The Masters

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The Masters

Als sich Patrick Reed dem 18. Grün näherte, fiel der Applaus für Mastersfinalrundenverhältnisse wirklich auffallend spärlich aus. Eigentlich sind die Zuschauer in Augusta für ihre Fairness bekannt, doch mit Reed als Sieger, das merkte man sofort, würde für das Gros der Patrons das Worst-Case-Szenario eintreten. Dennoch hob der etwas kräftigere Amerikaner anständig seine Kappe und nahm die ihm zumindest höflich entgegengebrachte Minimalanerkennung brav entgegen. Wie es tatsächlich in ihm aussah, das wusste zu diesem Zeitpunkt wohl nur Reed selbst. Und trotz oder vielleicht genau wegen der ihm so lauwarm entgegengebrachten Anerkennung wollte Reed sich mit den letzten beiden Putts zum Sieger krönen. Und wenig später, nachdem er einmal mehr seine Nervenstärke eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte, war dem 27-jährigen Texaner dieses Kunststück tatsächlich gelungen.

Rory Favorit

Und dabei hatten dem Amerikaner sowohl die Golfexperten als auch die Fans in die Karten gespielt. „Ich hab mir am Abend vorher noch einmal die Zusammenfassung angesehen und da hatten bis auf Notah Begay eigentlich alle Experten Rory McIlroy auf dem Zettel. Das hat eine Menge Druck von meinen Schultern genommen und mich auf der anderen Seite noch zusätzlich motiviert“, so Reed. Mit den jubelnden Ovationen für Jordan Spieth, Rickie Fowler und Rory McIlroy und zurückhaltendem Applaus am ersten Tee für Reed war die Gunst der Fans mehr als eindeutig verteilt. Egal wer, aber Hauptsache nicht Reed, so auch die vorherrschende Meinung im Netz – und das war genau das, was Reed beflügelte.

Underdog

Nachdem er etwas nervös mit einem Bogey begonnen hatte, konnte Patrick in der Folge jeden Fehler sofort wieder ausmerzen und zeigte damit seinen wahren Kampfgeist. Und während sich der Underdog relativ schnell in seiner Rolle zurechtfand, war für Favorit Rory McIlroy die Operation Grand Slam eigentlich nach Bahn 2 schon so gut wie beendet. Mit drei Schlägen Rückstand war „Rors“ auf den Führenden Reed in die Schlussrunde gegangen und sah sich schon auf dem Grün der zweiten Bahn einem kurzen Eagle-Putt zum Gleichstand gegenüber. Es war eigentlich nur noch eine Formsache, den Score von 13 unter Par zu egalisieren, und gerade als die Hoffnungen auf die Fortsetzung von Reed vs McIlroy vom Ryder Cup 2016 am größten waren, schob Rory vorbei. Obwohl er noch 16 Bahnen vor sich hatte, schien McIlroy durch diesen Lapsus dermaßen verunsichert, dass ihm in der Folge reihenweise Putts aus kurzer Entfernung misslangen. Der Putter, noch in den Tagen zuvor eine von Rorys besten Waffen, war plötzlich eiskalt geworden. Schlag um Schlag fiel der Nordire weiter zurück, Loch um Loch hingen seine Schultern weiter nach unten. Ob ihm in dieser Situation nicht ein erfahrener Caddie wie sein Ex JP Fitzgerald hätte helfen können, fragt man sich da – sein bester Kumpel an der Tasche Harry Diamond konnte es jedenfalls nicht.

Fowler knapp dran

Mit Rory aus dem Rennen schlugen sich die Zuschauer auf die Seite von Jordan Spieth und Rickie Fowler. Während Spieth am Ende nur ganz knapp an einer der größten Comebackgeschichten (lag am Final nach 16 Bahnen bei unglaublichen 9 unter Par für die Runde) von Augusta scheiterte, zeigte Rickie Fowler endlich einmal auch in einer Major-Finalrunde, was in ihm steckt. Als „Rickieeeeee“ zum von den Fans frenetisch gefeierten Birdie an der Schlussbahn einputtete, war sogar Coach Butch Harmon zufrieden, und es wurde tatsächlich noch einmal spannend. Durch seinen Schlaggewinn war Fowler bis auf einen Zähler an Reed herangerückt, der nach einem Sensationspar an der 17 die schwierige 18 ja noch vor sich hatte.  „Es war nervenaufreibend. Und natürlich war uns beiden bei dem plötzlichen Jubel klar, dass Rickie den Rückstand bis auf einen Schlag reduziert hatte.  Doch genau solche Situationen wie die am Tee der 18 liebt Patrick und er blieb echt cool“, ließ Caddie Kessler Karain die entscheidenden Momente des Masters 2018 noch einmal Revue passieren. Natürlich war auch Karain die dezente Ablehnung der Fans gegenüber seinem Arbeitgeber in der Finalrunde nicht entfallen, doch „wenn Patrick in der Zone ist, ist er schwer aufzuhalten“.

Einer gegen alle

Und wenn die meisten Golfbegeisterten jetzt nicht gerade außer sich vor Freude über den Sieg von Patrick Reed beim ersten Major des Jahres sind, sollte man „Captain America“, wie Reed seit seinen Ryder-Cup-Auftritten auch ein wenig ironisch betitelt wurde, den nötigen Respekt zollen. Denn egal, was Patrick Reed an den vier Tagen von der starken Konkurrenz entgegengebracht wurde, er hatte stets eine Antwort darauf. Ferner hat er sich im Augusta National GC nicht nur golferisch nichts zuschulden kommen lassen und sich seinen ersten Majorsieg nebst grünem Jackett redlich verdient.

Altmeister

Großes Lob verdient auch die Leistung, die Bernhard Langer jedes Jahr beim Masters abliefert. Denn mit stolzen 60 Lenzen scheint die Qualifikation fürs Wochenende in Augusta für den zweifachen Sieger überhaupt kein Problem zu sein. In der Finalrunde spielte Langer zusammen mit Fred Couples und war genau wie sein amerikanischer Championstourkollege nach 72 Versuchen mit der Runde fertig. Bei 3 über Par teilten sich die beiden Oldies Rang 38, einziger Wermutstropfen: Bewegte Bilder gab es so gut wie keine zu sehen. Das galt leider auch für Martin Kaymer (48.) und Bernd Wiesberger. Während Kaymer vier gleichmäßig durchschnittliche Runden ablieferte, spielte „Wiesel“ zwischenzeitlich richtig groß auf. Unvergessen das Bild von Runde zwei, als der Österreicher kurzzeitig sogar das Leaderboard anführte. Nach einem durchwachsenen Wochenende landete Wiesberger schließlich auf einem guten geteilten 24. Platz.


Bildnachweis: Getty Images/Hublot.

Apr 05 2018

Details

Start: April 5 @ 8:00
End: April 8 @ 18:00
Veranstaltung Categories:

Venue

Augusta National Golf Club

2604 Washington Rd
Augusta, Georgia 30904 Vereinigte Staaten

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Veranstalter

PGA Tour
Website: Visit Organizer Website

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