Distanzverlust

Distanzverlust

Eine Datenanalyse von Arccos zeigt eine negative Entwicklung bei Abschlagsdistanzen.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass der professionelle Golfsport aktuell ein Problem mit zu langen Drives hat. Die Plätze der großen Touren müssen mitunter künstlich verlängert werden, um den gewaltigen Abschlägen von Dustin Johnson, Rory McIlroy und Co überhaupt Stand halten zu können, und Plätze, die früher als harte Prüfung galten, sind heutzutage zur Spielwiese der Longhitter geworden, weil ihre Bälle über die strategisch angelegten Hindernisse hinwegfliegen.

Sogar der altehrwürdige Augusta National Golf Club, wo Anfang April jährlich das Masters Tournament gespielt wird, musste sich der Entwicklung anpassen und wurde über die Jahre immer länger (2006 wurden etwa sechs Löcher verlängert). Und ab kommendem Jahr wird sich der fünfte Abschlag zudem circa 30 Meter weiter hinten befinden (Bahn 5 wurde zuletzt 2003 verlängert), um die Bunker wieder ins Spiel zu bringen.

Keine Überraschung

Auch der „Distanz-Bericht“, der von USGA und R&A in Auftrag gegeben wurde, ergab einen „ungewöhnlichen und besorgniserregenden“ Anstieg der Abschlagweiten auf den Profi-Touren. Ungewöhnlich? Legt man den Fitnesslevel der Longhitter und die Entwicklung im Hardware-Bereich zugrunde, sind gestiegene Abschlagslängen weniger überraschend, vielmehr eine logische Folge. Profis sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Die große Masse der Golfer sind Amateure wie du und ich. Doch wenn wir meinen, dank unseres Hightech-Equipments und ein bisschen Training ebenfalls neue Sphären im Ballflug zu erreichen, kehrt laut Erhebung des Trainingstools Arccos 360 Ernüchterung ein.

Analysetool

Denn das Datenerfassungssystem – das Analysen auf Tour-Niveau zur Verfügung stellt – hat über drei Jahre lang die Abschlagweiten von mehr als zehn Millionen Drives in mehr als 100 Ländern und über alle Spielstärken verteilt erfasst. Das Ergebnis der Analyse: Die Abschlagsweiten über alle Handicap- und Altersgruppen hinweg blieben entweder unverändert oder sind sogar zurückgegangen.

„Der aktuelle USGA und R&A ‚Distance Report‘ zeigte seit 2016 einen signifikanten Anstieg der durchschnittlichen Abschlagslänge von 3,3 Metern auf den sieben weltweiten Touren, also wollten wir sehen, ob dies auch bei Amateurspielern der Fall ist“, so Andrew Turner, Senior Director of Global Sales bei Arccos Golf. „Wir haben festgestellt, dass selbst unter Berücksichtigung der winterlichen Wetterbedingungen die Amateure Mühe hatten, mit ihren Drives Distanz zu gewinnen. Einige Altersgruppen sind bei den Weiten sogar zurückgefallen“, fügte er hinzu.

Distanzverlust

Die Zahlen im Detail: Im Jahr 2015 betrug die durchschnittliche Distanz aller von Amateuren geschlagenen Drives 201,7 Meter. Drei Jahre später ist dieser Durchschnitt auf 198,49 Meter gesunken, so die Datenanalyse von Arccos. Den größten Einbruch mussten Golfspieler im Alter von 50 bis 59 Jahren hinnehmen, die während des dreijährigen Messzeitraums durchschnittlich 8,23 Meter Distanz verloren. Das ergibt 2018 einen durchschnittlichen Drive von 195,18 Metern.

Die durchschnittliche Distanz für alle Abschläge, die auf dem Fairway enden, hat einen noch stärkeren Einbruch erlitten, wobei der Durchschnitt von 204,38 Meter aus dem Jahr 2015 auf 200,08 Meter im Jahr 2018 fiel.

Handicap verbessert

Golfspieler mit einem Handicap von 16–20 erreichten mit ihren Abschlägen – die auch auf dem Fairway liegen blieben – eine durchschnittlichen Distanz von 197,56 Meter. Dennoch zeigt der Report, dass die Zahl 2018 innerhalb dieser Handicap-Kategorie auf 189,69 Meter gefallen ist. Nettes Detail am Rande: Im vergangenen Jahr haben die Arccos-Nutzer ihr Handicap um durchschnittlich 3,55 Schläge verbessert.


Bildnachweis: Getty Images.

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