Geschichtsschreiber

Geschichtsschreiber

Sepp Straka schreibt bei der Web.com Tour Championship österreichische Sportgeschichte und sichert sich die PGA-Tour-Karte.

Es war ein Sonntag, an den sich Sepp Straka noch gerne zurückerinnern wird und über den er noch lange nach seiner Karriere mit Stolz berichten darf. Zwar musste sich Straka als Führender nach 54 Löchern bei der Web.com Tour Championship an diesem Tag mit der schlechtesten Turnierrunde zufriedengeben, seine Even-Par 71 reichte aber gerade noch aus, um sich den notwendigen dritten Platz – und somit als erster
Österreicher die PGA-Tour-Karte – zu sichern.

Wie knapp es war, zeigt sich auch in der Geldrangliste: Als 20. der „The Finals 25“ hat er nach einer langen und anstrengenden Saison gerade einmal 6.000 Dollar Vorsprung auf die billigen Plätze. „Ich bin sprachlos, ich habe es noch nicht wirklich realisiert,“ sagte ein überglücklicher Straka nach der Finalrunde im Atlantic Beach Country Club. „Ich wusste, dass ich eine gute Turnierwoche brauche … und ich habe es geschafft!“ Somit krönt der Wahlamerikaner seine erste Saison auf der Web.com Tour gleich mit dem sensationellen Aufstieg auf eine der größten Bühnen des Golfsports.

Nervenprobe

Dabei bewies er kurz vor der Ziellinie auch noch große Nervenstärke, als er erstmals in dieser Woche in die Bredouille geriet. Denn nach einer bis dahin soliden Vorstellung kam auf Loch 16 plötzlich der Fehlerteufel hinzu: Zwei Wasserbälle und ein Triple-Bogey später lag Straka nur noch auf Rang drei und durfte sich auf den letzten beiden Löchern keinen weiteren Fehlschlag erlauben. Nach einem sicheren Par auf der 17 erarbeitete er sich auf dem Par-5-Abschlussloch dank seiner Länge sogar noch die Eagle-Chance. Allerdings machte ein Dreiputt das fast sicher geglaubte Birdie doch noch zunichte. Das Par reichte aber, um

nach zwei verpassten Cuts bei der aus vier Events bestehenden Finalserie 60 Ränge in der „Finals 25“-Liste nach vorne zu schnellen und um als Nummer 20 die Tour-Karte mit nach Hause nehmen zu können.

Auf den letzten Drücker

Angefangen hatte alles bereits Wochen zuvor bei der KC Golf Classic: Nachdem sich Straka nach drei verpassten Cuts in Folge bereits für die Q-School gemeldet hatte, sicherte er sich mit seinem ersten Toursieg in Kansas bereits fix die Spielberechtigung für 2019 und brachte sich darüber hinaus wieder zurück ins Geschäft um die begehrten PGA-Tour-Karten. Mit dem nötigen Selbstvertrauen kratzte er anschließend auch bei der WinCo Foods Portland Open am Sieg und zeigte sich gegen Ende der Saison gut in Schuss. Geholfen hat ihm dabei auch die neu gewonnene Reife. Denn egal, wie schlecht die Dinge auch laufen mögen, es sei nie so schlimm, wie es scheint – so das Motto. „Es ist nie vorbei“, sagte er nach dem krönenden Erfolg und erhob gleichzeitig den Wechsel zu einem alten Putter – einem, den er seit seinem zweiten Jahr an der High School hatte – zu dem Schlüsselmoment dieses Sommers.

Ab nun galt es die Vorfreude in positive Energie umzuwandeln, um rechtzeitig zum Saisonstart (Safeway Open ab 4. Oktober) wieder voll angreifen zu können und um Österreich mit Stolz zu vertreten: „Es ist wirklich fantastisch zu wissen, wie viele Kids in Österreich mich auf der US Tour verfolgen werden und vielleicht selbst mit Golf anfangen. Österreich ist ein ziemlich kleines Land, aber wir haben eine ziemlich solide Mischung von Typen im Golf!“

Jäger souverän

Nur zwei Wochen nach dem Verlust der PGA-Tour-Karte löste auch Stephan Jäger bei den Web.com-Finals souverän sein Ticket für die Saison 2019 – allerdings nicht erst mit seinem geteilten achten Platz bei der Tour Championship. Denn mit seinem vierten Platz bei der DAP Championship verbesserte sich Jäger auf den 10. Zwischenrang in der Geldrangliste, der bereits definitiv reichte, um den Wiederaufstieg in die US PGA Tour zu fixieren, da er beim Abschlussturnier rein rechnerisch nicht mehr aus den Top 25 herausfallen konnte.

Weitere namhafte Spieler, die sich über die Web.com-Finals ihre Tourkarte für die kommende Saison gesichert haben, sind: Sangmoon Bae (Südkorea), Robert Streb, Peter Malnati, Lucas Glover, Hunter Mahan (alle USA), Curtis Luck (Australien), Dylan Frittelli (Südafrika) und Cameron Tringale (USA).

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