Ersehnte Rückkehr

Ersehnte Rückkehr

Franz Wittmann hilft dem Golfsport in Österreich nach wie vor auf die Sprünge und ist bereit für die Challenge Tour in Adamstal.

Franz Wittmann hat in seinem Leben bereits einige Hürden gemeistert und sie als Meilensteine seiner Karriere ablegen können. Als Rallyepilot fuhr er zu zwölf Staatsmeistertiteln (letzter mit 51 Jahren), feierte 1981 bei der Jänner-Rallye die Weltpremiere des Audi Quattro und einen Sieg mit über 20 Minuten Vorsprung und holte als erster Österreicher einen Gesamtsieg bei einem Rallye-WM-Lauf (Neuseeland). In seiner zweiten Laufbahn widmete er sich dem Golfsport („weil mich der Sport so fasziniert und viel zu wenige Leute wissen, wie toll dieser Sport ist“) und baute daheim in Ramsau einen der schönsten und spektakulärsten Golfplätze von internationalem Format.

Und der jüngste Meilenstein, die Rückkehr der Challenge Tour nach Österreich, liegt bezüglich Aufwand und Risiko nur knapp dahinter.

Großer Aufwand

Erfahrungen hat Wittmann in diesem Bereich aber bereits gesammelt, nicht zuletzt durch die vergangenen Jahre, in denen die Pro Golf Tour in Adamstal Station machte. Aber dennoch: „Es ist unvorstellbar, man glaubt gar nicht, wie viele
Besprechungen stattfinden! Und das Budget aufzutreiben ist fast eine Jahresarbeit.“ Denn finanziell ist es im Unterschied zu einer kleineren Pro Golf Tour der sechsfache Aufwand, und organisatorisch müssen neben Besprechungen mit dem Tour-Direktor auch die freiwilligen Helfer („ohne die es gar nicht geht!“) aktiviert und eingeteilt werden. Und auch die Sponsoren müssen dementsprechend betreut werden. Die Platzpflege verlangt zwar auch einen höheren Aufwand, die Spezialitäten der Challenge Tour stellen das Team in Adamstal aber vor keine Probleme, denn auf Sparschiene fährt man in diesem wichtigen Bereich hier sowieso nicht. „Wir sind gut durch den Winter gekommen, und der Platz ist in einem hervorragenden Zustand. Einer der Ansprüche ist, dass die Grüns noch härter sind – Schnelligkeit und eine gute Qualität haben wir immer gehabt.“

Kein Sparprogramm

Ans Sparen wurde auch nicht gedacht, als Ende Oktober 2017 der Entschluss erfolgte, sich voll und ganz dem Projekt zu verschreiben – auch wenn noch ein Brocken an Budget gefehlt hat. „Aber wir sind das Risiko eingegangen und haben für drei Jahre zugesagt“, so Wittmann weiter. Als Hauptsponsor konnte erneut die Euram Bank gewonnen werden. Und auch der Österreichische Golfverband zeigte sich Herrn Wittmann gegenüber „sehr hilfsbereit“. Ebenso wie viele andere wichtige Helfer.

Abseits des Platzes

Getreu dem Motto „Man muss sich nach der Decke strecken“ hat Wittmann auch Ideen, um das Projekt Wohnen im Adamstal weiter voranzutreiben. Denn nachdem die Zimmer auf so große Beliebtheit gestoßen sind, wurden letztes Jahr auch drei Zimmer im Clubhaus dementsprechend umgebaut. Und auch heuer ist die Saison gut ausgelastet. Doch zunächst stand einmal die Renovierung der Küche an, in der Restaurant-Betreiber Claus Curn aus den feinsten Zutaten tolle Gerichte zaubert. Auch die angebotenen Greenhorn-Turniere stoßen auf eine breite Fan-Basis. „Wir zeigen, was Golf ausmacht – die haben ja keine Ahnung und oft eine falsche Meinung. Und Leute, die überhaupt nichts mit Golf zu tun haben, werden dadurch begeistert, und ein Drittel der Schnupperer fangt nachher an zu golfen – auch wenn nicht alle nach Adamstal kommen, sind es aber wieder mehr Golfer“, zeigt sich Wittmann erfreut.

Vollgas

Und wer sich von den Rallyekünsten der Wittmanns überzeugen lassen will, kann sich auf der Teststrecke als Co-Pilot auch noch selbst ein Bild davon machen.


Bildnachweis: GEPA Pictures.

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