Ein Sieg für Opa

Ein Sieg für Opa

Tränen für den Opa, der ihn zum Golf brachte, eine spontane Entscheidung, die Karriere zu beenden, und Rory McIlroy.

Es war der zweite Sieg für Cameron Champ auf der PGA Tour. Der 24-jährige US-Amerikaner konnte das Turnier im Silverado Resort für sich entscheiden. Für Champ war es zwar nicht der erste, aber ein ganz besonderer Sieg, wie er erzählte. Gut, die Emotionen konnte jeder sehen, fiel er doch, wie dem offiziellen Twitteraccount der PGA-Tour per Video zu entnehmen ist, seinem Vater unter Tränen in die Arme. Doch das war nicht der alleinige Grund, denn Opa Champ, der den Junior schon in frühen Jahren zum Golfen brachte, hat Krebs im Endstadium: „Wir wollen meinem Opa die letzten Tage so angenehm wie möglich machen und so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen. Deswegen wird dieser Erfolg hier und in dieser Zeit auch für immer der bedeutendste Moment meiner Golfkarriere sein.“ Und der Großvater wird wohl mehr als stolz auf Cameron gewesen sein, dürfte er doch laut Medienberichten die Szenen auch im Fernsehen gesehen haben.

Keine Nerven mehr

Es ist übrigens nach wie vor ein cooler Move von Suzann ­Pettersen, nach dem Sieg des Solheim Cup einfach zurückzutreten. Gegenüber der BBC wollte sie ihre Entscheidung dann doch erklären. „Es ist mir so eingefallen, als ich mit allen da stand. Es war nicht geplant. Ich habe nur den Moment ergriffen. Ich bin jetzt fertig. Ich habe den Mädchen gesagt, das ist es, ich werde es nicht wieder tun. Ich habe nicht die Nerven dafür“, meinte sie nach dem – durchaus überraschenden – neunten Antreten beim Solheim Cup.

„Ich habe es immer gesagt, der Cup hat mir die Welt bedeutet. Es ist egal, ob ich ein anderes großes Turnier gewinne – nichts wird es übertreffen. Es ist wahrscheinlich der größte Höhepunkt meiner Karriere, und das, was am Sonntag auf dem 18. Grün passiert ist, kann wohl von nichts übertroffen werden, also kann ich genauso gut so bleiben und sagen, dass genug genug ist. Für mich war es fast wie eine perfekte Bühne, um sich vom Profigolf zu verabschieden.“ Das kann man so stehen lassen. Vielleicht will sich Pettersen aber auch auf Dinge abseits des Golfens konzentrieren. Schließlich ist die 38 Jahre alte Norwegerin seit rund einem Jahr Mutter.

Kritik an McIlroy?

Eigentlich gab es ja keine so genaue Kritik an Rory McIlroy selbst, sondern vielmehr an seiner Wahl zum Spieler des Jahres. Dustin Johnson verteidigte die Wahl, obwohl viele schon Brooks Koepka als Golfer des Jahres gesehen hatten: „Rory hat öfter gespielt und gesiegt als er, er war ein paarmal dicht dran, und dann kam halt auch noch der Gewinn des FedEx-Cups. Letztendlich hat ihm das vermutlich den letzten Push gegeben.“ Das sehen viele ähnlich. „Im Namen der PGA Tour gratuliere ich Rory McIlroy, dass er von den Mitgliedern der Tour zum PGA Tour Player of the Year 2019 gewählt wurde“, sagte PGA-Tour-Kommissar Jay Monahan.

„Rorys Saison war ein Modell der Beständigkeit, unterbrochen von Meilenstein-Siegen und schließlich dem FedEx Cup in Atlanta.“ Und der Geehrte selbst? „Ich bin sehr bescheiden und sehr geehrt. Es bestätigt einige der Entscheidungen, die ich zu Beginn des Jahres getroffen habe, und ich könnte nicht stolzer sein.“ Die „Golf Digest“ war jedenfalls dennoch geschockt, dass McIlroy gewann, und nannte es ein „shocking development“, dass er vor Koepka oder Schauffele siegte. Der Sieger des Awards wird übrigens von den anderen Golfern gewählt, also ist es eine besondere Auszeichnung.

 

Nichttypisch Golfen

Und Brooks Koepka? Der lässt in einem US-amerikanischen Interview wieder einmal aufhorchen. „Ich werde nicht jemand anderes sein, nur um populärer zu werden“, sagte Koepka. „Ich bin kein typischer Golfer, definitiv kein Golfnerd. Ich habe eine Athletenmentalität, bin ein Athlet, wenn das die Leute falsch verstehen, ist das hart.“ Und es ging weiter: „Ich werde nur sagen, was ich fühle, ich werde ehrlich sein, und ich werde mich nicht zurückhalten. Das bin ich.“

Und sein Coach sagt dazu: „Wir hatten lange Gespräche darüber, und er wollte immer, dass alles, was er tat, authentisch ist. Er hatte schon immer eine Prahlerei hier draußen, und die Leute fragten sich, wer zum Teufel dieser Junge wohl ist. Was hat er gewonnen? Nun, er hatte immer die Aura von jemandem, der unglaublich zuversichtlich ist. Und jetzt hat er vier Majors und ist die Nummer 1 in der Welt. Das hat er getan.“ Das sitzt eigentlich ziemlich. Und mehr muss man über die Sache eigentlich auch wieder nicht wissen.
Trump …

Einer darf an dieser Stelle wirklich nicht fehlen – US-Präsident Donald Trump. Da ist zum einen die Geschichte, dass Air-Force-Mitarbeiter anscheinend, man weiß es aber nicht  genau, Rabatte in einem seiner Golfklubs bekommen. Und eines seiner Resorts ist als Gastgeber des 2020-G7-Gipfels angeblich im Gespräch. Hätte der golfende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nicht schon genug Probleme wegen seiner Geschäfte, hätte er sie da vermutlich auch. Wenn er noch lange Präsident ist…


Bildnachweis: © Getty Images.

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