Auch das noch!

Auch das noch!

Es hat sich wieder allerhand Kurioses getan, was alles und nichts mit dem Golfsport zu tun hat.

Shitstorms machen auch vor dem Golf nicht Halt.  Einen derartigen kassierte Matt Wallace bei den BMW International Open, weil er einen Abschlag ins Wasser statt aufs Green legte. Den Ärger über das verpasste Stechen und die mögliche Titelverteidigung musste sein Caddie ausbaden. Im Video hört man zwar nichts, Wallace beugt sich aber über seinen Caddie und versierte Lippenleser können sich sicher ausmalen, was der Golfer von sich gab. Und so passierte das, was 2019 nun einmal passiert: Jemand stellt das Video ins Netz und viele rügen den Übeltäter. Somit hat Wallace nicht nur das Finale verpasst, sondern auch Dutzende negative Kommentare geerntet. So mancher Kommentator hält sich an die Etikette – „Matt Wallace wird schnell zum unbeliebtesten Golfer da draußen“ – andere verwenden eine Sprache, die wir hier nicht verwenden.

Michelle reicht‘s

Ganz andere Probleme hat Michelle Wie. Ihr rechtes Handgelenk macht nicht mehr so mit, wie sie will. Darum haut die 29-Jährige den Hut aufs Golfen und nimmt sich aufgrund vieler Verletzungen eine Auszeit. Auf Twitter gab sie bekannt: „Nachdem ich alles getan habe, um dieses Jahr zu spielen, habe ich die Entscheidung getroffen, mir das restliche Jahr vom Turniergolf frei zu nehmen. Mein Team und ich denken, dass mir das die bestmögliche Chance gibt, um endlich wieder gesund zu werden.“ Flankiert wurde die Nachricht von traurigen Smileys und Herzen.

Family Business

Steve Stricker ist ein netter Mann. Offensichtlich hat er auch bei seinen Töchtern einen guten Job gemacht. Denn die liefen beim Amfam Championship mit Kamera herum und fragten die Herren mit den Golfschlägern Dinge wie „Mit wem würdest du ein Selfie machen?“ oder „Wer ist dein Celebrity Crush?“. Ob die 20 Jahre alte Bobbi und ihre Schwes­ter Izzie (13) die Promis aus den Antworten – etwa Farah Fawcett – überhaupt kennen, ist nicht überliefert. Übrigens ist ja auch Mutter Nicki auf der Tour dabei, sie fungiert als Caddie. Laut Aussage von Steve Stricker würde sie aber wohl mehr bekommen als die sonst üblichen zehn Prozent Preisgeld. Allerdings wäre das auch schon viel. Stricker sicherte sich bekanntlich beispielsweise die US Senior Major mit rund 641.000 Euro Preisgeld.

String

Dass Brooks Koepka ein durchtrainierter Sportler ist, ist mittlerweile bekannt. Das findet freilich auch seine Freundin Jena Sims. Dass sie aber Koepkas Vorliebe für außergewöhnliche Männerbademode gleich in den Sozialen Medien teilen muss, hätte man jetzt nicht gebraucht. Wie am Foto oben ersichtlich ist, wissen wir jetzt zumindest alle, wie der Hintern eines zweifachen US-Open-Siegers aussieht.

Offen reden

Offen, aber in einem ganz anderen Zusammenhang, zeigte sich Andrew „Beef“ Johnston. Im Juli nämlich postete er im Player Blog, wie schwierig sein Aufstieg zum Fan-Liebling für ihn war: „Das letzte Jahr war turbulent. Die Aufmerksamkeit, die ich bekam, war verrückt. Ich wollte einfach nur alle glücklich machen, das kleine Kind, dessen Ball ich unterschrieb. Ich liebe das Publikum, daran wird sich auch nichts ändern, doch der Druck, der sich in mir aufbaute, es allen recht zu machen und auch noch gutes Golf zu spielen, war brutal. Ich bin doch nur ein stinknormaler Typ aus Finchley.“ Johnston arbeitet nun mit einem Psychologen zusammen, denn psychische Gesundheit ist nun einmal unendlich wichtig. Gut, dass einer da offen drüber redet.

Geh bitte

Ab und an fragt man sich doch, was in so manchem Hirn vorgeht, diesmal im negativen Sinne. Im englischen Essex soll im August ein Turnier der Art stattfinden, wo man sich 2019 fragt, warum sowas nicht schon 1959, 1859 und im Jahre Schnee kein Thema war. „The Sink the Pink – Big Boy And Bigger Golf Day“ soll mit nackten Kellnerinnen und weiteren Grauslichkeiten aufwarten. Wer sich sowas einfallen lässt?  Eine Firma, deren Namen wir nicht nennen werden. Immerhin bekamen sie on- und offline ihr Fett weg. Woman & Golf-Redakteurin Alison Root soll hier beispielgebend zitiert werden: „Die Branche arbeitet sehr hart, um Gleichberechtigung und Inklusion in einem Spiel zu fördern, das sowieso lange den Männern vorbehalten. Gerade jetzt, wo etliche Barrieren gefallen sind, reißt so eine Veranstaltung alles wieder ein, was man mühsam aufzubauen versucht hat.“ Ob das Event dann wirklich stattfindet, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt.

Socken-Gate

Damit zu etwas Leichterem. Andrew Richards ist Lokalreporter in Kent und wollte eigentlich eine gemütliche Golfrunde im Gillingham Golf Club spielen. Allerdings hatte er die Rechnung ohne die strengen Kleidervorschriften gemacht. Seine Socken entsprachen nicht dem Dresscode (siehe Foto). Nun, auf – wie könnte es anders sein – Twitter machte er seinem Ärger Luft: „Ich zog meine ‚dunklen Socken‘ aus und wurde in den Pro-Shop gerufen, um mich beschämen zu lassen. Eine Kleiderordnung ist in Ordnung, aber das ist archaisch und schreckt mich ab. Schade, weil wir neue Spieler sind, die unseren lokalen Verein unterstützen.“

Schneckenspiel

Ebenfalls ein großes Thema dieser Tage in den Sozialen Medien:  langsames Spiel. So monierte etwa Francesco Molinari: „Da wird einer bestraft, der sich seines Schlages nicht sicher ist und vielleicht mal zehn Sekunden länger braucht. Die wirklichen ,Schnecken‘ aber bleiben ungeschoren.“ Noch mehr Impact hatte ein Tweet von Stacy Lewis. Hunderte Retweets und tausende Likes bekam ihre Twitter-Beschwerde: „Ich werde niemals verstehen, wie man fünf Stunden und 50 Minuten brauchen kann, um eine Runde Golf zu spielen! Für uns als Spieler ist es kein Spaß, es kann kein Spaß sein, es zu sehen!“ Umgekehrt gilt: Wer hudelt, macht Fehler.


Bildnachweis: Gepa Pictures.

Send this to a friend