen zu müssen, nur weil schon Geld geflossen ist. Kinderturniere sollen bald dafür sorgen, dass die Kids Turnierluft schnuppern und bereits in jungen Jahren ihr Handicap verbessern können.

Rückhalt

65 Hektar umfasst der Golfclub. Ein großes Projekt, das eine lange Vorbereitung benötigte. Bereits 2006 starteten die Verhandlungen, 2012 folgte der Baustart und 2014 die ersten Abschläge. Die Bevölkerung war laut Schultz schnell im Boot: „Wir dürfen hier auf eine doch sehr gute Resonanz aus der Bevölkerung zurückblicken, ohne diesen Rückhalt aus großen Teilen der Bevölkerung wäre die Realisierung und Genehmigung eines solchen Großprojekts gar nicht möglich.“ Auch die Politik zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung. So meint Dominik Mainusch, Bürgermeister der Nachbargemeinde Fügen und seit März Landtagsabgeordneter: „Mit der Golfanlage in Uderns ist das Zillertal um eine hochqualitative Infrastruktur reicher, die einen Bereich abdeckt, der unser Angebotsportfolio authentisch und nachhaltig bereichert.“

Zahlen, bitte

So viele Gäste wie der Skitourismus zieht der Golfclub Zillertal freilich nicht an. Gerade in den warmen Jahreszeiten aber, wenn Skifahren schwer möglich ist, spürt die Region aber einen Anstieg in der Auslastung im näheren Umfeld des Golfplatzes. Das hängt eben auch mit der Familie Schultz zusammen, wie Mainusch ausführt: „Um unseren Standort auch langfristig konkurrenzfähig zu halten, setzen wir zukünftig noch stärker als bisher auf die Qualität unserer Angebote und Dienstleistungen. Mit der Golfanlage in Uderns beweist die Familie Schultz nicht nur eindrucksvoll Mut und Vertrauen in den Standort, sondern setzt insbesondere auch wirtschaftliche Akzente am Puls der Zeit.“ 25 Millionen Euro wurden in den Bau investiert, rund 800 Mitglieder gibt es. Zudem bietet die gesamte Anlage rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen ganzjährigen Arbeitsplatz – wohl ein besonderes Asset für die ArbeitnehmerInnen in der Region, die eher auf Saisonarbeit ausgelegt ist. Die Betreiber zeigen sich zufrieden: „Wir sind über die Entwicklung der Mitgliederzahlen und auch die wirtschaftliche Entwicklung sehr erfreut.“ Und genau deswegen wird es neben den Angeboten für Kinder und Familien noch mehr geben.

Neue Möglichkeiten

Gegenwärtig arbeitet das Team in Uderns an einer Erweiterung der Anlage. Gebaut werden sollen drei Kurzbahnen mit jeweils drei Löchern. Im Gegensatz zu vielen anderen Golfplätzen, auf denen Anfänger oft nur auf der Driving Range üben können, kann ab voraussichtlich nächster Saison auf vollwertigen Bahnen trainiert werden. Maximilian Schultz dazu: „Das bringt sicherlich für unsere Golfschule eine erhebliche Verbesserung und auch für unsere Mitglieder und Gäste neue Möglichkeiten.“

Freigegenstand Golf

Dem nicht genug, darüber hinaus auch für die Schülerinnen und Schüler in der nahen Tourismusschule in Zell am Ziller: „Besonders stolz sind wir auch auf unsere Zusammenarbeit mit der Zillertaler Tourismusschule in Zell am Ziller, wo inzwischen ein eigener Golfzweig sowie Golf als Freigegenstand angeboten wird.“ Es wird nicht nur die Platzreife erlangt, sondern auch das erlernt, was für Golftourismus wichtig ist, etwa die Organisation von Golfevents oder die Abwicklung von Turnieren. Das alles ist für Maximilian Schultz nicht nur eine Frage des Geschäfts, wie er abschließend meint: „Wir hoffen, damit den Golfsport zukünftig noch tiefer in die Mentalität und den Alltag einzubinden.“


Bildnachweis: Sportresidenz Zillertal.

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